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Volltext: Alte und Moderne Kunst XIV (1969 / Heft 106)

z Erntl in der ehemaligen 
he St. Peter an der Sperr in 
1er Neustadt 
J. bis Z4. Mai fand eine große Kollektiv- 
llung (Abb. 13) von Werken des nieder- 
aichischen, jetzt im nahen Burgenland 
len Malers Franz Erntl statt, die einen 
n Ausschnitt aus den Arbeiten dieses 
Kuristlers zeigte. Die Bilder decken sich 
riit dem Charakter ihres Schoplers, auch 
nd still und zuruckhaltend, mit tiefen 
en, in denen wir einiecrie Dinge dieser 
sehen die ewig gultlgen Dinge, wie 
und Strauch, Blume, Hugel und Ebene. 
nll, wie bei den Glaslenstern, mehr will, 
ir weniger, wird er unverbindlich Urid 
. sich nicht über die Allzuvlelen. Doch 
er seine feinhlrigehauchten Pastell- 
Ihalteri malt, wenn er eine Reihe simpler 
ir setzt irn flimmernden Somrrierlichi. 
er eine einsame Landstraße zeichnet, 
s Geheimnis, das mehr als nur Farbe 
orm ist, vorhanden. 
rrt von den verschredenen Slrdmungen 
eit hat Erntl in kanternplativer Hingabe 
einmal eingeschlagene Richtung ver- 
Jnd zu einem Vollzug gebracht, wie wir 
ur bei einem reifen Menschen finden, 
lcht Llrri die Anerkennung der Masse 
it. Ein verspäteter Impressionist, wird 
chi der eine oder andere Betrachter vor- 
ll geurteilt haben. Doch in diesen in 
erblassenden Farben mit wenigen Ak- 
i nobel und verhalten gemalten aiiderri 
auch die Erkenntnisse spaterer Zeiten 
woberi. Sicher ist auch eine entschieden 
iiicne Aussage des Kunstlers, die Aus- 
iines der Einsamen, der diese Einsamkeit 
h zurucktretend kennzeichnet und der 
elt nur fern, verwischt, doch in geheimen 
n leuchtend, nach geordnetenl, unzer- 
lrerri System aufgebaut erkennt und in 
i Bildern neu erschafft, 
A. V. 
irie Stubhann, Salzburg s 
irreichische Goldschmiede- 
it 1969 
lie Ausstellung cüsterrelchlsche Gold- 
edekunst 1969" (Abb, 14) beweist, hal- 
le osierreichischen Kunstler international 
en einen Standard, der zweifellos auch 
ilchen mit den Besten anderer Länder 
talt, Zum zweiten Male seit ihrem Be- 
i unternimmt die Galerie eine derartige 
riisciieii, womit rricgiicri gemacht wird. 
gleichen und Tendenzen festzustellen. 
i die Grenzen des Materials, konnte man 
irirricieneenr fur die ausgestellten Ar- 
l erstellen. Neben bereits bekannten 
lern stellen auch Künstler aus, die nach 
bei Wettbewerben aufgetreten sind, und 
allgemein ist eine Niveaiisieigeriirig fest- 
len. 
1er Ausstellung ist eine Sonderschau 
1LlCk im Photo" verbunden. In aus- 
riren Farbphotos zeigt Horst Stasny 
-re Varianten der Schmuckdarstellung: 
uck und sein Trager 7 Schmuck mit 
en aus der Natur im Hintergrund (hier- 
eutliches Sichtbarmachen der Venrag- 
it kunsilerischer Gebilde mit organischen 
in) - Schmuck, der seine Eigenstandig- 
ufgibl und mit seinem Hintergrund zu- 
enwachst, und Schmuck als Design ohne 
mdende Zutaten. 
lEXTE l24l7 
loser Schulz, sMvsterlumÄlfäöß, Gobe- 
in, 240x100 cm. Feuerhalle Simrriering, 
iber einem Stein - Umbau Prolessor 
Zlemens Holzmeister 
5ranz Erntl, Sonnenblumen (aus der Aus- 
itellung des Künstlers in der Kirche 
St. Peter an der SperrlWr. Neustadt) 
sepp Kolbllnger, Anhanger in Silber rnii 
lurmalin, kinetischer Schmuck (aus der 
Äusstellung der Galerie Stubhann, Salz- 
iiirg ,Osi reicriiscrie Goldschmiede- 
lunsl iess Sepp Kolblinger ist Träger 
les ersten Preises im Wettbewerb um den 
Modernen Ehering" der Stadt Salzburg) 
Xnsicht des Osterreich-Favillons fur das 
Premier Festival International Du Livre" 
n Nizza, von Josef Krawina. Erkenntllch 
lls Außenwande die Eucherregale mit 
ien lotogralierieri Kopfrelhen ostevreichl- 
icher Dichter und Schriftsteller; ober- 
ialb die fur außen und innen verwen- 
iiingslrrlrigen transparenten Projektions- 
lachen 
Josef Krawina, Osterreich-Pavillon in 
tizza, Innenraum mit Ruckseite der 
liirinen mit Signaturen osterreichischer 
Dichter und Schriftsteller; oberhalb sicht- 
iar die transparenten Proiekiionsflachen 
Josef Krawina, Osterreich-Pavlllon In 
ilizza, ßLlCherrögalurtigang; Rückseite 
iines chinesischen Bildes mit Jugendstil- 
ilphabet (Abb. 15-17 Ansichten des 
)sterreich-Pavill0ris In Nizza vcin Josef 
trnwina) 
 
