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Volltext: Alte und Moderne Kunst XIV (1969 / Heft 106)

1944 wurde es mit anderen Objekten aus 
dem von deutschen Soldaten verwüsteten 
Laxenburg geborgen und in das Historische 
Museum der Stadt Wien gebracht, wo es 
sich noch befindet. 
Schon die Photographien, die anläßlich der 
Inventarisierung des Habsburg-Lothringi- 
sehen Kunstbesitzes im Jahre 1919 gemacht 
worden sind, zeigen das Modell in desola- 
tern und unvollständigem Zustand. Durch 
nachlässige Behandlung in Kriegs- und 
Nachkriegszeit entstanden weitere Schäden. 
Nachdem das Modell zwanzig Jahre ein 
unbeachtetes Depotdascin geführt hatte, 
wurde 1966 auf Anregung des Verfassers 
die Restaurierung begonnen, ein Unter- 
nehmen, das beim Verlust so vieler Teile 
fast aussichtslos erschien und dennoch 
kürzlich glücklich zu Ende gebracht werden 
konnte. Die Wiederherstellung ist ein 
Meisterstück des Restaurators des Museums 
der Stadt Wien Georg Weiß, der sich so 
in die Arbeit eingelebt hat, daß er schließ- 
lich nur noch geringer Anleitung bedurfte. 
Zunächst wurden die Mängel festgestellt. 
Vom Zaun fehlte mehr als die Hälfte, das 
übrige war fast durchwegs verstümmelt 
und zum Teil ordinäre Ergänzung. Die 
Gartengewächse waren verschmutzt und 
zerzaust, das „Erdreich" bröselig und 
wurmzerfressen, die Bekiesung verrieben. 
Der Baukörper selbst war glücklicherweise 
vollständig erhalten und fast unversehrt, 
bis auf starke Risse im Holz und einzelne 
abgebrochene Gesimse. Es fehlten die 
Grotte, das Dach der Ochsenmühle, die 
figuralen Bekrönungen, die Windfahne, 
ferner so gut wie alle Baluster, Zuckerhüte 
und Pinienzapfen. Es fehlte fast die Hälfte 
der Türen und der Großteil der Fenster, 
darunter leider fünf von den 12 Maßwerk- 
fenstern. Es fehlten auch die Freitreppe vor 
dem Haupteingang, die Vergitterungen i 
bis auf ein Oberlichtgitter und das Draht- 
netz der Ochsenmühle - und die Masse 
der aus Schlacken gebildeten Felsen. Auch 
das 1919 noch vorhandene Schilderhaus 
war verschwunden. Von der Innendekora- 
tion fehlten Teile der Bordüren und Lam- 
bris, zahlreiche Landschaften und einige 
Notenblätter. Völlig unversehrt war nur 
der Dachboden. 
Die Restaurierung stützte sich in erster 
Linie auf den vorhandenen Bestand, dann 
auf die im Bildarchiv der Österr. National- 
bibliothek bzw. im Bundesdenkmalamt be- 
wahrten Aufnahmen von 1919 und die 
Ansichten von janscha und Maillard und 
schließlich die zeitgenössischen Beschrei- 
bungen. Sie erstrebte die möglichst voll- 
ständige, matetialgerechtc Wiederherstel- 
lung des Äußeren und Inneren, bei Verzicht 
auf Dinge, deren Gestalt nicht mehr mit 
Sicherheit zu ermitteln war: die i-igurale 
Bekrönung der Aufbauten, die verlorene 
Einrichtung und das Schilderhaus.
	        

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