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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXX (1985 / Heft 198 und 199)

9 Hlstdris1erte Initiale B mit Darstellung der Berulung Judas, 
Adrnclnt, Stlltsbibllothek, Cod 18,31 170v 
10 Doopelmlnratur mlt Erscheinung des Herrn und Taufe Chri- 
stl; Peterslrauengraduale S1 PeterlSalzburg, Stllisbiblio- 
thek, Cod a IX 11, Bl 40 v 
Anmerkungen 4c - 75 (Anm. es - zss Text s, so) 
" Der hl. Nennosus war Abt eines Klosters am Berge Sorakle und wird 
in den Dla1ogen Gregors des Großen (lib 1, cap 7) erwahnl 
"' vgl A Lechner, Mittelalterliche krrchehreste und Kalendarren ln Bay- 
ern Fre1burg im Brersgau 1591, 83. 
" Vgl. Acta Sanctorurn, Sept 1, 4097439, slehe bes. S 412 - 415 die 
Translalio nach Frersrng 1vermut1lch unter Blschoi Hltto oder Nrrker rrn 
9 oder 11, Jahrhundert) Zu den Frelsinger wunderberrcmen vgl 
S 42611 
1' vgl Moro83 rkuch Bad Klelnklrchhelm, das sparer in dreerundherr- 
schalt von Mlllstatl gelangre. zahlte dazu 
1' vgl Moro 5211 
"l A Jaksch, Mdnumenla carrnlhraelll. Nr 1216 
1' Vg1.Mo1o831 
ß vgl Moroel 1. 
11 ÜIE vggtel derGraien von Gbrz uber Mlllstatibeglnnt mit Meinrad 1 im 
Jahre 1124 Mernrad war Stammvater der )uhgeren Gcrzer und 1olgl 
dem Plalzgralen Engelbert aus dem Hause der Angehen e Zur Dar- 
stellung der Herrschall der Gralen von Gorz in Mrllstalt vgl welnzrerl 
57 11 
M Carlnthla l 117119271. 129- 131. 
M vgl R EggenDerhl nonosluscannthrallas- 1391194192064207 
e Egger verrnulet, daß Nonosrus nur dle heimische Aussprache des 
in S1 Peter und Berg verehrlen hl Arhanasrus sel 
I" Klebel kennrzwarauch den hl Nonnonus von Frelsrng(carrn1hral117 
119271, 131), sieht damit aber keinen Zusammenhang rnll dem ln St. 
Peter rrn Holz oder ln Berg 1m Draulal verehrten Nonoslus 
M vgl dazu das Marra Wdrther kopialbuch Hs. 212, B1 19v, aus dem 
Kämlner Landesarchw und den Cod 1417151 3161, aus der 011113 ln 
Wien 
ll Dornrrran wird hier als r-iundalor hurus eccleslev bezeichnet - W16! 
d1ese Bezeichnung zu verstehen ist und welcher historische wert lhr 
beigemessen werden kann soll hier nrchi erorlerl werden - Aul der 
anderen Seite konnle sich aber doch aus der verorndung mrl dem 
Salvator- und Allerhelllgen-Patrozlnrum von Mllistall lnsolern elne 
neue Fragestellung ergeben. als diese Palrozinren vorwiegend ln der 
agrlollrnglscherr Zelt aullreren 
H vgl dle Einleitung bei Elsler 211. 
