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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXX (1985 / Heft 201 und 202)

lueiles KunstgeschehenIÖsterreich 
1a war eine Ausstellung mit zehn jüngsten Arbeiten des 
mrger Künstlers Andreas Herok zu sehen, der damit 
tals an die Öffentlichkeit trat. 1962 geboren. definiert er 
selbst als nexpressiven Romantikerx, meint freilich nicht 
rückwärtsgewandte, ewigkeitsschwangere Pseudoro- 
ik. die ihre Utopien im goldenen Zeitalter sucht, sondern 
Romantik der Modernlt Ausdruckssuche in weithin aus- 
rsloserZeiLdoch in leidenschaftlicherOffenheitlürallihre 
ücke. Bewußt lenkt Herok die Wucht des Ausdrucks dabei 
l kontrollierten Bahnen der Gegenständlichkeit: sein und 
Betrachters Blick treffen sich brennpunktartig am Körper 
"auenkörper. in Posen. sitzend, hockend. kauernd; monu- 
al und frontal, dem Zuschauer zugewandt und ihm seine 
lngnahme abzwingend. Auf eine erste Begegnung mit 
litt derStadtSalzburg darf man gespannt sein. (7. - 13. 7. 
)-(10. wFrauenkörper-r von Andreas Herok in derAusslel- 
nKraftfeldtt) 
burg l Künstlerhaus - Hermann Ober 
fünfundseohzigsten Geburtstag des Malers war im Künst- 
us 7 wo er auch seit 1961 sein Atelier hat - eine Werk- 
u von Hermann Ober zu sehen. Sie zeigt Arbeiten von 1950 
eute. Nicht um eine Bestandsaufnahme eines xWEQSSc 
elt es sich. jedem Werk, dessen Entstehung weit zurück- 
eine bloß Verweischarakter tragende Bedeutung zubilli- 
, die es zum Dokument einer nEntwicklungu reduziert; viel- 
bffenbart jedes der vielen Ölbilder eine Kraft und Eigen- 
tigkeit, die esauch außerhaibseiner Schwestern undunab- 
ig vom Wissen um Familienähnlichkeiten ulesbaru 
ten. immer geht Hermann Ober aus von elementaren 
rfahrungen - Berg, Himmel, Körper. Doch sind sie ihm 
aß für virtuose Formen. die Eigenleben gewinnen, so auch 
ahinterstehende persönliche Erfahrung vermitteln undden 
hauer in ein Gespräch zu ziehen vermögen. (4. - 30.6. 
)- (11. iFigurenv) 
burg I Ftomanischer Keller in der Hypo-Bank - 
man von Huene 
Kiangskulpturem-Kunst.diedietechnisierteWelt.inder 
ntsteht. weder verleugnen kann noch will - bietet der 
anische Keller in der Hypo-Bank ein höchst interessantes, 
scharfe Kontraste setzendes Ambiente. Doch wie Stephan 
Huenes Objekte Verbindungswege zwischen visuellen. 
lischen und körperlichen Wahrnehmungen schaffen sol- 
to findet man an ihnen in dieser Umgebung die Zeitüber- 
(t: eine andere Verbindung. die zwischen Sinnen und 
lchtnis. eine Verbindung, die zu schaffen auch zum Wesen 
lusik gehört. Denn ausgelöst von ihrer Umgebung enthal- 
liese vier Objekte ebenfalls, und zwar im wahrsten Sinne 
lVortes, eine Verbindung zur Musik: der Titel i-Die Zauber- 
r ist keine leere Anbiederung an den sommerlichen Fest- 
betrieb, er benennt das Programm, das hier verwirklicht 
e. Auf welche Weise er sich auf Schikaneders Libretto 
thl. wirdvom Künstler in einem Beihefterläutert, das zu die- 
nregenden Ausstellung erfreulicherweise auflag. (12. bis 
. 1985) - (12. St. v. Huene vor einem Objekt) 
Simon Wagner 
 
arlberg 
ienz l Künstlerhaus Palais Thurn und Taxis - 
er und Römer 
Stich des 2000-Jahr-Jubiläums von Bregenz wurde diese 
e und einmalig zusammenfassende Ausstellung organi- 
15v.Chr.wurdeunterTiberiusBrigantinumamBodensee- 
gegründet. Damit ist eine solche Rückschau durchaus 
indet und wird, wegen der Reichhaltigkeit und Vielfalt der 
igten Objekte. die weit über die lokale Geschichte hinaus- 
an. sicher auch viele Interessenten finden. Antike Stücke 
n denGrundstock. römische Wandmalereien, Reliefs. Sta- 
Bronzen. Münzen und Gebrauchsgegenstände. Leihga- 
zus den bekanntesten Museen der Welt. Aber auch Dar- 
mgen der römischen Geschichte und Mythologie vom 
lalter bis ln die Moderne (hier reicht der Bogen der Darstel- 
lfl von der Graphik, dem Gemälde. der Skulptur, der Tapis- 
biszumKunstgewerbe)werdengezeigt.VonMantegnabis 
ssinddieWerkesehrvielerMeisterallerGenerationenver- 
n. so daß ein hochinteressanter kulturhistorischer Über- 
geboten wird. Deutlich sieht man, wie die einzelnen Epo- 
die römische Welt und die römischen Gdtter gesehen 
n. Die wissenschaftlichen Mitarbeiter kommen aus den 
en und wichtigsten Museen. Es ist eine Schau, die. um sie 
g ausschöpfen zu können, öfters besucht werden sollte. 
