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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXIV (1979 / Heft 165)

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tartisch. Über dem T schwebt aus blauen Wolken 
die goldene Hand Gottes. Schon in San Vitale von 
Ravenna (und in Sant' Apollinare ebendort) sind 
die alttestamentarischen Opferhandlungen in di- 
rekle Beziehung zum christlichen Altar gestellt. 
Suchen wir in ottonischer Zeit nach vergleichba- 
ren Darstellungen, werden wir wieder in den glei- 
chen Kreis der Fuldaer Handschriften zurückge- 
führt, der uns schon für den Stil der Evangelisten 
einen Vergleich brachte. Nur in Fuldaer Sakra- 
mentaren wird vor dem Meßkanon ein Blatt mit 
den Oplerszenen gestellt, wie Abb. 28. zeigt". 
Die Wurzel dieser Gegenüberstellung bildet, wie 
wiederum Elbern gezeigt hat, der Teil iisupra 
quaeri des Meßkanonslß: nSupfa quae propitio ac 
sereno vulto respicere digneris: et accepta habe- 
re, sicuti aceepta habere dignatus es munera pue- 
ri tui justi Abel, et sacrificium Patriarchae nostri 
Abrahae: et quod tibi obtulit summus sacerdos tu- 
us Melchisdech, sanctum sacrificium, immacula- 
tam hostiamni Darauf folgt im Meßkanon die Bitte 
an Gott um die Annahme des Opfers iisupplices te 
rogamusii. Dieser Text, der genauso im Meßkanon 
des 11. Jahrhunderts steht, begründet die Darstel- 
lung der Teigitur-lnitiale im Drogo-Sakramentar 
ebenso wie die Bilder von Abel und Melchisedek 
 
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unter der Gotteshand an unserem Kelch. Christus 
ist bildlich nicht dargestellt, sondern im Wein des 
Kelches und in der Hostie anwesend19. 
So erkennen wir im Kleinen einen sinnvollen Auf- 
bau von unten nach oben, vergleichbar dem der 
großen Kompositionen der Apsisbilder, auf die 
auch Elbern hinweist: Unten am Fuß die Zeugen, 
die schreibenden Evangelisten. Seitlich an den 
Henkeln die alttesiamentarischen Vorbilder des 
Opfers Melchisedek und Abel. Oben auf der Pate 
ne die Hand Gottes, die das Opfer annimmt. im 
Kelch und auf der Patene als Hostie Christus, das 
Opfer. 
Über die Zweckbestimmung der verschiedenen Ar- 
ten von Kelchen herrscht keine absolute Klarheit. 
Es ist nur natürlich, daß sie, je nachdem wie viele 
Kelche vorhanden waren, sehr verschieden gewe- 
sen sein muß. Die Entdeckung von Santangelo, 
daß der Kelch von Cividale im Spätmittelalter am 
Karfreitag zur Bewahrung der Hostie im Heiligen 
Grab gedient hat, ist gewiß interessant, aber sagt 
wenig über seine ursprüngliche Verwendung. 
Nicht alle Henkelkelche, besonders nicht die klei- 
nen, sind Spendekelche gewesenzß. 
Über die Geschichte des Kelches ist nichts be- 
kannt. Die Verbindungen der ottonischen Herr- 
16 Elfenbeinbuchdeckel von Essen, Ausschnitt, 11. 
hundert. Aus dem Evangeliar der Abtissin Theo] 
von Essen 
1B Elfenbeintalel, 10. Jahrhundert. Wien, Kunstl 
sches Museum 
19 Sakramenlar von Göttingen. Ende 10. Jahrh 
(s. Lit. Anm. ldlSchnitzler) 
20 Drogo-Sakrarnenlar. um 850. Paris. Bibliotheqi 
lionale (nach F. MütherichlJ. Gaehde, Karolini 
Buchmalerei, München 1976) 
1B 
 
scher zu Friaul waren jedoch sehr eng, da c 
Land bei der Bekämpfung der Ungarn eine v 
ge Flolle spielte. So ist es nur eine ansprecl 
Vermutung, daß der Kelch als Dankesgesche 
nes ottonischen Herrschers oder Würdentr 
schon bald nach seiner Entstehung nach Aq 
oder nach Cividale kam. 
im Laufe der Untersuchung hat sich gezeig 
der kleine Henkelkelch von Cividale ein bedc 
des Werk ottonischer Goldschmiedekunst isi 
schen dem Gauzelinkelch von Nancy (vor 961 
den großen Kelchen der zweiten Hälfte 
12. Jahrhunderts ist er der einzige erhalten 
heitlich gestaltete Henkelkelch mit Patent 
der Zeit um 1000. 
Anmerkungen 18'213 
i! Victor H. Elbern. Über die Illustration des Meßkarions in 
Mittelalter, Miscellanea pro arte. Festschrift seririirzler, Du 
1955. so. Vgl. auch die Literatur von Anm 12 
lt Dagoben Frey. kunstwisaenscriamicria Grundfragen. wir 
11b. 
i" Zur Zweckbesllrnrrlurlg der verschiedenen Kelche be 
Braun lAnrri. 4) s. 191 und die gulelusammenfassungim 
von Cambridge. Mass (Anm A)
	        

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