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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXX (1985 / Heft 198 und 199)

lkenlnrrlare H am Eingang zum uraoualrell, Sakramenrar 
Millstatt. Klagenfurt. Landesarchiv, Cod. 6135, Bl. 9r 
lalen B und VD (Vere Dignum) innerhalb des Hochgebe- 
Sakramentar von Millstatt. Klagenfurt. Landesarchiv, 
I. 6135, BI. 91r 
rkungen 21 - 40 (Anm. 9 - 20 s. S. 25) 
zeitgenössisches St. Pauler Kaiendar enthält der Cod. bibl. fol. 20 
rder Stutiganer Landesbibllnthelr. 7 Vgl. dazu Edition bei Swar- 
rski, Anhang II und lnenkaui 255 - 259. 
2r713v.- Der Kalender stimmt im wesentlichen rnll dem des vor- 
(enden Sakramentars überein Eingearbeltet in die ursprüngliche 
ssung sind hier pedochdie Konsekralronsdaten der Kirchen. diasich 
erhalb der Millslatter Grundherrschaft befinden. 
an. ÖNB. Cod 19t19.Bl.1r. 
rnkauf 255. 
n Festwird bei den Cluntacenserrl am 11. Mal gefeiert (vgl. Grote- 
d, Ordenskalender, S. 24). 
ßAureliusnicrltlm Kalenderüiesi:14.9.),sondernlrrl Benedlktlonal- 
und im abschließenden Festregister genannt wird. hängt wohl mit 
Vorlage des Sakramentars zusammen, da Aurelius weder in dem 
I St. Peter. noch in dem von Admoni aufschelnt. - interessant ist 
och. daß er im St. Fauler Kalender (lrtenkauf 257) genannt wird. 
Nohl auch Millstatt eine HirsauerGründung ist. wurde Sie zunächst 
M als solche gerührt, da Gaudentlus, der erste Äbt. ohne Zustim- 
ng des Hirsauer Mutterkonverlts die Karntner Stiftung übernahm 
l. dazu Weinzierl 331.). 
rCod. a. Vlll 1 wurde inder Mlitedes 12. Jims in St. Peter In Salzburg 
mhrieben. Hervorzuheben ist allerdings, deß die lnltielornamentlk 
ht dem Salzburger Typus. sondern dem linearen Stil süddeutscher 
brmklösier entspricht (vgl, Anm. 124). 
Beschreibung Vgl. Eisler. Nr. 12 und Menhardt. 208. - Die Datis- 
gandie Wende des I Lund 12.Jh.sdürfte allardrngsnlcht zutreffen. 
13 zeigt sich sehr deutlich an der ausgereiften Form der lnitialorna- 
ntik. die Parallelen mit dem Salzburger Typus aufweist. Auffallend 
der Zusammenhang vor allem beiden gleichmäßig korlluriertert. 
lblstlrigen Endnlüterr der Splrairankerl. Eine Lokalisierung nach 
zhurg ist auf Grund des urtümlichen Charakters der Schritt auszu- 
fließen. 
.Wlen. ÖNB. Cßd. 1909, Bl. IV, und Klagenfurt. Landesarchiv, Cdd. 
, Bl. 24r, -Zur Auslegung siehe Wind 115. 
tl. UB, Cod. 325. Bl. 5r 
ll. UB, Cod. 325. Bl. 3v. 
20h wird im Jahre 994 VDn Aribo I., dem Großvater Arlbos II., dem 
inder von Mlllsiatt, gestiftet (vgl. P. Lindner. Monasticon. Salzburg 
1a. rs r.). 
Den dem hl. Lambertus wurde von den Aribbnen auch der hl. An- 
asals Patron bevorzugt. lhmwarderFrauenkonvenl von G65 Inder 
ierrnark und Millstan geweiht. - Vgl. dazu H. Ebner, Patrozinien- 
te, in: Aussiellungskatalog 1 Romanische Kunst lrl Österreich. 
rrris 1964. 2897 294. und Klebel. Carinthla I 117 (1927), 95 I. 
. Klebel, Carinthia I 117 (1927). 95, 
rEvangelistMarcus scheint zunächst in der Legende derhll. Herma- 
urid Forrunatustßap. 1 n.) als Patron von Aquiieia auf. - Vgl dazu 
r Abdruck der Legende bei Egger. Carinthia I 134 - 135 (1947). 40 
71H den Kärnlner Marcus-Patronaten siehe Klebel, Carirlthia I 117 
27), 105. 
