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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXX (1985 / Heft 201 und 202)

2 Mcndsee, Plarrkirche, Blick aus Richtung Orgelempore nacr 
Osten 
3 Mondsee, Flarrkirche, Mittelgruppe des Hochaltares 
Auszuges, in dessen Mitte, umgeben von Putten und 
(en. die Freifigur des Patrons der Stiftskirche, des 
lichael, steht. Auf den Gebälkskröpfen des Aufsat- 
sitzen Putti. die jeweils in der äußeren Hand einen 
wzweig, in der inneren einen Schild mit dem Wappen 
er Karls VI. beziehungsweise dem von dessen 
tahlin Elisabeth von Braunschweig-Wcltenbüttel- 
eburg tragen. Die Anbringung dieser Wappen er- 
:e wohl im Zusammenhang mit der Errichtung des 
gen Fieliquienschreines um den Tabernakel durch 
Bernhard Lidl im Jahre 1734f Den ursprünglichen 
land der Predellenzone muB ein bei Guby erwähn- 
damals aber iischon sehr schadhaftesti Votivbild 
aigt haben, welches früher im Pfarrhof von Mondsee 
iewahrt wurde, heute aber verschollen ist. 
on das Wappen Karls VI. erweist, daß Waldburgers 
k im Laufe der Zeit einigen vRestaurierungenu und 
inderungen unterworfen gewesen ist. An der Rück- 
e des Altares sind lediglich zwei kurze lnschrilten zu 
in: vRenoviert 187111 und wFlenovirt 177511, beide 
ll zeitgenössischen Ursprungs} Hatte Fludolph Hin- 
uber 1869 den Mondseer Hochaltar als "den ge- 
macklosesten von allen Altären der Stiftskirche? 
eichnet, so notierte Eduard von Sacken zehn Jahre 
ter: vDer Hochaltar ist in edlen Renaissanceformen 
geführt, alle Figuren tüchtig geschnitzt und bemalt; 
ter, 1775, wurden noch häßliche Figuren hinzuge- 
fügt. das Ganze 1871 renoviertß Abgesehen davon, 
daß von Sacken keine Quellefürdie nHinzufügung häßli- 
cher Figurenu angibt, nimmt Heinrich Decker, ebenfalls 
ohne Quellennachweis und ohne Angabe von Gründen, 
ndie Engel und Engelsköpfe im Aufsatz rund um die 
Gestalt des hl. Michaels Waldburgersw für Arbeiten der 
Werkstatt Meinrad Guggenbichlers in Anspruch und 
datiert sie mit 1685} Gewiß kann genaues über das tat- 
sächliche Alter dieser Figuren nur anläßlich einer 
gesamten Einrüstung und entsprechenden Untersu- 
chung des Altares ausgesagt werden. Jedenfalls ist die 
Befestigung der beiden Putten neben der Hl.-Geist- 
Taube mittels Drähten im obersten Teil des Mittelleldes 
nicht die originale. Vor allem jedoch kann keine Rede 
davon sein, daß, wie Wilfried Lipp noch 1981 festzustel- 
len glaubte, Waldburgers Mondseerwerk die nur npar- 
tiell übermalte Originalfassung-r" von 1626 trägt. Für 
Leute, die archivalischen Nachrichten mehr vertrauen 
als den eigenen Augen, sei überdie entstellende völlige 
Neufassung des gesamten Mondseer Hochaltares im 
Jahre 1937 aus den Akten des damaligen Landeskon- 
servators für Oberösterreich folgendes zitiert: wDie in 
Restaurierung befindlichen Statuen habe ich bei Faß- 
maler Firlei besichtigt. Hiebei konnte ich mich davon 
überzeugen, daß unter der Fassung, die vom Ende des 
vorigen Jahrhunderts stammt, nur bei einer Statue eine 
entweder barocke oder vielleicht sogar aus der Entste- 

	        

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