i. - 29. 9. 1985) - (13. Giorgio de Ohirico. Piazza d'Italia. 
. Privatsammlung) 
IlS I Galerie Haemmerle - Helmut Schnetzer und 
iert Mueiier 
934 geborene Schnetzer ist ein sehr leinfühilger Kerami- 
ler fern aller modischen Experimente bei seinen Gefäßen 
und ansprechende Formen erzielt. Allein die Maße und die 
an der werkgerechten Werdu ng sprechen für die Qualität. 
ler meint. durch bewußten Verzicht auf oberflächliche 
te zur größtmöglichen Einfachheit zu gelangen, um damit 
ssende Komplexität darstellen zu können. (l1. 5. - 9. G. 
l 
Malerei und Graphik der Schüler der Hochschule für 
Gestaltung, Linz 
Eswarsicherein WagnisundeineGenugtuung zugleich,daßes 
diese Privatgalerie riskierte. noch unbekannten Schülern ihre 
Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen und ihnen somit den 
Schritt in die Öffentlichkeitzu erleichtern. Daß sich dieses Wag- 
nis geiohnt hat. wird wohl nicht zuletzt auch dem Leiter der Mei- 
sterkiasse für Malerei und Graphik, Eric Ess. zu danken sein. 
(29. 6. - 4.8. 1985) - (14. xWaldn - Zeichnung der Meister- 
klasse) 
Dornbirn I Kaplanhaus - llse Konrad 
Die 1940 geborene Künstlerin ist zwar in Wien zur Welt gekom- 
men, übersiedelte aber schon mit 1OJahren nach Bregenz, wo 
sie zur Schuleging. ihrStudium absolvierte sie in Paris. Zahlrei- 
che Ausstellungen in Vorarlberg machten sie in ihrem Land 
bekannt. Hier zeigte sie Aquarelle, Gouachen und Zeichnun- 
gen. Der Malerin gelingt es allein mit einigen wenigen Farb- 
fiecken. verschieden getönten Flächen, einzelnen Absetzun- 
gen und Aussparungen Tiefe und Atmosphäre zu schaffen. Es 
ist auch das Flimmern und Fließen der im Sonnenglast brüten- 
den Städte des Orients. das der Arbeitsweise dieser wirklich 
exzellenten Aouarellistin entgegenkommi. (S. - 19. 5. 1985)- 
(15. Sadah-Jemen, Aquarell) 
Tirol 
innsbruckI Landesmuseum Ferdinandeum - Neuer- 
Öffnung der Schausammiungen 
Die chronologische Abfolge und die Darstellung von regionalen 
Kunstkreisen stehen im Vordergrunddes Programms. im ersten 
Geschoß sind der Altar von Schloß Tirol und die Madonna von 
Pfons besonders zu erwähnen, im zweiten Geschoß ist Barock 
und das 19. Jahrhundert dokumentiert. Mit den Werken von 
Aibin Egger-Lienz beginnt die Darstellung der Kunst des 
20. Jahrhunderts, In deren Mittelpunkt die Aspekte neuen Sach- 
lichkeit stehen. 
Die Moderne Galerie vermittelt im ersten Teil Werke von 
Schiele, Kokoschka, Wacker. Kolig, Faistauer und Wotruba. im 
zweiten Teil wird die österreichische Kunstszene mit jener 
Tirols vereint. Gerade in der Präsentation des 20. Jahrhunderts 
wurde dem Wunsch Rechnung getragen. wieder die große 
Breite des Bestandes vorzulegen. Eröffnung Juni 1985. 
