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Volltext: Alte und Moderne Kunst XIV (1969 / Heft 106)

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ANMERKUNGEN 6?24 
5 Staatsarchiv von Scrhien. Beograd. Dokumente aus der 
Fürstlichen Kanzlei. KK VI?13. KK VI 46. 
7 Staatsarchiv von Srrbien. KK VI?23. 
9 M. Pctroviö, a. a. O S I. 485. 
V Staatsarchiv von Scr nun. KK VII? B31. 3. 
W Staatsarchiv vun Serbien. KK VI?I9B. 
u 
11 
Staatsarchiv von Serbien. KK VI -Z67. 
Staatsarchiv vun Serbien. KK VI -269. 
I3 M.I7etroviö. a. z. 0.. S. I, 391?39Z. 
14 M. Pctrovib. a. a. (7.. S. I. 392. 
I5 M. Pctroviö. a. a. O 
I6 Staatsarchiv von Scr icn. KK VII? 1010? KK VII?IO20. 
von Scrhi n. KK VI?58H. 
Stnßarchlv vun Scrb' n. KK VI?551. 
I" Staatsarchiv von Serbien. KK VII?1036, 1049, 1057. 
1" Novinc srhskß. br. 34. 29. VIII 1835. 267. 
1' Staatsarchiv von Serbizn. KK VI? 635. 698. 
11 Staatsarchiv von Serbien. KK VI ?723. 724. 
13 Staatsarchiv von Scrbicn. KK VI?B68. 1. 2. 
3' Staatsarchiv von Serbien. KK VI ?88I. 
 
 
Gegenstände aus Edelmetall anfertigen 
sollte I3. In diesem Zusammenhang wird in 
einem Brief des Fürsten der eingangs er- 
wähnte Goldschmied Djordje Jovanov ge- 
nannt. Weiters ist darin angeführt, daß, 
wenn Jovanov nicht in der Lage wäre, 
diesen Auftrag durchzuführen, ein anderer, 
noch zu bestimmender Juwelier gesandt 
werden sollte. Es ist nicht weiter bekannt, 
0b nun Jovanov oder ein anderer Gold- 
schmied an den Hof des Fürsten ge- 
kommen ist. Es ist iedoch nicht wahr- 
scheinlich, denn aus den Archivquellen ist 
ersichtlich, daß die Anschalfungen kost- 
barer kunstgewerblicher Gegenstände aus 
Edelmetall für den Fürsten gerade im Jahre 
1834 besonders umfangreich waren. S0 
wurden damals zwei silberne Tafelservices 
in Wien bestelltl4, und durch seine Emissäre 
sandte der Fürst auch Entwürfe für einige 
der bestellten Gegenstände. Nach Beratung 
mit einem der „erfahrensten Juweliere in 
Wien" i sein Name wurde nicht erwähnt 
i, er arbeitete auch für den kaiserlichen 
Hof, wurde dem Fürsten mitgeteilt, daß 
der von ihm zum Vorschlag gebrachte 
Bechertypus nicht entspräche, daß die Form 
nicht schön sei, und auch das Wappen 
könne nicht gut darauf graviert werden; 
so schlug der Wiener Juwelier dann vor, 
die Entwürfe selbst zu machen, und nach 
Vorlage dieser könnte der Fürste die Aus- 
Wahl selber treffen. Dies wird rnit der 
Empfehlung angeführt, daß der Kaiser 
ebenso verfahre, wenn er eine Bestellung 
bei ihm, dem Hofjuwelier, aufgebe 15. Noch 
auch im Jahr 1834 bestellte der Fürst 
einige Prachtkutschen sowie Diamant- und 
Brillantringe und Ziernadelnlb. Im Laufe 
des Jahres 1835 werden laut Vorschlag des 
Fürsten silberne Ständer für Kaffeetäßchen 
(„zarf"} in Wien angefertigt I7. Im gleichen 
Jahre nun wurde wahrscheinlich ein im 
Jahre 1834 bestelltes silbernes Tafelservice 
fertiggestellt. Dies geht aus einer Ver- 
ständigung von der Ankunft einer Kiste 
mit Silbergeschirr für die Residenz in 
Poiarevac hervorlg. In Wien wurden auch 
jene silbernen Becher angefertigt, welche 
Fürst Miloä dem bosnischen Wesir als 
Geschenk übersandteW. Anläßlich des Be- 
suches, den der Fürst im Jahre 1835 dem 
Sultan in Konstantinopel abstattete, übergab 
er dem türkischen Herrscher unter den 
übrigen Geschenken auch einen goldenen 
Becher mit Henkel, mit Email und Edel- 
steinen verziert, dazu Deckel und Tasse 20, 
zweifellos auch in Wien angefertigt. 
