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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXIV (1979 / Heft 165)

 
tung teilen sich die Linzer Hochschule für künstle- 
rische und industrielle Gestaltung mit der nun- 
mehr in einem neuen, modernst adaptierten Domi- 
zil untergebrachten Neuen Galerie Wolfgang- 
Gurliit-Museum. 
Während iiForum Metall-i künftig langsam, aber 
stetig weiterwachsen wird - die Organisatoren 
denken an ein bis zwei neue Großplastiken pro 
Jahr, die im städtischen Freiraum Aufstellung fin- 
den sollen - entwickelt die junge Gestaltungs- 
hochschule bereits ein Konzept für ein dem Indu- 
strial Design gewidmetes iiForum Designii 1980 
und ein im Zeichen der künstlerischen und indu- 
striellen Textilgestaltung stehendes iiForum Tex- 
tilii1981.ln beiden Fällen wird es sich um struktu- 
rell ähnlich gelagerte, erfahrungsgemäß aus dem 
iiForum Metallr- entwickelte universelle Veranstal- 
tungstypen handeln. 
17 Erwin Fleiter, iiStrörnungti. Chromnickel, Höhe 7 rn, 
Beispiel einer abstrakten Plastik, die kraftvoll und in einer dem 
i-ieute angemessenen barocken Manier elementare Kiatte ver- 
anschaulicht. ihr Titel iistromungit ist in diesem Sinn als i-iin- 
weis aut die Eigenschatten des elektrischen Stromes zu versie- 
hen, wobei ireliich diese Bezeichnung nicht alizu eng, sondern 
eher in einem aushdlenden, auch auf andere Phanoniene und 
Verhaltensweisen des Menschen übertragbaren sinn attlge- 
iaßl werden sollte. 
David Rabinowilsch, iiEllipse in 10 Teiienir. Stahl, 
13.2 x 2,8 X 0.125 m. 
Zerlegung eines bestimmten Ganzen in eine bestimmte Anzahl 
von moglichen Teilen Dieser ProzeB last den Vergleich mit ei- 
ner abstrakten Komposition innerhalb der zeichnung und der 
Malerei zu Die Form der Ellipse und die Große ihrer Teile 
tsichtbar durch die Schnittstellen) bestimmen dabei ebenso 
den Charakter und Gehalt (nicht Inhalt) des werkes wie das 
spannungsveihalinis der gebohrieri Lccher zueinander, die als 
verbindender Hinweis aut die drei ureiemente Erde. Eisen und 
Luti lHinirnel) interpretiert werden konnen. 
Donald Judd iiFour Boxes-i, 148 x 148 x148 cm, 
Chromnlckelstahl 0,95 crri, fertiggestellt 1978. 
Gesiiftet und ausgeführt von Steyr-Dairnler-Puch AG, 
Werk Steyr. 
Die Linzer Arbeit des amerikanischen Kitnstlers und Theoreti- 
kers ist ein typisches Beispiel iur die durch riBehutsamkail und 
24 Verantwortung gegenüber dem Potential an Gestaltungsmög- 
lichkeilenii charakterisierte Vorgangs- und Denkweise von Don 
Judd. Das zitat stammt von uieter koepplin. der tsws eine gro- 
Be Ausstellung der Zeichnungen Judds rlir das kunstrnuseum 
Basei zusammenstciitc In der neueren Kunstgeschichte wird 
Don Judd als einer der wichtigsten Vertreter und Anregar der 
Minimal Art zitiert, obschon die Anwendung dieses Begrllles 
auf Stein Gesamlwerk auch berechtigte Elnwande und KOHSK- 
turen ariahri Fur Judd ist e nach eigenen werten - das Mo- 
ment der MKUYISUSYISCYIEH Veränderurtgu. das iitnteresse an 
nauni und an dem, was ihn deiiniert... ausschlaggebend seine 
llung des "Tisches der Austreibungir von Gün- 
ecker an der Linzer Donaulande. 