Kärnten 
Klagenfurt I Kärntner Landesgaierie - Moderne spani- 
sche Malerei 
Werke von 14 Künstlern gaben Einblick in die klassische 
Moderne und das Gegenwartsschaffen des Landes. Erfreulich, 
daß auch solch wesentliche Vertreter wie Mirö, Dali und Tapies 
zu sehen waren. (20. 3. - 28, 4. 1985) 
Fteintried Wagner 
Seit seiner ersten Ausstellung 1971 hat Wagner immer wieder 
für Überraschungen gesorgt. diesmal zeigteer acht großforma- 
tige Bilder der im vergangenen Jahr entstandenen nSt-Necn- 
Serien, deren vollständiger Titel nVerzückt erkannte St. Neon 
Jana und Nanaw lautete. Durch das Malen mit dem ganzen Kör- 
per ergibt sich eine zeitgenössische Form der Selbstdarstel- 
lung. behaupten die Veranstalter. (22. 5. - 23. 6. 1985) 
Die Ftyu-Gruppe aus Japan 
Es handelt sich hier um junge Künstler auf der Suche nach 
neuen Formen. Sie gehören einer Kunstgruppe der industrie- 
stadtSakaidaan undhabensicheineErneuerungderzeitgenös- 
sischen japanischen Kunst zum Ziel gesteckt. Auch die Kunst 
des lkebana wurde demonstriert, (22, 5, - 23. 6. 1985) 
Viiiach IGalerie an der Stadtmauer - Christine de Pauli 
Die gezeigten Gouachen haben ausschließlich den Menschen 
als gepeinigten, geschundenen und gequälten zum Inhalt. 
Diese Figuren sind gesichtslose reine Schemen in einer ver- 
gasten Um- oder Unweit, die ihren Schmerz gestisch dem Be- 
schauer entgegenschreien. Eine bildgewordene Mahnung vor 
einer schrecklichen Zukunft. (14. 5, - 5. S. 1985) 
Moderne Graphik in Bosnien und Herzegowina 
Diese in Zusammenarbeit mit der Österreichisch-Jugosla- 
wischen Gesellschaft zustandegekommene Ausstellung setzt 
die schon seit längerer Zeit gepflogene Austauscharbeit der 
Galerie erfolgreich fort. Die Zusammenstellung besorgte 
die Kunstgalerle von Bosnien und Herzegowina in Sarajevo. 
18 Künstler präsentierten Arbeiten von hohem technischen 
Standard. Auch wurde ersichtlich, daß selbst die letzten Stil- 
aspekte der europäischen Kunstszene hier verfolgtwerden und 
ihren Niederschlag finden, ( 11. - 22.6. 1985) 
Oberösterreich 
Linz I Neue Galerie - Rolf lseli 
Die großen Malereien und graphischen Arbeiten. die seit 1971 
von dem 1934 geborenen Berner geschaffen wurden. konnten 
in Zusammenarbeit mit dem Sprengel-Museum Hannover und 
dem Wilheim-Hack-Museum Ludwigshafen gezeigt werden. Sie 
vermittelten einen umfassenden Einblick in ein Oeuvre, das 
innerhalb der europäischen Kunstszene einen eigenwilligen 
Rang einnimmt. (18. 4. r 25. 5. 1985) 
Kunst nach '45 aus dem Ulmer Museum 
Die ausgewählten Gemälde und Objekte stammen aus de 
tung Kurt Fried, Sie gaben dem Besucher einen kleine 
druck von wesentlichen Entwicklungsiaufen der bild: 
Kunst nach 1945. Schwerpunkte bilden die Zero-Bewe 
lnformel und abstrakter Expressionismus. konstruktive 
und amerikanische Pop-Art. Die Namen der Prominente 
chen von Arman. Antes. Bill. Ohristo. Fontana. Francis. lnr 
Kelly. Klein. Lichtenstein. Mathieu, Prachensky. Rainer 
lock, Piene, Rauschenberg bis Tapies und Warhol. (4. 
