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Volltext: Alte und Moderne Kunst XIV (1969 / Heft 106)

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Das Haus drr Laune iw 
Würfen Hclzcndorfs v 
cingerichtex. Kohricr 
1.. jmscha, 1900 
Park zu Laxmhnxrg. nach Eul- 
n Hohenbcrg, um crnaut und 
w Stich von j. Zicglcr nach 
galanten Jahrhunderts im Inneren ein 
Chambre separee enthielt. Das in seiner 
Art einmalige Gebäude war ein Werk des 
Hofarchitekten Johann Ferdinand Herzen- 
dorf von Hohenberg (1732-1816). Es 
scheint, daß sich von seinen Entwürfen 
bis auf drei Interieurdetails 3 nichts erhalten 
hat, doch existiert noch das nach seinen 
Angaben angefertigte Modell, das die Da- 
tierung 15. Oktober 7799 aufweist. Schon 
im folgenden Sommer stand das Haus der 
Launc fix und fertig da. Hohenbergs 
Schöpfung hat in ihrer ursprünglichen 
Gestalt nur zehn Jahre bestanden, doch 
gibt uns das Modell, das sich gegenwärtig 
irn Historischen Museum der Stadt Wien 
befindet, in Verbindung mit den graphi- 
schen Darstellungen von Janscha und 
Maillard sowie den Beschreibungen von 
Gaheis und Widemann ein vollständiges 
Bild des merkwürdigen Gebäudes 4. 
Spazicrte der Parkbesucher auf einem der 
verschlungenen nördlichen Wege, die vom 
Schloß zur Franzensburg führen, so stieß 
er gleich nach Überquerung des Schwechat- 
bachcs auf ein bizarres Schilderhaus. Es war 
rundum mit Girlanden aus Äpfeln um- 
geben, die auf spargelförmigen Pfosten 
hingen, und über und über mit startenden 
Augen bemalt. Auf dem pilzförmigen Dach 
der Wachthütte stand eine große Figur in 
sternbesätem Kleid, ein geflügeltes Weib 
mit Ziegenkopf, mit einem Besen bewaffnet 
und eine Schalmei hlasend v Fama, die 
aller Welt zu verkünden schien, was auf 
einer an dem langen Blasinstrument hän- 
genden Tafel geschrieben stand: Weg {um 
Hau; der Laune. 
Von hier erblickte man schon das närrische 
Gebäude. Es stand zwischen uralten mäch- 
tigen Eichen und war von einem Zaun um- 
geben, der aus Hellebarden von unterschied- 
licher Schaftlänge bestand, die in gleich- 
mäßigem Abstand und leicht auswärts ge- 
senkt wie Zaunlatten in der Erde steckten. 
Es waren natürlich nur Imitationen, wie ja 
bei dem ganzen Gebäude Schein und Sein, 
Wirklichkeit und Illusion im Sinne einer 
Theaterarchitektur ineinanderflossen. Der 
Bau selbst vermittelte zunächst den Ein- 
druck einer seltsamen Unbestimmbarkeit. 
Es war ein zweigeschossiges, überhöhtes 
Oktogon mit flachem Zeltdach und kubi- 
schon Anbauten an den vier Schrägseiten. 
Jeder der Anbauten trug auf seinem abge- 
Hachten Walmdach ein selbständiges „Ge- 
bäude": der eine eine Nachahmung des 
Pavillons vom Paradeplatz auf der Burg- 
bastei, der im Volk Orluennlüble genannt 
wurde, weil die Promenade dort im Kreise 
hcrnmführte5; der zweite einen überdimen- 
sionalen Vogelbauer; der dritte eine künst- 
liche Felsengrotte, die man aber ebensogut 
als eine aus Bruchsteinen grob gefügte 
Tambourkuppel mit Laterne betrachten 
konnte; der vierte einen kegelförmigen, be- 
stückten Festungsturm, der durch zwei 
seitlich herauswachsende Palmen und einen 
auf der Turmspitzc hockenden Geier an die 
Türme nordafrikanischer Seefcstungen er- 
innerte. Ochsenmühle, Vogelbauer und 
Grotte waren laut Modell als Volicren ein- 
gerichtet, offenbar in der Absicht, dem Ge- 
bäude durch Vogelgeschrei und Geflatter 
auch eine „Geräuschkulisse" zu verschaffen. 
Es geht jedoch aus den Beschreibungen 
nicht hervor, ob sich tatsächlich Vögel 
darin befunden haben. Es versteht sich, daß 
diese Aufbauten durchwegs Holzkonstruk- 
tionen waren, die leichten Dächer hätten 
nichts anderes getragen. Die Rückseite des 
Oktogons war als Apsis gebildet, die sich 
aber im Obergeschoß in ein rundes Türm- 
chen verwandelte. Der ganze Bau wirkte 
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