MAK

Volltext: Alte und Moderne Kunst XXX (1985 / Heft 200)

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fällig eine prächtige venezianische Spitzenkasel. 
Weniger genau als die genähten Spitzen kann man in 
Italien Klöppelspitzen dokumentieren. Es ist aber 
bekannt, daß eines der Zentren im 17. Jahrhundert in 
Mailand lag. Mailänder Klöppelspitzen haben den Cha- 
rakter von Bändchenspitze, ihre floralen und figuralen 
Motive sind aus im Leinenschlag gearbeiteten, bänd- 
chenartigen Formen zusammengesetzt. Die Wiener 
Sammlung besitzt aus dieser Gruppe besonders groß- 
formatige. ausgewogen gezeichnete Objekte. 
Die französische Spitzenproduktion im großen Stil hat 
der Finanzberater Ludwigs XIV.. Colbert, 1665 in Form 
von Manufakturen in Alencon und Argentan ins Leben 
gerufen. Der in ganz Europa hochgeschatzte Luxusarti- 
kelnSpitzelwareinfürmerkantilistischeIdeen prädesti- 
niertes Produkt. Aus Venedig und Flandern holte man 
Arbeiterinnen. die ihre Kunstfertigkeit französischen 
Näherinnen vermittelten und damit zum erstaunlichen 
Siegeszug des wpoint de Francerr beitrugen. derschließ- 
lich der schweren, hochbarocken venezianischen 
Spitze den Rang abliet. 
Jean Berain (1637- 171 f). genialster Dekorateur sei- 
ner Zeit, beeintlußte mit spriihender Phantasie den 
gesamten Ausstattungsstil und war sicher auch für den 
Umschwung in der Spitzenmode verantwortlich. Es 
gelang den französischen Spitzenmanufakturen imwei- 
leren Verlauf des 18. Jahrhunderts eine wichtige Rolle 
zu spielen - wie man in Riegersburg anhand der Bei- 
spiele, dievom früheren bis zum Ende des Jahrhunderts 
reichen. beobachten kann. wenngleich der eigentliche 
Höhepunkt der Spitzen dieser Zeit die tlärnische Klöp- 
pelspilze war. 
Während man in der ersten Halftedes 18. Jahrhunderts 
sehr feine. flache und möglichst dichte Spitzen bevor- 
zugte. die man mit zartem flämischen Leinenfaden und 
in Klöppeltechnik optimal herzustellen verstand, ergab 
sich um die Mitte des Jahrhunderts ein Wandel zur offe- 
neren,jetztmitgleichmäßigem Maschengrund gearbei- 
teten Spitze,zu deren lnbegriffschließlichdieBrüsseler 
Produktewurden. Krawatten. Haubendeckel und daran 
herabhängenden Bänder. sog, Barben. zeigen in der 
Ausstellung diese Entwicklung. Ein großes Fragment 
einer breiten Borte oder eines geklöppelten Stoffes 
steht als Beispiel für Kleider aus dem kostbaren Mate- 
rial, wie man es auf dem Porträt Maria Theresias von 
M. van Meytens in Schloß Schönbrunn bewundern 
kann. Hier zeigt sich, daß es sich um eine wahre Kunst 
handelte. 

	        

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