ß Nennung dieses Heiligen ist sehr unterschiedlich. da er im vorlie- 
iden Sakramenrar als Foce ( : Ei. 56V) eingetragen, ln Salzburg 
er als Focati (Hs. a IX 7. Bl. 91) bezeichnet wird Beim Vooatus (Bl. 
des Perg. Kodexeeaus derUBKiagenfurtkonnie essichumdanscl- 
i Heiligen handeln. 
r Verehrung dieser alttestamonrllchen Gestalten als Heilige wird 
htbar durch die Aufnahme in das Merlolngium Basilius' II. (vgl. PG 
I, 211. 431, 591). 
.Klebel, Carinthia I 117 (1927). 134 - 136. 
. dazu die Bestatigungsurkunde durch Papst Alexander II I. aus dem 
rre II77( : A. Jaksch. Monumenta historicaCarlnthlae III. Klagen- 
I1904. Nr. 1215). 
 
Mällllll lLlIII 4. JUII (Vgl. DI. UDV) TIICTII QCFIKFIFIL 
Obwohl Im einzelnen noch keine Beurteilung der ange- 
führten Besonderheiten im Kalender des Millstatter 
Sakramentars gegeben wird, zeigt schon deren Aufzäh- 
lung, daß Salzburg als Entstehungsort des Mlllstätter 
Sakramentars wohl auszuschließen ist. 
Die Interpretation der oben angeführten Besonderhei- 
ten im Kalender des Millstatter Sakramentars erfordert 
allerdings eine Einbeziehung weiterer Kalendarien aus 
dem Benediktinischen Bereich. Dazu bieten sich vor 
allem die Kalendarien zeitgenössischer Handschriften 
der Benediktlnerstifte Admont". St. Lambrecht" und 
St. Paul" an, Als Parallele dient schließlich auch noch 
der Kalender eines jüngeren Millstätter Sakramen- 
tars" (Klagenfurt, Landesarchiv, Cod. 6134) aus dem 
14. Jahrhundert. Wenn auch im zuletzt genannten Fall 
ein Vergleich nur mit Einschränkungen möglich ist, 
stellt sich doch die Frage. inwieweit Zusammenhänge 
mit der älteren Vorlage bestehen oder nicht. 
Wenn wir den Vergleich mit der Festfolge des Monats 
Janner ansetzen. fällt gegenüber den Saizburger Ka- 
lendarien die Nennung des Cluniacenser Abtes Odilo 
(Bl. 83v) auf; ein Eintrag, der sich auch im zeitgenössi- 
schen Adrnonter" und St. Fauler" Kalender befindet. 
Die Angabe Odilos. die im Benediktionaltell des Sakra- 
mentars noch ergänzt wird durch die Enrvähnung von 
Maioluszs (Bl. 279v). einem weiteren Fteformabt von 
Cluny. und durch den Vermerk des hl. Aurelius". des 
Patrons des Reformklosters Hirsau (Bl. 279V). vervoll- 
kommnet den oben schon ausgesprochenen Hinweis 
einer Benediktinischen Provenienz. Berücksichtigt 
man in Verbindung damit auch noch die Erwähnung 
des hl. Aurelius im Festregister des Sakramentars 
(Bl. 293r). so wird klar, daß das vorliegende Sakramen- 
tar für ein Benediktinerkloster bestimmt war, das dem 
Hirsauer" Fleformverband angehörte. Analoge ein- 
trage befinden sich auch noch in den zeitgenössischen 
Rituallen von St. Peter" in Salzburg ( : St. Peter. Ood. 
a Vlli 1, Bl. 35r und 97r) oder von MillstatFU: Klagen- 
lurl. Landesarchiv, Cod. 614. 92v und 93r). 