"ß Vom zeitgenossrschen skrlplorlurrl von S1 Peter wurden zwar die 
kunstlerlsch wertvollen Handschrllten viellach behandelt, e1ne syste- 
matische Arbeitzurn Skrlgtbrlurrl glb1 es iedoch nicht Man kann auch 
bebbachren, daß beider Erlassung der lllumlnlerlen Handschrrlren dle 
Schrill kaum Beachtung land 
1' vgl dazu die kurze Charakterisierung bei W1rld 11a - 126 71m Ge- 
gensatz zu Mrl1sla1t lallt vor allem die Kompaktheit und Geschlossen- 
herloerschrrli aul Als Beispiele der unrerschredlrchen Buchsrabenbrl- 
dung seien das arnledrrgeschlrnge. gerader, gebrochener Schalt) und 
das g (untere schhnge mll starker Hechlsbregung) genannt 
I1 Gegenuber M1llstatt rsl voral1ern an die hohe, stelle Ferm dieser Schrift 
zu errnnern (Abb. 9 und 17) Als Besonderheiten slnd auch dle eng 
schrallrerten Halbkrelse und die ge1app1en Blattlolmcn ln den Buch- 
stabenkolpern der klerneren 1nllralen (Admonl, strllsblbllblhek, 
Cod 1a, Klagenlurr. Landesarehrv. Cod. 517 oder St PeleLCOd avlll 
30) zu erwähnen e Ful das lleundllche Entgegenkommen bei der 
Benutzung derAdmunlerslrlisbrblrorhekdankerchsehrherzlich Herrn 
D1 .1 romaschek 
" Ergenanrg bevrlg istvor allerndre untereSchllnge, die zunachst gerade 
nach unten oder leicht nach rnnen und ersl dann nach einem knlck 
nach rechtsgeluhriwrrdtvgl.dazuAbb 2- Sund 14 A15) lnden ande- 
ren Skriptorien weist die untere g-Schlrnge lrn allgemeinen erne vrel 
größere Rechlsbiegung aul 
11 Hervorzuheben beim s ist dlc llache, mitunter last rm rechten wrnkel 
verlaulende Schlinge (Abb 2 - 5) 7 Neben der l-land des Kalendars 
lsl diese s-Fdrrn auch besonders ausgebildet rrn Pelgamentkodex 42 
der UB Klagenlurl 
11 Elne gewisse Inkonstanz wird auch noch dadurch erzeugl daß das r. 
s und r meist unter dle Grundlinie reichen (vgl Abb 2 und 3) 
u Aullallend srnd die spitzen schrag angesetzten und nach rnnen 
geklumrnten schalte beim 1. r und s 
ß Nachgeilagen slnd unlerandererndre ollrzren des hl Thomas vbncan- 
telbury und der hl kunrgunde lhre schrilt 1st verwandt mit den verhrn 
zllrerlen Eintragen (vgl Anm 64). 
" Da srchdienekrdlogrschon vermerke nur aul Mrllsralrer Nonnen bezie- 
hen, kann man vermuten, daß das vorliegende Sakrarnentar rrn Mill- 
statler Frauenkonvent aurbewahrl und vielleicht auch dort geschne- 
ben wurde, 
" Bemerkenswert 1st vor allem der Nachtrag dernll Hermagor und Fol- 
tunatus zum 12 Jull 
ß D1eser Zusammenhang rsl rnsorern von Bedeutung. als v1eles dalur 
sprrchl. daß auch das Totenouch lm Mrllsrärler Flauenkdnvent ent- 
sland Zu nennen srnd ln dieser Hlnslcht vor allem ein Hynrnen-lncrgrr 
(EI i35v)zurn hl Andreas, dem Patron des Frauenkdnverrls, und eine 
Urkunde, d1e ebenlalls 1ur dieses beshmrni war (a a. 0.). Strlrstrsche 
uberernslimmuhgen rrllt den Elniragen imrolenbuch weisen die Nach- 
trage 1m Pergarnentkodex 2a der ua klagenlurr aul Auch dorl gibt es 
Anhaltspunkte lur erne Entstehung bel den Nonnen (vgl etwa dle ver- 
wendungvon serdensrgnakeln. dle ln sr Peter nur ln Handschrlltendes 
Pelerslrauenkonvenles anzutreiien sind) 
1' Dre Besrtzelntrage stammen zum uberwregenden Te1l aus dem Beginn 
des 17 Jahrhunderts aus der Zelt der Jesurlenherrschalr in Mulstatt 
1" vgl Elsler Nr 12 - Menhardt 2013 - Marrold 93 e Dre hier ange- 
luhrte ballerung andrewende des 1 1 .und 12 Jh srsrwohlzulruh Der 
