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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXX (1985 / Heft 198 und 199)

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Brigitte Schneider 
Die Altäre der lnnsbrucker 
Jesuitenkirche - Unbekan 
Bildhauerzeichnungen 
Ein Beitrag zu den Oeuvres Wolf We 
kirchners und Bartholomäus von Opsz 
Bildhauerzeichnung stellt in ähnlichem Maße wie 
Thema des barocken Altares an sich ein wenig 
indeltes Gebiet der Kunstgeschichtsforschung 
Erst vor wenigen Jahren, 1978, wurde mit derAus- 
Jng des Salzburger Barcckmuseums: nBildhauer- 
wnungen des europäischen Barockrr auf diese 
ze hingewiesen und gleichermaßen. wie Franz 
ner das Vorwort des Kataloges beschließt, nein 
0B zur Auffindung möglichst vieler bisher unbe- 
iier Bildhauerzeichnungeni? gegeben. 
rchivdesJesuitenkollegsinlnnsbruck.welchesnur 
i den geringeren Teil der Quellenmaterialien zur 
agskirche bewahrt. befinden sich jedoch interes- 
e Zeichnungen, wovon einige hiermit an die Öffent- 
Leit gelangen sollen? 
andelt sich um Entwürfe für die Altäre der Jesuiten- 
ie in Innsbruck. 
n jüngste Zeit war, wie noch J. Feimayer in ihrer 
lil über die Altäre Nordtirols im 17. Jahrhundert 
eibt, ii. .. nichts über die Meister der Altararchitek- 
n und Statuen bekannttrß, 
die Neubearbeitung des Dehio-Tirol. 1980, nennt 
Gumpp als den Autor des Entwurfes für den lgna- 
altar und Bartholomäus von Opstai als Bildhauer 
Franz-Xaver-Altaresf 
reine Marmoraltäre stellen die sechs vollständig 
iltenen Seitenaltäre der lnnsbruckerJesuitenkirche 
eine Rarität im Frühbarock Nordtirols dar. Der lgnatius- 
altar steht heute an der Stelle des zerstörten Hochalta- 
res. Im Querschiff befinden sich links der Judas-Thad- 
däus-Altar, rechts der Schutzengelaltar. Die südlichen 
Seitenaltäre sind links der Pirminaltar, rechts der Ma- 
rienaltar. Der rechte nördliche Altar ist dem hl. Franz 
Xaver geweiht. 
Von den Zeichnungen sind vorallem zwei Blätterwegen 
ihrer zeichnerischen Qualität besonders hervor- 
zuheben. 
Das erste ist bezeichnet: rwWolff Weissenchirkhnerbiltt- 
hauerw (Abb. 1). Bei dem Riß handelt es sich um einen 
Entwurf für die beiden - im wesentlichen gleich gestal- 
teten - Querhausaltäre. 
Die Ausführung dieser Altäre fällt nachweislich in die 
letzten zwei Dezennien des 17. Jahrhunderts. ln der 
Historie Domus wird der neu ausgeführte Judas-Thad- 
daus-Altar (linker Querhausaltar) ausführlich beschrie- 
ben? Die Aufstellung des rechten Ouerhausaltares 
erfolgte, wie durch den Kontrakt mit Wolf Weißenkirch- 
ner belegt werden kann, 1691 . (Dieser Kontrakt wird im 
Anhang in extenso wiedergegeben.) 
Die Signatur läßt vorerst trotz der belegten Datierung 
der Altaraufstellungen offen. ob es sich um Wolf Wei- 
ßenkirchner den Älteren (1 609 - 1677) oder den Jünge- 
ren handelte Theoretisch besteht zeitlich für beide die 
Möglichkeit der Autorschaft dieser Zeichnungen. Wolf 
1 Wolf Weißenkirchner d Jung. Entwurf für die Oue 
täre, vor 1584; 315 x 199 mm. Papier mit Wasser 
Feder in Schwarz, laviert und rötlich koloriert, Maßst 
Seite: 12 Salzlaurger wwerchschuechii : 1 Zoll, unr 
jiingte iwschuechri, in schwarzer Tusche. wAin des Sa 
rischen Werchschuechsii, "Veriüngier werchsz 
rechts unten: in schwarzerTusche: wWollWeissenc 
biltthauerii. Dorsum: Spuren von Siegellack. Coileg 
S.J.. Innsbruck, Nr. IX, 1 
2 W. Weißenkirchner d. J., Altarentwürte. vor 1684 
303 mm, Papier mit Wasserzeichen, Feder in Schw: 
ren einer Bleistiftvcrzeichnung. laviert und rosa und 
aquarelliert. Dorsum: in schwarzer Tusche: i-Idea al 
Bleistift: Rechnung. Collegsarchiv. S.J., Innsbruck, 
Anmerkungen 1 -6 
i Salzburger Barockmuseum. Katalog zur SonderausstellL 
IBildhauerZeiithnurigen des europäischen Barock-r, S. 1D. 
I Die Bearbeitung der Archivalien zur gesamten Kirche ge: 
Rahmen meiner riOCh In Arbeit belindlicnen Dissertation übe 
brucker Jesuiienkirche 
1 Feimayer. Johanna Die Altäre des 17 Jahrhunderts in 
Innsbruck 1967. s. 5a i H 
' Feimayer, J.. in. Dehne-Handbuch. Die Kunsidenkmaler Os 
Tirol. Wien 1980, S 44. Nach der lreundlichen Mitteilung 
Dr J. Feimayer stammt der Ouellenlund VOn Diüzesanarcri 
Winkler, welchem ich schließlich die Bekanntgabe des nur 
verötlentlichien Vertrages rnit B v. Opsial verdanke. Vgl, v 
Jesuitenklrche Im Allg. Krapl. Michael: Die BaumeisterGun 
München 1979. 
5 lriitiurh et progressus Collegii Societatis Jesu Oi 
1563- 1685. Ccllegsarctiiv S. i, lnnsbruck, p 559 
l weißerikirshner, Salzburger Maler- und BlldhaLIEH3lT1illS,11 
Walld Art, Bildhauer. geb. ieoe, gest 2S.B,1677,Vaterd 
Jurig,u,desHSnsAdem;schetrilin Laulenl Bayernansässig 
zu sein. Nimmt rasa e Permoser irr seine Werkstatt aut. 
Worfd. Jung. Bildhauer, geb. 1639, gest l703, Sohn und S! 
Alleren.Arbeilei1660inGrazinderWerkstattd.Joh.BapLFi- 
srbeiterrhom.Schwanthalers;amAntangseinerEntwicklur 
rische Abhängigkeit von Jak Geroid. Arbeiten v. a Im Salzbi 
AusiTheime-Becker, Kunstlerlexikon. Leipzig 1942. Bd XX)
	        

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