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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXX (1985 / Heft 201 und 202)

atrons bewußt in den oberen Teil des Altars 
tw wurde, so wurde mitderzentralen Darstellung, 
2 bewußt und nicht aus Tradition. die Spätgotik 
und zwar mit einem ihrer beliebtesten Themen, 
er Marienkrönung. 
tleinen spätgotlschen Filialkirche zum hl. Martin 
gau bei Neumarktam Wallersee hatsich eine der 
ruppe des Mondseer Hochaltares sehr ähnliche 
erhalten. Es ist ein 108 cm breites und insgesamt 
1 hohes, gefaßtes Lindenholzrelief mit der Dar- 
g der Marienkronung, welches in dem 1913 
anenen zehnten Band der Österreichischen 
apographiealsvorzüglicheSalzburgerArbeitder 
1 1600 bezeichnet worden ist." Eine 1962 vor- 
mene Abnahme eines Öltarbenanstrichs des 
19. Jahrhunderts ergab, daß es sich um ein 
ändiges Werk Hans Waldburgers handeln muß" 
). 
unktderoben rundbogig geschlossenen Darstel- 
t die kniende, nach links aufwärts blickende 
na, die die Hände wie zum Gebet gefaltet hat. 
s diagonal schräg über der Madonna halten im 
Teil des Bildteldes Christus und Gottvater die 
über dieser schwebt die Taube des HI. Geistes. 
der Madonna sind zwei adorierende Engel ange- 
die in ihrer Haltung Sitzfiguren auf Segmentgie- 
beln entsprechen. Die handelnden Gestalten knien oder 
sitzen auf über die ganze Fläche verteilten Wolken; Put- 
tenkopfe und spielende Putten bevölkern die Szene. 
Ein formaler Vergleich dieses Reliefs mit der Mittel- 
gruppedes MondseerHochaltaresergibtnebenzahlrei- 
chen verschiedenen Einzelheiten ebenso zahlreiche 
gleiche. Die Madonna kniet in beiden Werken mit ihrem 
etwas zurückgenommenen Knie auf einerWolkenbank. 
ln Pfongau ist dieses Knien jedoch nur ein leichtes, 
undifferenzienes, schwebendes, whimmlischesu; die 
Zehen des rechten Fußes, der wie abgerutscht er- 
scheint, lugen unter einer großen Manteldraperie her- 
vor. In Mondsee ist der rechte Unterschenkel ganz in die 
Horizontale heraufgenommen, das Knien wird dadurch 
sicherer, körperhafter, uirdischerk. Die Oberkörper mit 
der Gestik der Hände sind spiegelbildlich gegeben. der 
Kopf der Mondseer ist gesenkt und der Blick der Augen 
aufwärts gerichtet, in Pfongau ist auch der Kopf etwas 
gehoben. Der Oberkörper Christi ist beide Male gleich 
ausgebildet. Während der Mondseer Christus frontal 
sitzt und den Oberkörper gedreht hat, sind bei der Pfon- 
gauer Figurdie Beine in die Relieffläche und damit in die 
Körperachse genommen. Gottvater thront, in beiden 
Fällen fast ganz gleich, frontal. den Kopf gesenkt, das 
linke Bein etwas hochgezogen; auch hier lugen die 
nackten Zehen unter dem Mantel hervor. Verblüffend 
ähnlich ist die Haltung der auf dem Weltkugelsze 
ruhenden linken Hand Gottvaters: Daumen und Zr 
finger umgeben das Kreuz des Szepters, der dritte 
der vierte Finger sind zusammengenommen, wäh 
sich der zweite beziehungsweise der fünfte von dit 
abspreizen. Gänzlich verändert gegenüber Pfonga 
in Mondsee der untere Bereich der Komposition. 
knienden Engel sind durch die Standfiguren de 
Mondsee besonders verehrten Heiligen ersetzt, dl 
die des Gründers des Ordens (Benedikt) und die 
Wiedererneuerers des Mondseer Klosters im 10. J 
hundert (Wolfgang). 
1626 stand Hans Waldburger auf der Hohe se 
Ruhmes" und war mit Aufträgen überhäuft." E: 
selbstverständlich. daß er alle diese Arbeiten r 
allein bewältigen konnte. Wir kennen drei hervc 
gende Bildhauer. die während der Arbeit am Mond: 
Hochaltar in Waldburgers Werkstatt als seine Gese 
tätig waren: Den damals 22 Jahre alten Ferdinand l 
mann,der nach dem Todewaldburgersdie Augsbu 
Werkstatt seines Onkels Christoph (ll) Murmann ü 
nahm und dort am 20. Oktober 1675 verstarb"; 
damals 23 Jahre alten Hans Pernegger (wden jüi 
remr), der dann Waldburgsrs Werkstatt in Salzt 
weiterführte". und den damals 24 Jahre alten Ja 
Gerold, dessen Vormund Hans Waldburger ab 1
	        

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