lnlllalslrl spricht 1ur eine Entslehung lnr 2. viertel des 12 uns 
" Zur Beschreibung vgl Menhardl 211 und Marrold 93 - Die Datrerung 
ln dla erste Hällte des 12 Jh s ergibt sich neben der Schrill auch aus 
der archalscherl lnltlallorm (vgl 131 111r). dle noch Zusammenhänge 
mrl dem 1 1 .Jh aulweisl 7 D1e Einordnung ins Mrllstatler skrlplorrum 
laelsrch ausderecklgeniubllcheng-ForrruSchrlllundden ur1uml1chen 
Zrerlrnren und Hakchen an den lnlllalen erschheßen 
11 vgl Menhardr 93 
v vgl Elsler Nr 25, Menhardr 97 - Marrbld 92 e eine Lokailslerung 
nach Salzburg 1st sowohl aul Grund des Kalenders (zusammenhange 
mr1Agur1era)alsauchaulerundderlinearenlnrrralornamenlrldAbb 14) 
auszuschließen 
1' Menhardl 961 - Aullallend ist vor allem die große stilistische ver- 
wandlschalt der Schrrlt rnrt der des Sakrarhentars 
7' Zur Beschreibung vg). Kern 11 9, - Dle Decklarbenlnlllalen dieser 
Handschrl1twe1sen in dervorzelchnung Parallelen m11 Federzeichnun- 
gen von Cod 614 aus dem karnlner Landesarchrv und dem cod 759 
(Abb 15) der UB Graz aul Gewisse zusamrnenhange bestehen auch 
mrl derlzeitgenosslschen Decklarbenlnitlalen von sl Pclcr rnsalzburg 
(vgl sr Perencodd a x11 eaundaxlma) 7oresonzenredngescnnrr 
larlr sich gur mildem Millsldrtel Skrlptoriurvl verbinden 
Bl. 12v und 258V denselben naturalistischen Stil ver- 
rät wie dle Zeichnungen der Tierkreisbilder (vgl. Abb. 4 
und 5), 
2. Die Schrllt 
Im Gegensatz zum Kalender und der künstlerischen 
Ausstattung wurde die Schrllt des vorliegenden Sakra- 
rnentars noch nicht untersucht. Wenngleich die Ursa- 
chen lür dieses Versäumnis im einzelnen nicht bekannt 
sind, dürfte doch die Zerstreuung" der Miilstätter 
Handschriftenbeständeunddas Fehlen vonArbeiten zu 
vergleichbaren zeitgenössischen Skriptorlenw eine 
Beschäftlgung mit diesem Thema erschwert haben, 
Dazu kommt nochderUmstanddaß beiderEinordnung 
illumlnierter Handschriften die Schrift im allgemeinen 
kaum Beachtung fand. 
Wenn hiertrotzdieserungünstigen Ausgangslage auch 
in dieser Hinsicht Überlegungen gemacht werden, so 
vor allem deshalb, well schon eine kurze Beobachtung 
des dem Sakramentar zugrunde liegenden Skrlptori- 
ums (vgl. Abb. 2- 5) den Eindruck erweckt, daß hrer 
eine Schriftforrn vorliegt, die sich nicht ohne weiteres 
rnit dem Schriftcharakter anderer zeitgenössischer 
Schreibschulen verbinden läßt. Im Gegensatz zum 
rnonurnentaleren, klareren, aber auch ilüssigeren 
Schrittwesen der Schreibschulen von St. Peter" in 
Salzburg oder von Admont" in der Steiermark 
erschelntdiese nämlichalsurtümlicherundbodenstan- 
digenMaßgebendlürdiese Beurteilung lslderniedrige. 
breit auseinandergezogehe Duktus und die eckige, 
unruhige Form der Buchstaben. Hervorgehoben seien 
in diesem Zusammenhang vor allem das g" und s". 
Bemerkenswert srnd aber auch die bewegten, ungera- 
den, zum Teil schräg angesetzten und gespaltenen 
schalte." 
Eng damit verwandt ist auch der Schriftcharakter der 
Nachträge, wenn diese auch zeitbedmgt (Ende 12. Jh.) 
schon manche manieristische Merkmale besitzen. wie 
die schrägen, zugespitzten Ansätze beim f, roder s zei- 
gen,Zu nennen slndlndieserHinsichtetwadieastrono- 
mischen Überschriltenü der Kalenderlabellen (Bl. 83V 
bis 891. vgl Abb. 4 und 5). die Oillziumsnachtrage" 
29
	        

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