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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXX (1985 / Heft 198 und 199)

S Ramisch 
e kleine Altartafel 
a Meisters von Liefering 
:der Kirche in Nonn 
Reichenhall 
lkircne in Nonn bei Reichenhall. Tafelgemalde mit den 
atellungen der Geburt Christi. des zwölfjährigen Jesus im 
pel und des auferstandenen Christus mit Maria Magda- 
; nMeister von Lieleringii, um 1470 
kungen 1 - 3 
mal Galiary Catalogues, The Gerrnan Schooi, by Michael Levey. 
on 1959. S. 7. - Abbildung bei: Martin Davies, Pairttings and 
rings on the Backs cl National Gallery Ftctures, Lundon 1946, 
36. 
a Ramlsch in: Diözesanmuseum für christliche Kunst des Erz- 
ms München und Freising, Kataloge und Schriften Band 2, Christ- 
KtlnSt aus Salzburg. Bayern und Tirol. 12. bis 18. Jahrhundert, 
. S. 53. 
zurger Museum carcline Augusteum. Ausstellung Spätgotik lr1 
lufg. Die Malerei 140041530. Salzburg 1972, s es im. 47 irrt 
In deroberen Sakristei der Filialkirche in Nonn fand sich 
ein kleines gotisches Tafelbild. Herr Pfarrer Helmut 
Eisele von St. Nikolaus in Reichenhali bat das Erzbi- 
schöfliche Ordinariat in München um Begutachtung 
und um Beratung der anstehenden Instandsetzung. Die 
Konservierungsarbeiten wurden von Herrn Restaurator 
Peter Pracher in Würzburg ausgeführt. Der Verfasser 
dankt den Genannten für freundliche Hinweise und die 
folgenden technischen Daten: 
DasBildmiBtimLichtenohneRahmen71 X 65cm. Dem 
Foto nach könnte der Eindruck entstehen, daß es sich 
durch die T-förmige Leiste über dem Bild um drei selb- 
ständige Tafeln. also eventuell um ein Predellenbild und 
die zwei zugehörigen Flügel handeln könnte. Dies ist 
jedoch sicher nicht der Fall, da der gesamte Bildträger 
aus fünf senkrecht verleimten Brettern besteht, die bei- 
derseitsbemaltsindund in einenursprünglichzugehöri- 
gen Rahmen von 7 cm Breiteie Holm eingenutet waren. 
Die Verbindung der Brettfugen der Maltafel hatte sich 
gelöst. Deshalb mußte der Rahmen geöffnet werden. 
um die Werkstücke wieder fugengleich verleimen zu 
können. Nach der Verleimung zeigte sich eine starke 
Verwülbung der Tafel nach vorn, so daß ein Wiederein- 
fügen in die alte Nut nicht mehr möglich war. Sie wurde 
daher rückseitig aufgestemmt, und das Täfelchen lose, 
von Klammern gehalten, in den verbleibenden Falz ein- 
gelegt. Am Rahmen wurde die neugotische Überma- 
lung abgenommen und die Originalvergoldung bzw. 
deren Grundierung freigelegt. Aut den Maltlachen war 
lediglich eine leichte Reinigung und die Ausbesserung 
kleinerer Fehlstellen nötig. Der Rahmen zeigt beidseits 
Sassen von Flügeischarnieren, die später einmal mit 
Holzstückchen ausgeleimtworden sind. Es handeltsich 
also um das Mittelstück eines Triptychons. 
Die Vorderseite derTafelteill eine rot-dunkelrot marmo- 
rierte. mit Licht und Schatten plastisch illusionierte. T- 
förmige i-Leisteu in ein querrechteckiges oberes und 
zwei hochrechteckige untere Felder. 
Das obere Bild zeigt die Geburt Christi mitderAnbetung 
der Hirten, das heraldisch rechte untere den zwölfjähri- 
gen Jesus im Tempel bei der Diskussion mitden Schrift- 
gelehrten, das linke untere den Aulerstandenen mit 
Maria Magdalena. Die Thematik ist christologisch und 
umfaßt zentrale Glaubensaussagen, wie Menschwer- 
dung, Epiphanie und Auferstehung. Für die heute feh- 
lenden Flügeibilder bleiben als Themen heraldisch 
rechts die Verkündigung und evtl. die Heimsuchung, 
links die Himmelfahrt und die Aufnahme Mariens in den 
Himmel denkbar. 
Die Rückseite der kleinen Tafel ist auf heiterem Grund 
mit dunkelgrünen Ranken bemalt. Derartige Verdüren- 
malerei findet sich schon zu Beginn des 15. Jahrhun- 
derts an analoger Stelle auf einem kleinen Triptychon 
eines österreichischen Malers. dem sogenannten wLon- 
doner Gnadenstuhlß. ln der Salzburger Malerei gibt es 
sie auf der Rückseite einer Geburt Christi von Konrad 
Laib, um 1440. im Freisinger Diözesanmuseumz, und 
analog zu unserem Altarchen aufder Rückseite der Mit- 
teltafel des kleinen HalleinerAltars. ebenfalls um 1440, 
im Salzburger Museum Carolino Augusteuma. Ein spä- 
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