27. 7, 1985) 
Weis I Galerie der Stadt Weis - Wilhelm Traunw 
DerAutodidaktwurde1916in Michelbeuern geboren undi 
langem als Rechtsanwalt in Salzburg tätig. Seine Arbeit 
zeigte hauptsächlich Landschafts- und Stadtbilder, sii 
Anton Faistauers Vorbild orientiert und verraten viel Sil 
Bildaufbau, was sich besonders in der Graphik beme 
mach1.(13.6. - 7.7.1985) 
Niederösterreich 
Pöchlarn I Oskar-Kokoschka-Dokumentation - i 
stlftakte 
in der alljährlichen Sommerausstellung dieser Institution 
denheuer28Aktzeichnungen,diederMeisterausschließ 
den Jahren 1946 bis 1953 schuf, gezeigt. Die 1946 in Lr 
entstandenenweiblichenAktesind bishersogutwieunbe 
geblieben und konnten nun zum ersten Mal in Österreil: 
sehen werden. Es handelt sich um frei ausschwingende, 
kräftlgakzentuierte Blätter mit einer Bekannten ausdem F 
deskreis als Modell. Jene von 1953 entstanden in Salzbt 
Rahmen der l-Schule des Sehensw. Dargestellt sind steh 
vcrnübergebeugte. sitzende oder zurückgeneigte Beru 
delle. Oft sind nur Ausschnitte festgehalten. oft werden i 
Perspektiven mitwenigen Strichen zu einem für den Besc 
zu ergänzenden Ganzen vereint. Es ist imponierend, micl 
chem Elan der nicht mehr junge Kokoschka diesen Fz 
BewegungundLebengibLEinausgezeichnetergroßform 
Katalog bringt alle ausgestellten Blätter in Farbwiederg 
(5. 6. - 15. 9. 1985) - (16. Aktzeichnung, sign. wC 
Salzburgx) 
St. Pollen I NÖ. Dokumentationszentrum für moc 
Kunst - Hubert Aratym 
Der 1936m Gutenstein, NÖ..geborene Ktlnstlerhatgemei 
mit der Dichterin Friederike Mayröcker ein Euch mit dem 
ganz neuen Titel iwConfigurationena (siehe die Jahrbüchr 
1965 - 1972) gestaltet. Aratyms Arbeiten, zum größten Tl 
den Philippinen entstanden. wollen seine Suche nach D: 
lung der menschlichen Figur in ihren inneren Gegebenh 
die Not, Verdammung und Sehnsucht zu Bilde bringen. Wi 
das mit seinen von ihm in immer neuen Variationen pUppE 
gesichtslosen Figurinen möglich ist. bleibt freilich eine F 
(l 5. 6. - 7. 7. 1985) - (17. Bild aus der Ausstellung) 
Ernst Hölfinger 
Der heute 75jährige Maler, lange Zeit im Vorstand der be 
ten Ktinstlervereinigung nDST Kreisu tätig. wurde schon 
von Otto Benasch, dem damaligen Dlrektorder "Albertine 
Teilnahme an der Blennale in Säo Pauio eingeladen. Stl 
bescheiden wie er ist, wurde er von lauteren und mit der 
strömungen schwimmenden Kollegen ins Abseits gedl 
Doch was Qualität. saubere Gestaltung und durchda 
Inhalt eines Bildes betrifft. wird gerade in dieser Aussti 
sehr deutlich. Die feinen Abstufungen, Lichter. verhal 
Farbakkorde beweisen den Könner. Wichtigste Requisite 
ner von Symbolik geprägten Malerei sind die Eisenbahn u: 
Uhr. Bewegung und Zeit und alles was mit diesen zusarr 
hängt. Ein philosophisches Bekenntnis spricht aus diese 
dern. (13. 7. - 4. 8. 1985)? (18. Lokomotiven llllAussz 
1974. Eitempera und Öl) 
Buchberg I Schioß - Exakte Tendenzen 
Zur heurigen Sommerausstellung wurden wieder Raum. 
ten von verschiedenen Künstlern gezeigt. Hartmut Böhm, 
führte eine sogenannte i-Quadratteilungu durch. Der Öst 
cher Hellmut Bruch schuf eine i-Krelsbogendiagonalei, 
Modell des Amerikaners Beverly Piersol ist vor allem auf 
und Schattenwirkungen aufgebaut. lnge Dick setzt sparsz 
Fotoinslallationen. Eva Bortnyik und Csaba Tubak haber 
ein Licht-Raum-Objekt für den Bergfried in Buchberg a 
dacht. dessen Realisierung aber sicher inweiter Ferne lleg 
im ersten Jahr von Dora Maurer(Ungarn)geschaffene Ver 
dung eines Raumes wurde aber nicht mehr erreicht. (22. 
4. B. 1985) Alois
	        

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