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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXX (1985 / Heft 200)

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stehen der hl. Augustinus und zwei Chorherren als Assi- 
stenz. Sehr interessant ist an diesem Bildchen die Dar- 
stellung des hl. Leopold. Die Initiale leitet den ersten 
Adventsonntag ein. den sehr häufig ein Bild König 
Davids schmückt, der Gott seine Seele entgegenhebt. 
welche durch ein kleines Figürchen symbolisiert ist. 
(DieMessedeserstenAdventsonntags beginnt nämlich 
mit dem Psalmvers: Zu Dir erhebe ich meine Seele. Ps. 
25, 1). Markgraf Leopold tritt hier also an die Stelle des 
Königs David, und seine Seele wird gewissermaßen 
durch die Stiftskirche verkörpert - ein sehr reizvoller 
Einfall des Klosterneuburger Künstlers bzw. seines Auf- 
traggebers. Aus einem zweiten Grund ist dieses Bild 
wichtig. DerMarkgratträgteinen langen, blauen Mantel 
mit goldenen Vögeln. Das ist die erste bildliche Doku- 
mentation ienes Stoffes. der nach der Tradition vom 
Gewand des hl. Leopold stammen soll, aber in Wirkliche 
keit wohl ein sizilianischer Brokat aus dem 13. Jh. istf 
Erspielt bei der Entstehungdesniederösterreichischen 
Landeswappens eine wichtige Rolle. Dieser Stoff ist 
noch in Resten erhalten. Schriftlich isterseit 1 371 doku- 
mentiert, hier sieht man ihn zum ersten Mal im Bild. 
Nicht viel später ist eine zweite Miniatur entstanden, 
nun ein richtiges Stifterbild (Abb. 2). In einer gotischen 
Kapelle thront Maria mit dem Kind, darunter kniet das 
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Stifterpaar Leopold und Agnes mit der Stiftskirche in 
den Händen. Die Wappen der beiden hängen an Ketten 
vom Kirchenmodell herab. Dadurch. daßin derdarunter 
angebrachten Miniatur neben dem oben genannten 
Propst Simon vorn Thurm auch sein Nachfolger Simon 
Haindl (1461-1465) dargestellt ist. kann man das Bild 
um 1460 datierenf; Bei einer gewissen Naivität der 
Zeichnung zeigt es lebhafte Farbenfrische. Während 
Markgraf Leopold auf der vorigen Miniatur noch den 
gewöhnlichen fürstlichen Pelzhut tragt, ist hier seine 
Kopfbedeckung schon sehr stark dem Erzherzogshut 
angenähert. Bei Agnes darf der Schleier nicht fehlen, 
der in der Gründungslegende des Stiftes eine so große 
Ftolle spielt. 
Alle diese Aktivitäten der Leopoldsverehrung. verbun- 
den mitdem seit 1 465 wiederaulgenommen Heiligspre- 
chungsprozeß, führten schließlich dazu. daß der ßmilde 
Markgratir 1485 in die Reihen der Heiligen aufgenom- 
men wurde. Der Prozeß hatte sich lange hingezogen 
unddrohte zeitweise zu scheitern. Umsogroßerwardie 
Freude, als schließlich dank der Bemühungen des Kon- 
sistorialadvokaten Francasco de Pavini die Kanonisa- 
tion gelang. Die entscheidende Rede des Pavini wurde 
in Flom gedruckt, vermutlich In der Offizin des Georg 
Herholt. Und die Widmungsexemplare für die wichtig- 
sten Persönlichkeiten erhielten reiche Aussta 
Malerei. Drei dieser Exemplare sind erhalten 
für den Kaiser'. für Kardinal Piccolominii Uni 
Stift Klosterneuburg? Das Exemplar für Frie 
hat ein reich ausgestattetes Titelblatt, seine Q 
eher handwerksmäßig. Die Flandleiste folgt 
Florenz und Rom üblichen Dekor. In den oben 
sind die Wappen Papst Sixtus' IV. und Kaiser F 
lll. angebracht, beide in der italienischen 
Form. Dazwischen erstreckt sich eine Miniati 
Leopold vorweiter Landschaft. Erträgtden Erz 
hut (auch schon den Heiligenschein) und de 
Mantel mit den goldenen Adlern, vor ihm st 
Wappen Aft- und Neu-Österreichs. Dieser 
bewog Hermann Julius Hermann. die ganze 
obwohl vor allem die Ftandleiste rein italienisc 
rakter trägt. einem in Rom tätigen deutschen 
ler zuzuschreiben") Dazu besteht aber keine 
digkeit, denn es weilten während des Prozesse 
Abgesandte aus Österreich in Rom, die den 
Malern ikcnographische Hinweise geben konr 
Exemplarfür Kardinal Piccolornini (den spätei 
Pius lll.) unterscheidet sich vorn kaiserlir 
dadurch. daß statt des Wappens Friedrichs 
des Kardinals angebracht ist."
	        

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