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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXIX (1984 / Heft 195)

kar Kokoschka, iiPorträt einer Unbekanntem. 1908. Wien, 
lseum moderner Kunst 
on Schiele. i-Portrat Eduard Kosmack- (großer mittlerer 
sschnitt). 1910. 0lILeinwand, 10074 lOO cm. Wien. 
lseum moderner Kunst - Leihgabe der Österreichischen 
lerie, Wien 
lxOppenheimer. ivPcrträt Franz Bleiqgroßer mittlerer Aus- 
lnitt), 1910111. ÖllLeinwand. Wien, Museum moderner 
nst 
doll Schwarzkogler. r-Aktion mit eigenem Körpern. 1966. 
hwarzweißlotos, 39x39 cm. Wien. Museum moderner 
nst 
irkungen 1 - 4 
n nach Werner Holmann, Vorwort im Ausstellungskatalog Experi- 
tWeltuntergang. Wien um 1900. Hamburger Kunsthalle, 1981, S. 7. 
S 7 
e William M. Johnslorl, Österreichische Kultur- und Geislesqee 
chle. Gesellschatt und Ideen im Donauraum 11340 bis 193a, Wien. 
i, Graz. 197a. s. 127 rr. 
n nach Fritz Wolruba: Figur als Widerstand. hrsg von Otto Breichs, 
burg 1977, s. 2a. 
Damit ist das Spannungsfeld des Nordismo geradezu 
vorbildlich beschrieben. 
So wundert es nicht.daßdie Gesellschaft undihre Ideen 
im Donauraum die Faszination des Todes in unserem 
Jahrhundert immer wieder betont haben. Der Tod war 
ihr ein Bollwerk gegen Veränderungen, war Symbol der 
Flüchtigkeit. aber auch letzte Zuflucht. wie es die lange 
Reihe der Selbstmorde österreichischer Intellektueller 
aufweist. Es ist aberauch dieGesellschaft. inderGesel- 
ligkeit und Sexus unter dem Einfluß des Ästhetizismus 
zusammenprallten, in derSigmurld Freud seine Thesen 
erarbeitet hat." 
Die Bindungen der k. u. k. Monarchie greifen immer 
noch. 1970 erinnert sich Fritz Wotruba, wie er als Bub 
im Jahre 1920 in einem Franziskanerklosfer in Triest 
ein Bild mit der Darstellung des Motivs Judlth und Holo- 
fernes gesehen hat. Wahrscheinlich war es ein manie- 
ristisches. oberitalienisches Bild. das Wotruba als 
prickelnde. politische Aussage. analog zu den Ausein- 
andersetzungen der damaligen Zeit, verstanden hat. 
wFlJrmlch wares eine Offenbarung. Körperlich, hart und 
grausam ohne jede Romantik. kalt architektonisch und 
durch das Motiv bei aller Kalte von einer eigentümlich 
besessenen Erotik. Hierwurden bestimmte Kräfte und 
Gewalten in mir aufgerührt und geweckt. die von da an 
für immer meine Begleiter bleiben solltenß 
Der Nordismo schließt den Schmerz mit ein, die Vision. 
die gemalten wBlickeix (Schonberg). den Drang zum 
Erlebnis, die Schrecken und das Unheil. den Versuch, 
die Welt durch Empfindungen zu kontrollieren. die 
Wahrheit. die immer wieder neue Wahrheit, existentiell 
zu suchen. 
Am 12. Dezember 1904 schreibt Arnold Schönberg an 
Gustav Mahler nach dem Besuch eines Mahler- 
Konzertes, das ihn vom Gegner zum Bewunderer kon- 
vertieren ließ: wich fühlte das Kämpfen um die Illusio- 
nen; ich empfand den Schmerz des Desillusionierten, 
ich sah böseund gute Kräfte miteinander ringen. ich sah 
einen Menschen in qualvoller Bewegtheit nach innerer
	        

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