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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXX (1985 / Heft 201 und 202)

in konnte. mußten die Architekten für eine weitere 
ügige und überraschende Schenkung Platz fin- 
shandelte sich dabei um die Rekonstruktion eines 
sischen Hofes der Ming Dynastie. den Brooke 
1981 dem Museumschenkte(Abb. 7). lhreSpende 
.9 Millionen Dollar ermöglichte dieses sowohl 
ische wie diplomatisch bedeutende Projekt. Die- 
achbau des Hofes eines Gelehrten aus dem Gar- 
lS Meisters der Fischernetze aus Soochow stellt 
nur eine Bereicherung der Abteilung Ostasiati- 
Kunst dar, sondern auch den ersten bleibenden 
austausch zwischen den USA und derVplksrepu- 
tinafs Überraschungen dieser Art. von denen es 
ire in der vierzehnjährigen Umgestaltungspe- 
tes Metropolitan Museum gab, notigten die Archi- 
l, flexibel zu bleiben, ohne ihr vereinigendes 
ntkonzept aufzugeben." 
) ein halbes Jahr nach der Eröffnung des vAstor- 
r konnte als letzter Teil der großen Anbauten das 
tnt zum Tempel-von-Dendur-Flügel. der Michael- 
zkeleller-Flügel. eröffnet werden. Wie der nördli- 
lügel besteht auch dieser Flügel aus Glas und 
Ähnlich wie schon im Falle des nördlichen Flü- 
mußten auch hier die Architekten von ihrem 
lnglichen Plan abgehen. Der Michael-O-Flocke- 
Flügel solltederprimitiven Kunst Afrikas, der Pazi- 
n Inseln und der präkolumbianischen. indiani- 
amerikanischen Kunst gewidmet sein. Die 1500 
le - Skulpturen aus Stein, Holz und Terrakotta. 
2 aus Gold, Silber und Edelsteinen sowie Textilien 
lten auf zwei Stockwerke verteilt werden. Die 
Etage sollte ursprünglich balkonartig angelegt 
n. so daß der Besucher die unten aufgestellten 
lastiken auch von dort aus hätte betrachten kön- 
tls noch vor Vollendung des Flügels die Andre- 
-Schenkung an das Metropolitan Museum kam. 
beschlossen. sie im oberen Stockwerk des 
Südtlügels unterzubringen. Die Architekten 
sahen sich deshalb wiederum veranlaßt umzuplanen. 
Nelson Rockefeller. der die Sammlung primitiver Kunst 
im Namen seines verstorbenen Sohnes dem Metropoli- 
tan Museum vermacht hatte, wollte. daß niemand auf 
seine Schenkung herabsehen sollte. Der balkonartige 
obere Stock wurde deshalb in eine geschlossene Etage 
umgeplant. Am Anfang wie am Ende der Längsseite 
zum Park blieben von dem ursprünglichen Konzept 
noch zwei kleine emporenartige Öffnungen erhalten, 
die den Blick hinunter und vor allem hinaus gestatten. 
Zwei sehr verschiedene Sammlungen befinden sich 
also heute übereinander: die nach geographischer Her- 
kunft geordneten Werke der primitiven Volksstämme in 
sehr hohen, dunklen Räumen des Untergeschosses, in 
denen die einzelnen Objekte dramatisch angestrahlt 
sind und wie aus mythischem Dunkel auftauchen, dar- 
über in von gefiltertem Tageslicht erhellten Sälen 
Hauptwerke der europäischen Malerei des neunzehn- 
ten Jahrhunderts (Abb. 8). 
Eine weitere Vergrößerung des südwestlichen Flügels, 
durch die die symmetrische Anlage der Westfassade 
des Metropolitan Museum vollendet werden soll. ist 
noch in der Planung. Hier sollte mit einer Spende von 4D 
Millionen Dollar von Walter Annenberg ein technisch 
bestausgerüstetes "Communication Centeru der Film- 
und Televisionskunst eingerichtet werden. Dieses Pro- 
jekt scheiterte bislang jedoch an den Vorwürfen, das 
Metropolitan Museum werde durch solche Fliesenspen- 
den eines Industriellen nverkommerzialisiertrr," 
Noch ist der Gesamtplan. wie ihn Roche und Dinkeloo 
vorgelegt haben, nicht voll durchgeführt. das wneuerr 
Metropolitan Museum seinervollendung jedoch schon 
recht nahe. Aus dem architektonisch unübersichtli- 
chen, in über hundert Jahren nwillkürlichw gewachse- 
nen Bau ist heute ein Museum geworden. wie es schon 
1874. also zu Beginn seiner Existenz. von dem Verwal- 
tungsrat des Museums erträumt worden war: nEin 
Kunstmuseum. untergebracht in geräumigen. stattli- 
chen Gebäuden. Sammlungen bestehend aus Wr 
der größten Künstler unserer Welt, etwas woraufi 
Land stolz sein kannß" 
Für die in den letzten Jahren so dringend geworc 
Anbauten befand sich das Metropolitan Museum l 
für New York ganz unerhörten Glückslage. über 
stiges Bauland zu verfügen. Die gesamte neu bei 
Fläche reicht nicht über das Terrain hinaus. das 
dem Museum von der Parks Commission verpa 
wurde? Fredrick Law Olmsted, der Schöpfer des 
tral Park, in dem das Metropolitan Museum liegt 
einer der nTrusteesr des Museums. und seiner L 
stützung ist es zu verdanken. daß das Museum ein 
vorteilhaften Platz im Central Park zugestanden be 
Es ist das einzige Gebäude, das das Privileg hat. i 
grünen Lunge der Millionenstadtzu liegen. Die Lag 
Metropolitan Museum im Park und sein Verhältr 
ihm warvon Anfang an ein wichtiger Gesichtspun 
die Erbauer und Erweiterer des Museums. Zwar la 
Haupteingang und somit der Hauptakzent sei 
Errichtung der "Great Halle 1885 zur Fifth Avenut 
doch blieb die ldee eines zweiten Haupteinganges 
Park herbis zu demjüngsten Plan von Roche und D 
loo bestehen. 
Ein solcher zweiter Haupteingang ist aus praktis 
Gründen nichtvervvirklichtworden, aberdie Gesta 
der Westlassade. die in den Park hineinreicht. w: 
Hauptproblem des Gesamtplans. Die Westfassat 
aufdiegesamte Länge,vom Tempel-von-Dendur-F 
über den Flügel für Amerikanische Kunst und 
vLehman-Pavillonu bis zum Michael-Q-Ftocket 
Flügel erneuert worden. Ein ganz neuer Eindruck 
Metropolitan Museum ist dadurch entstanden. 
Glaskonstruklion der neuen Anbauten läßt nicht n 
Falle des vCharles-Engelhard-Courta den Eindrucl 
in das Museum reichenden Parks entstehen, son 
bei aller Geschlossenheit und Schlichtheit der F01 
wirken diese Glasbaulen mit ih ren abgeschrägten l
	        

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