er Uecker mit dem Modell seines i-Ttsches der 
ibungti 
Aathias Goeritz, Plastiker und Kunstschriftstel- 
s Mexico-Oity, wird im Herbst 1979 eine große 
piastik zum Linzer "Forum Metall-t schaffen, 
Rinke im Gespräch mit G. Uecker 
was," 
20 
Das alljährlich im September abgehaltene, mittler- 
weile fest verankerte lnternationale Brucknerfest 
soll auch in seiner bislang sechsten Saison von 
1979 nicht isoliert von den Großveranstaltungen 
der Linzer Hochschule für künstlerische und indu- 
strielle Gestaltung betrachtet werden. Es wird 
sich im Gegenteil künftig noch wesentlich stärker 
als bisher mit den diversen iiForumii-Planungen 
verbinden. 
Ein besonders schönes Beispiel könnte 1981 ge- 
liefert werden, wenn das Linzer Brucknerhaus zum 
Ausstellungszentrum für Textilkunst aus aller 
Welt wird und dort auch ein preisgekrönter Wett- 
bewerb um die schönste textile Wandgestaltung 
des sogenannten iiMittleren Saalesii zum Ab- 
schluß kommt. 
vorgangsweise ist rattdnell, unterliegt dein strengen kalkul 
und entbehrt dennoch nicht der Emotion, korper. Maßstab, Ma- 
terial und Atitsteltungsori seiner Obtekle werden in der Fülle 
ihrer nelationen zueinander bedacht und bestimmt. Raum er- 
schließt sich bei ihm in der bewußt eingeschränkten Faklililai 
gestallertscher voigange und Abh" gigkeiten, wobei dein Mo- 
rnent proportionsbedirigler Kausalität die Tatsache einer Io- 
gisch begrenzten Abictge zur seite steht. Die für l_inz ent- 
wickelten iiiour boitesr- sind ein pragiiantes Beispiel daiur. von 
einem einzigen standori aus ist das Oblekt in seiner Gesamt- 
heit unuberblickbai. der Betrachter kann immer nur Teilaspek- 
te sehen und erkennend aneinanderreihen. Die vier quadrati- 
schen Boxen sind nach zwei seitcn orten und durch eine genau 
in der Mitte beiindliche Trennwand in zwei gleich große Raume 
unterteilt, Der Abstand der Quader zueinander betragt ieweils 
ein Viertel ihrer identen Hohen, Breiten und Langen. Die von 
Judd nach l_inz mitgebrachte Zeichnung sah urspriinglich iur 
das cbiekt eine Hohe von zwei Metern und eine Matenatstarke 
von 2 crn vor. Aus Kostengrunden wurden die ursprunglichen 
Ausmaße aut die nunniehiigen. in der zweiten Zeichnung test- 
gehattenen Ausmaße reduziert 
20 Günther Uecker, iiTisch der Attstreibungti. Stahlkon- 
strukiion, 6 x 6 x 5 m, 
iiES ist eigentlich eine Slruklui, die den Menschen ablehnt. Sie 
soll die Empfindungen zuritcklithren bis tn unhewußte kindli- 
che Erinnerungen. Unter einem Tisch sucht man Schutz. Das 
Schuizsuchen geht weiter bis zur Flucht in die Geborgenheii 
einer Gemelnschaii, eines Staates Doch diese Geborgenheii 
kann auch Zu einem Element des Bedrohenden werden, und S0 
wird durch den Etnbezug des Schweren. (195 verletzenden das 
Geiuhl der Gebdrgenhelt als Desiliusion dargestellt. als faschi- 
stoides Geiuhi , Gemeinschaitsmacht wird zur drohenden Ge- 
iahr. in einer Dimension des Tisches 7 der in klassischen 
Maßverhaltnissen konzipiert wurde 7 relativiert er den Men- 
schen. Er verwirklicht eine Aimosphare des Gefunls, aus der 
Geborgenheit ausgetrieben zu sein i. te uecker in einem Ge- 
spräch mit n. Tauber, oberoslerreichische Nachrichten, 
2 September 1977.) 
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