In den letzten vier Jahren der ersten Re- 
gierung des Fürsten Milos setzen sich die 
Bestellungen kostbarer Luxusgegenstände 
aus Wien fort. Die Archivangaben ver- 
merken deutlich, daß der Fürst nach wie vor 
starken Anteil an all dem nimmt. Wir lesen 
von einem prachtvollen Pferdegeschirrll, 
von einem Brillanthelmschmuck nach „Ab- 
zeichnung" mit Monogramm MO Z1. Nach 
einer Musterkarte, die ein gewisser Hoen- 
blum aus Wien übersandte, wählt der Fürst 
Textilien 13. Eine Gemeinschaftsarbeit war 
die Klinge jenes Säbels, welchen der Fürst 
dem Baron I-Ierder für dessen Verdienste 
um die Erforschung des serbischen Erz- 
teichtums schenkte, denn ein einheimischer 
Goldschmied fertigte ihn an und ein Wiener 
Juwelier besetzte ihn mit Edelsteinen14. 
Laut den bisher bekannten Angaben bildet 
diese Verzierung des nicht genannten 
Wiener juweliers im Zeitraum zwischen 
1830 und 1839 den Abschluß der Bestel- 
lungen kunstgewcrblicher Gegenstände und 
Meisterarbeiten aus Wien, die ausschließ- 
lieh im Auftrage und für den Hof des 
Fürsten Milos bestimmt waren. 
Es scheint so, daß auch im Zeitraum zwi- 
schen 1830 und 1839 von Seiten des serbi- 
schen Fütstenhofes zahlreiche Bestellungen 
kunstgewerblichcr Gegenstände in Wien 
in Auftrag gegeben wurden. Leider ist von 
den vielen angeführten Beispielen fast 
nichts mehr erhalten, so daß ausschließlich 
die schriftlichen Quellenverzeichnisse allein 
heutzutage den einzigen Beweis für die 
damals so intensiven Kontakte zwischen 
Wiener Meistern und dem serbischen 
Fürstenhof zur Zeit der ersten Regierung 
des Fürsten Vilos bieten. 
Ein weiterer erschwerender Umstand für 
die spezielle Forschung ist das nur seltene 
Aufscheinen der Meister in den Aufzeich- 
nungen und Büchern. Auch erfährt man 
aus den relativ knappen Beschreibungen der 
Gegenstände kaum etwas über deren ur- 
sprüngliches Aussehen und ihre Gestaltung. 
Doch kann man mit Sicherheit voraus- 
setzen, daß es sich um Objekte von relativ 
hoher künstlerischer Qualität handeln 
mußte, da das Kunstgewerbe der damaligen 
Zeit in Wien auf beneidenswerter Höhe 
stand. Die Annahme, daß diese Objekte 
alle wesentlichen Stilmerkmale der Bieder- 
meierzeit trugen, scheint berechtigt. 
Mit dem Hoehkommen der Idee, die fürst- 
lichen Residenzen Serbiens nach zentral- 
europäischen Vorbildern einzurichten, ver- 
schwinden nach und nach auch die bis 
dahin bestimmenden orientalischen Ein- 
fiüsse aus der Wohnkultur des Landes. Da 
auch die städtische Bevölkerung in der 
Anschaffung von Luxusgegenständen 7 
dem Beispiel des fürstlichen Hofes folgend 
- sich vorwiegend nach Wien orientierte, 
läßt sich daraus gleichfalls schließen, daß 
das Wiener Kunstgewerbe in der Zeit von 
1830 bis 1840 eine überaus bedeutende Rolle 
für die Stilentwieklung des Kunstgewerbcs 
in Serbien gespielt haben mußte. An einer 
ganz bestimmten Gruppe kunstgewerb- 
licher Erzeugnisse, welche nach 1830 ein- 
heimische Meister angefertigt haben, kann 
man vorerst nur sporadisch, doch später 
immer stärker die Einwirkungen des Wie- 
ner Bieclermeierstils feststellen. 
In diesem Entwicklungsprozeß um einen 
neuen Stil, um neue Formen im Kunst- 
gewerbe Serbiens nahm Fürst Milos durch 
seine aktive Haltung in allen seinen Auf- 
trägen, von bestimmten eigenen Vorstel- 
lungen geleitet und oft bis ins kleinste 
Detail das äußere Bild der Gestaltung 
präzisierend, eine tragende Stellung ein, 
und das Vertrauen, das er den Wiener 
Meistern geschenkt hat, manifestiert sich 
sichtbar in allem GeschaEenen. 
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