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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXX (1985 / Heft 201 und 202)

der Charakter der Arbeit von der 
Pflichtleistung des Knechtes zur 
selbstbestimmten Tat des freien 
Mannes, der das Risiko und den 
Lohn der Arbeit persönlich trägt 
und erntet. Gleichzeitig fast tritt 
ein Umschwung in der Haltung 
der Kirche gegenüber der Kunst 
ein; war sie bis dahin jedem 
Prunk und Glanz der Ausstattung 
des Gotteshauses abgekehrt, so 
erweckt der von den Kreuzzügen 
ausstrahlende roman- 
tische Zauber und die 
Belebung des Sinnes 
. für höhere Kultur den 
Ausstellung alter Goldschmiedearbeiten im k.k. ÖsterizMu- . 
seum, Schale. deutsch, XVJahrhunden, Ende (Kax.Nr.477) W unsch und damlt 
auch das Vermögen 
zu reichem Schmuck der Kirchen mit Geräten aller Art in Gold, 
Silber und edlen Steinen. Die fortschreitende Entwicklung der 
alten rheinischen Bischofssitze zu größeren städtischen Gemein- 
wesen und die staulische Städtepolitik gedieh dem heimischen 
Kunstgewerbe nach jeder Richtung zum Vorteil. I-Iofrecht und 
Gewerberecht beginnen sich auseinanderzusetzen. Die Wichtig- 
keit, welche der steigende I-Iandelsverkehr und die Erweiterung 
der Volkswirtschaft dem Münzwesen zukommen ließ, übte ihre 
Wirkung auch auf die Goldschmiede, die in vielen Orten wie 
Augsburg, Basel und Wien in enger Gemeinschaft oder doch in 
näherer Verbindung mit dem Münzwesen standen. Nur allmählich 
und vielfach erst nach langen Kämpfen löst sich, wie Hans Meyer 
und andere nachgewiesen haben, das Goldschmiedegewerbe 
aus den Fesseln der bischöflichen oder landesherrlichen 
Gewalt und- geht über zu einer auf sich selbst gestellten 
zünftlerischen Organisation, wie sie die anderen Gewerbe 
sich zumeist schon errungen hatten. Das geschieht an vielen 
Orten bereits im XIII. jahrhundert; dahin gehören, wie wir 
sahen, Wien, vor ihm schon Braunschweig, Cöln, Augsburg, 
nach ihm Breslau und Erfurt, im XIV. Jahrhundert Magde- 
burg und Straßburg. 
Im Mittelpunkt unseres Interesses steht Augsburg, 
dessen Goldschmiede zu allen Zeiten den größten Ruhm Gägsjääjzfaxüzfen 
geerntet und der Stadt zugeführt haben. Bereits 1276, zur im k.k.Ösrei-- 
Zeit der Aufstellung des Stadtbuchs, war Augsburg, wie "ichisch"'m"""m' 
_ _ _ __ LöEeLB slau,XVI. 
Dr. August Weiß in seinem hochst lesenswerten Buch jahrh. (lämNizög) 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

	        
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