 
"I5 
Österreich-Pavillon für „Premier 
Festival International Du Livre" 
in Nizza von Josef Krawina 
Von verschiedenen stichhaltigen Grün- 
den gebremst, hat Osterreich sich erst 
Anfang April 1969 zur Teilnahme in 
spezieller Form an dem Festival in 
Nizza entschlossen, so daß für Idee 
und Durchführung der architekto- 
nisch-graphischen Gestaltung bis zur 
Eröffnung am 31. Mai 1969 etwa 
zwei Monate Zeit blieben. 
Das Ergebnis war ein zerlegbarer 
Pavillon (Abb. 15717) mit einer 
Grundfläche von 71 m", der aus weiß 
gespritzten Aluminiumstützen bestand. 
deren Verankerung am Boden durch 
die Ausfachung mit Fahren-Holz- 
stöckelpflaster, deren oberer Abschluß 
mit Lichtrastern aus Fohrenholz er- 
folgte. In die Stützen wurden seitlich 
schräg gestellte, weiß belegte hölzerne 
Fachbretter für Bücher eingehängt, an 
deren Rückseite und somit Außen- 
seite des Pavillons Fcltobänder öster- 
reichischer Schriftsteller kaschiert 
waren. (Diese schräg gestellten Fach- 
bretter hatten eine gute Wirkung auf 
die Luftzirkulation.) Durch einge- 
hängte geschlossene Vitrinen, die be- 
sonders wertvolle Kunstbücher oder 
Bildbände enthielten, wurde einer- 
seits ein Umgang gebildet, anderseits 
aber ein intimer Leseraum in der Mitte 
abgetrennt, in dem auch eine innen 
und außen sichtbare Proieklionsfolge 
von Dias über Theaterinszenierungen 
österreichischer Autoren und über das 
.,imago Austriae" ausgestrahlt wurde. 
An den vier Ein- bzw. Ausgängen des 
Pavillons hat Koloman Novak viel- 
beachtete farbige kinetische Auf- 
schriften mitderdeutschen,englischen 
und französischen Bezeichnung für 
Osterreich eingebaut. Die subtile und 
mit der Architektur im Einklang ste- 
hende graphische Gestallung besorgte 
Georg Schmid. 
Es waren ca. 300 Bücher ausgestellt. 
die von ca. 70.000 Besuchern gesehen 
wurden. Die Kosten fur Erstellung, 
Auf- und Abbau, Transport Wien? 
Nizza-Wien, inklusive Honoraren und 
Reisespesen waren mit S 620000,? 
präliminiert. Die Abrechnungssumme 
betrug S 593.610,96. Der Pavillon 
kann noch einige Male aufgestellt 
werden.
	        

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