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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXX (1985 / Heft 198 und 199)

10 Paulus van Vianen, Detail aus der nAnsichl Salzburgsr von 
1602. Feder und Pinsel in Braun au1 PapieMGesamtmaß der 
Zeichnung 153x400 mm). Braunschweig. HerzogrAnton- 
Ulrich-Museum, lnv. Nr. Z 71 
1 Landshul. St. Martin; Detail aus dem Epitaph des Hanns von 
Burghausen mit seinem Porträt 
die die Grundsteinlegung am 20. Januar 1407 vermel- 
det; die Mitte der beiden unteren Zeilen zeigt den Mei- 
sterschild des Hanns von Burghausen. Die weiteren 
historischen Nachrichten sind die von der angeblichen 
Grundsteinlegung der westlich des auf der Nordseite 
situierten Turmes gelegenen Katharinenkapelle am 
6. Mai 1411 durch Herzog Heinrich, die von einer den 
Diözesanen iwpro ccmplecione solempnis et patentis 
structure basilice noviter inchoataw empfohlenen 
Sammlung 1416. Die nächsten Daten setzen voraus, 
daß die Umfassungsmauern standen: denn 1444 oder 
1445 iwwardtdas zymer- d. i. der Dachstuhl -zum hei- 
ligen Geist von neuen dingen außgehackt, gezymert 
undaufganzaufdie Kürchengebrachtunduberhangen, 
auch wardt das schieß [das ist derWestgiebel] ganz aui- 
gemauertu sowie das verzinnte Kreuz aufdem Chorher- 
gestellt. 144611 447 wurde das Dach gedeckt, das Kreuz 
und ein kupferner, vergoldeter Hahn gesetzt, 1461 die 
Wölbung eingezogen (Abb. 18). Damit wardie Kirche im 
wesentlichen vollendet. Erwähnenswert ist vielleicht 
noch das Datum 151 1 einerwappenscheibe im Fenster 
der Katharinenkapelle; auffällig, daß dieses Datum 
exakt 100 Jahre nach dem der angeblichen Grundstein- 
legung der Kapelle liegt. 
Nicht das Faktum ist entscheidend, daß die Hl.-Geist- 
Kirche wie viele andere Kirchen seit dem späten 
13. Jahrhundert eine Hallenkirche mitChorumgang und 
Rundpteilern ist, sondern daB durch die Abmessungen 
der Joche in Breite und Tiefe und durch die Anlage der 
wenn auch seichten, knapp 1 m tiefen Wandpfeiler ein 
Baugelüge geschaffen ist, bei dem die umschließende 
Wand von dem das Gewölbe tragenden Stützensystem 
getrennt erscheint und nachrangig wirkt. Verstärkt ist 
dieser Eindruck durch die Stellung des Rundpfeilers im 
Chorschluß, der vor dem Achsenfenster der Umfas- 
sungsmauern steht und so die Unabhängigkeit 
Stützen-GewöIbe-Systems von den Umfassungsr 
ern betont hervortreten läßt (Abb. 16): hier ist der fi 
den Innenraum gestellte Pfeiler angelegt, 
Zur Bauarchäologie ist zu bemerken, daß die Kircl 
zwei Etappen errichtet wurde,die durchdieZiegeln 
unddurchdie Form derBaldachineanden für Bildw 
bestimmten Plätzen der Wandpfeilervorlagen Ul 
schieden werden können (Abb. 19 und 20). Der z 
Bauabschnitt, mit schmaleren Ziegeln (zwischen 
und14,5cm,gelegentlichbis15cm Breite)umlaßti 
das Joch,an derndie Katharinenkapelleliegt,undz 
die Sakristei gehört dazu; der zweite Abschnitt (s 
Ziegel 15- 16,5 cm. manchmal sogar 17 cm t 
umfaßt die vierwestllchen Joche und die Westfass 
deren Giebel 1 44411445 aufgemauertwurde. Die N 
richt, daß vdas zymer . . .von neuen dingen außgeha 
wurde, sprichtfürdieErstellung auchdes Dachstut 
zwei Abschnitten. Bleibt noch zu bemerken, daß 
Gewölbe der Katharinenkapelle, das die Figurz 
eines Sterns mit kurvierten und am Gewölbefuß 
überkreuzenden Rippen zeigt, nicht mit dem Da 
1411 zusammengebracht werden kann; es ist we: 
lich spätereingezogen, vielleicht erst um 151 1 , alsi 
die Wappenscheibe anfertigte. 
Der nächste auf dem Epitaph genannte Kircher 
steht win salzburgci. Es ist diese Kirche seit eh undje 
selbstverständlich in der Fachliteratur gleichges 
mit derdamaligen Stadtpfarr- (und seit 1592 bzw. 11 
1642 Franziskanerlkirche (Abb. 10). Wann der 
begonnen wurde, warlange Zeit unklar; mit hoherW 
scheinlichkeit waren es die Jahre nach der er: 
Erwähnung des Baus 1408. Abgeschlossen wurde 
Bauvorgang wohl kurz vor 1450; um jene Zelt beg 
die Verlegung des Chores der Petersfrauen, die ei
	        

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