Auch die nächsten Einträge, nämlich die Kennzeich- 
nung (Rotschreibung) der Feste des hl. Blasius (3. 2.; 
Bl. 84r) und des hl. Lambert (i 7. 9.; Bl. 87v) als Festtage. 
beziehen sich auf den Benediktinischen Kreis. da der 
hl. Blasius der Patron des Benediktinerstiftes Admont 
und der hl. Lambert der Patron von St. Lambrecht in der 
Steiermark ist. Daß die Hervorhebung dieser Heiligen- 
4 Kalendertabelle zum Monat 
Februar mit der Erwähnung 
des in Millstatt verehrten Her- 
zogs Domltlan; Sakramentar 
von Millstatt. Klagenfurt. Lan- 
desarchiv. Cod. 6135. Bl. 8M 
5 Kalendertabelle zum Monat 
Dezember mit Tierkreis- 
zeichen: Sakramentar von 
Millstatt. Klagenfurt, Landes- 
archiv, Cod, 6135. Bl. 89r 
6 Kaienderfragment für Dezem- 
ber mit Tierkreiszeichen aus 
einer St. Fauler Handschrift, 
St. Paul im Lavanttal, Stifts- 
blbliothek. Sign. 1518 
7 Federzeichnungsinitiale L im 
Stil der Salzburger Schule zur 
Zelt Erzblschofs Eberhard l. 
St. PeterlSalzburg, Stiftsbiblio- 
thek, Cod. a IX 8, S. 1 
8 Federzeichnungsiniliale V 
mit Tierdarstellungen im Stil 
der lnitialornamentik der 
lrlulold-Handschriften: 
Allere SL-Peier-Blbel. St. Peterl 
Salzburg, Stlrtsbibllothek. 
COd. a XII 20. S. 25 
T5518 808i FIICFII EIS HIIIWGIS einer HGFKUHIISDGSIIITI" 
mung aus den genannten Stiften auszulegen ist, läßt 
sichausderunterschiedlichenErwähnungdieserFeste 
in den entsprechenden Kalendarien erkennen. So wird 
das Blasiuspatronat von Admont durch eine ange- 
hängte Oktavfeier" gekennzeichnet und das Lamber- 
tuspatrozinium zugleich durch Oktav" (24. 9.) und 
Translation" (21. 6.) vermerkt. Die Auszeichnung der 
Feste des hl. Biasius und des hl. Lambertus dürfte also 
nur die besondere Verbundenheit oder Verbrüderung 
mit den genannten Stiften zum Ausdruck bringen. Die 
Einführung des Festes des hl. Lambert als Feiertag 
könnte sich aber auch unmittelbar auf Millstatt selbst 
beziehen, da der hl. Lambert. der Patron von Seeon" 
und von St. Lambrecht, zugleich einer der Hauspatro- 
ne" der Aribonen, des Gründergeschlechtes von Mill- 
statt war. Außerdem besaß die Kirche von Lengholzß, 
die in der Grundherrschaft von Mlllstatt lag, ebenfalls 
ein Lambertus-Patrozinium. 
Wenngleich derSinnderBetonungderFestedeshl. Bla- 
sius und des hl. Lambert im einzelnen noch nicht 
begründet werden kann, ist an ihrer Beziehung zu Mill- 
statt nicht zu zweifeln. Dies zeigt sich vor allem an der 
Beobachtung, daß sie auch noch imjüngeren Millstätter 
Missale(Kiagenfurt, Landesarchivßod. 6134. Bl. 3r und 
10r) in gleicher Weise ausgezeichnet sind. 
Neben der engen Verbindung zu Klöstern des Hirsauer 
Ftetormkreisesweistder Kalenderdes Millstätter Sakra- 
mentars auch starke Beziehungen zu Friaul und Aqui- 
leia auf. Dieser Zusammenhang wird vor allem an der 
Rotschreibung (Kennzeichnung als Feiertag) der Feste 
des hl. Marcusx (25. 4.), des Patrons von Venedig, oder 
des hl. Apollinaris von Ravenna (23. 7.) sichtbar. in die 
gleiche Richtung deuten aber auch die singulären 
Festeinträge des hl. Phoca" (14. 7.) und der ralttesta- 
mentlichen Heiligen: Jeremias(1 . 5.). Daniei(21 . 7.)und 
Samuel (20. 8.). Die zuletzt genannten Feste erinnern 
darüber hinaus auch noch an einen besonderen Einfluß 
der byzantinischen" Kirche. Die Erwähnung des Pro- 
pheten Daniel, des Patrons der Pferde und Bergwerke. 
stellt außerdem eine spezielle Verbindung mit Kärnten 
her, wo er besondere Verehrung genoßag. Der Eintrag 
des Festes des hl. Phoca (14. 7.) ermöglicht auch noch 
einen Hinweis auf Miilstatt selbst, da Millstatt in San 
Focaw in Friaul. das den Namen vorn genannten Heili- 
gen erhielt. Besitzungen hatte. 
Erinnert werden mußaufdem Hintergrund dieser Bezie- 
8 
 
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