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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXIX (1984 / Heft 194)

Günther Berger 
Der Wiener Friedensstüpa - 
Eine neue Kultsßätte des 
Buddhismus in Osterreich 
Österreich hat als erstes Land in Europa den Buddhis- 
mus - eine der großen Weltreligionen - staatlich 
anerkannt, Sichtbares Zeichen und Denkmal dieser 
Glaubensgemeinschaftistin Wien seitSeptember 1983 
der Friedensstüpa an der Donau. Als erster auf dem 
europäischen Festland errichtet, ist die eigentliche lni- 
tialorin Elisabeth Lindmayerjun. Sie führte nach einer 
Begegnung mit japanischen Mönchen den längst ge- 
hegten Plan aus, hier einen solchen vLeuchtturm des 
Friedenswzubauen. Am 9. August 1982. dem Jahrestag 
des Abwurfes der erstenAtombombe - (auf Nagasaki) 
- wurde der Grundstein gelegt. ln der Folge bewältigte 
E. Lindmayer mit 14 Mönchen relativ schnell in mühe- 
voller händischer Arbeit den Bau des Friedensmales, 
Als neues signifikantes Wahrzeichen neben UNOCity 
und islamischem Zentrum, in Richtung von Nordwest 
(Kahlenberg) nach Südost, wächstes an der Donau auf. 
Frau L indmeyerkonnte kürzlich in Korea durch das Wie- 
ner Beispiel erwirken, daß auch dort ein Friedsnsstüpa 
gebaut wird. lhrschien es wichtig, gerade in Seoul, einer 
wie Berlin geteilten Stadt, ein Mahnzeichen des Glau- 
bens zum gemeinsamen Abbau des Unfriedens unter 
völkischen Brüdern, zu errichten. ln Europa wirkt das 
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Wiener Beispiel weiter, denn auch in BerlinlBunde 
publik Deutschland, in der DDFI, Frankreich, Finnl 
Griechenland und ltalienlVenedig sollen Fried 
stüpas entstehen. Als uStätten der Abrüstung im I 
renw sollen diese als weites Netz die Erde überzie 
um noch mehr Menschen gläubig im Dienste des . 
dens zu verbinden. Dies ist in völlig unmissionarist 
Art im Sinne der Lehre Buddhas, dessen Wunsch r 
Frieden, das strahlend weiße Bild der Wiener Fried 
stüpa hierorts Ausdruck gibt. ln Verbindung aller v 
religionen und der Verbrüderung der Hassen ist letz 
der urchristliche Gedanke der Nächstenliebe auc 
buddhistischen Glauben Leitbild Heute finden Me 
tionen nach in einem Provisorium, einem Tempel c 
halb des Stüpas statt. 
Der Wiener Friedensstüpa, dersakralen Pagodena 
tektur des fernen Ostens nachempfunden, erfüllt 
eine wesentliche Funktion. Übte man in Wien zur 
des Wiener Kongresses. 1814. die hohe Kunst Frie 
zuschließen, setzte man heute, hier in Sichtauldas 
2000, dem Frieden ein echtes Mahnmal, um ihn 
Glauben her, von Mensch zu Mensch, zu verbreite 
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