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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXVIII (1983 / Heft 189)

ikännchen; Silber vergoldet; Wiener Beschau 1761. 
stermarke IM; H : 15.5 cm; Salzburg, Sammlung Prof. 
sacher 
rkungen 21 - 26 
rr Nachfolge dieses KeiChBS steht der KSIGVI von A, C. Wipl. den die- 
1761 für die Goldschmiedeinnung, vielleicht als Meisterstuck. 
l1,(HISt. Mus. defSlidt Wien. Leihgabe der Landesinnung türGnld- 
Silberschmiede.) Er ubermmmt Mosers Aulbauschema und auch 
reiche Einzelmottve, ohne dessen ausgewogene Proportion zu er- 
n. 
genaue Ouellenlage dieses Kelches bietet sich im AUISEIZ 1A dSlki 
zly- von B. Baranyai in Müveszettort.Ert.,Eudapest1970,p.265. 
M87, Katalog derOrnamentstichsammIung irn k. k. österr. Museum 
lunst und Industrie, Wien 1919. - R. Berliner, Ornamentale Vorla- 
ätter das 15. - 18. Jahrhunderts, Leipzig 1925126. 
Nagner, ÜiE Geschichte der Akademie der bildenden Künste in 
1. Wien 1957. 
er Stadtptarrkirche in Baden befindet slCh ein Ketchtragment aus 
is und Ncdus, das große Ähnlichkeit mit dem Kelch der Michaeler- 
'16BUHNBISLESHEQIGBSWWTIGI Beschauzelchen 1169 und die Mei- 
marke IM, 
ries de la Fasse, Desslns de meubles, Pans, o, J.. - ders Decora- 
i. Sculplures, Orfevrerles S! Ornements divers, Paris 0. J 
auch wenn diese bereits zehn und mehrJahre aitwaren. 
Im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen fanden die 
Augsburger und Münchner Ornamentstiche mit den ab- 
strakten Rocaillemotiven, den bizarren, knorpelig wir- 
kenden Schnörkeln bei Moser fast keine Aufnahme." 
Ihm entsprach viel mehr das Rocailleornament franzö- 
sischer Prägung. dessen großen Schwünge und derbe- 
tont florale Charakter mit Mosers Formgelühl besser 
übereinstimmten. 
Die wachsende Zuwendung zur französischen Kunst, 
die sich in den 60er Jahren auch in anderen Bereichen 
des Kunstgewerbes bemerkbar machte, ist auf die Per- 
sönlichkeit des frankophilen Staatskanzlers Fürst 
Kaunitz-Rietberg zurückzuführen. Er bemühte sich, das 
Niveau des Wiener Kunsthandwerks durch Gründung 
der Manutactur-Schule (1758) und der Erzverschnei- 
derschule(1767)zu heben und es an den neuesten Strö- 
mungen aus Paris teilhaben zu lassen. Zu diesem 
Zweck wurden Lehrmittel in Form von Musterblattern, 
Entwurfzeichnungen und Ornamentstichen aus Frank- 
reich importiert. Bereits um 1770. also noch bevor sich 
die Tore der Akademie der bildenden Künste öffneten 
(1772), wurden die ersten Anzeichen der neuen Mode, 
die den Stilwandel zum Klassizismus in Wien einleite- 
ten, sichtbar." 
Der Kelch der Wiener Michaelerkirche, der um 1770 
entstand (Wiener Beschau unleserlich), stellt ein typi- 
sches Werk dieser Übergangsphase dar (Abb. 19). Er 
besitzt zwar noch den Schwung und Liebreiz des Roko- 
ko. doch prägt sich gleichzeitig schon die Forderung 
nach klarer Form aus. Scharf gezogene Linien treten an 
die Stelle der weichen plastischen Schwünge, Blüm- 
chen aus Edelsteinen und steirtbesetzte Bänder wirken 
einer malerischen Verschmelzung entgegen." 
lm Jahre 1770 erfuhr die Kaiserkapelle der Kapuziner- 
kirche eine gründliche Renovierung. wahrscheinlich 
schon in Hinblick aufdas SO-Jahr-Jubiläum der Ül: 
gung des Gnadenbildes, das 1777 gefeiert WUfdi 
ser bekam den Auftrag. den kostbaren Silberrahrr 
gestalten. In ihmdrücktsichdieSpannung ZWiSChr 
koko und Klassizismus besonders deutlich aus, r 
lockere Reigen der Putten noch ganz dem Barock 
hörtwährendderstrenge Rechteckrahmen berei 
Eindruck eines klassizistischen Gebildes herv 
(Abb. 20). 
Zwei Jahre später warder Durchbruch des neue 
in Mosers Werk klar erkennbar. Mit Hilfe französi 
Vorlagen, vor allem der Entwürfe von Jacques 
fosse, hatte sich Moser das Schmuckrepertoir 
Klassizismus angeeignet und machte davon 
Gebrauch? Dennoch blieb er im kontinuierlich g 
feltenAufbauundinderreliefhattenGliederungde 
rockschema verpflichtet, womit er sich als typi 
Vertreterdesjosephinischen Zopfstilszuerkenne 
1772 schuf er die Silbergarnitur der lgnatiuskirr 
Gydr (Abb. 21 ), ein Jahr später die noch repräseni 
re Garnitur der dortigen Kathedrale, die Bischof 
wieder bei Moser in Auftrag gab (Abb. 22). Die k 
haften Formen derAmpel und der6 Kandelabersi 
antikischen Ornamenten geradezu überladen 
leicht geht der für Moser ungewöhnliche reiche 
sche Aufputz auf den Wunsch des Auftraggebe 
rück. 
Glücklicherweise haben sich die Vorzeichnung 
beiden Kandelabervarianteh als einzige derartig 
spiele im Archiv der Michaelerkirche erhalten. E: 
sich dabei die Frage, ob dies Mosers eigene Eni 
sind oder ob er Zeichnungen anderer Meister für 
Arbeiten verwendete. An dieser Stelle soll kurz 2 
Beziehung zwischen Moser und dem hofbefraiteh 
Schmied Franz von Mack (1730 - 1807) eingegl 
werden. Dieserwird äfters als möglicher Entwerfe
	        

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