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Volltext: Alte und Moderne Kunst XIV (1969 / Heft 106)

den. Ua liegen rund berum Weinjäuer van allen 
Gatlungen, auf einem n)?! eine Katze, auf dem 
andern springt eine Ralle, der! :tebl eine klau:- 
falle, in den Eeken und Xeilennbrdnken Jind 
Kruge, Gliüer, Brot, Flaxebenkeller, Heber und 
alle Kellerrequüiten zu neben; an den Dielen 
xind komixebe Bilder aufgeklebt; an dem grrfjilen 
der Faßer lebnl eine Leiter, in einer andern 
Gegend bemühen rieb die Faßgieber, ein volle: 
Faß auf die Ganter zu bringen; die:e: Fa]? 11a! 
uarne einen Fleilzgen azagerebnitzt, auf jenem 
siebt: Anna Damini, oder Zlluilerfaßel oder: 
der 13. Apwtel, auf einem andern: 
AIP: uermjnn vor rein End 
T: a rieblzgl: Tedrtament. 
S0 bab'n d ' Advokaten kan Rebaeb. 
Au: den Daebfemlern, die von innen niebt viel 
größer al: Kellerldrber Jind, zlrl eine entgiiekende 
Aumirbl in die Gegenden umber. In wie man 
im Keller nergißt,  man rieb auf einer Iburma 
bäbe beßndel, m uergiß t man be] die:er Auuirlll, 
zbiß man in einem Keller i:t. Dieser Weinkeller 
auf dem Dachboden war zweifellos der 
Clou des Ganzen. Nachdem man sich hier 
genugsam umgesehen hatte, konnte man 
über die Turmstiege und durch die Teufels- 
küchc gehend das Haus bei einer Hintertür 
verlassen, die, wie es scheint, von außen 
einem Fenster gleichsah 12. 
Das Haus der Laune hat nur kurze Zeit 
bestanden, es war ihm wohl von Anfang 
an keine Dauer zugedacht. S0 :ebr die dabey 
milarbeilenden Kännler und Handwerker ibr 
Zllbglirbne: getban haben, schreibt Gaheis, um 
die Idee de: Arrbiteeten rieblig dargul-tellen: m 
i:t e: derb ubade, daß die ungünmgen Zeil- 
unutdnde keinen größeren Aufwand genatteten, 
um die:e: Werk in Rüehirbl de: lllaleriale 
gegen die Eindrücke der Witlerung dauerbaffer 
{u marben. Indessen hätte auch eine solidere 
Ausführung das Haus der Laune wenige 
Jahre später nicht retten können: es wurde 
während der Invasion von 1809 von fran- 
zösischer Soldateska verwüstet. Schluß- 
hauptmann Michael Riedl berichtete am 
31. August 1809 dem Oberstkämmerer: 
laxenburg i:l bi: jetzt noeb gdnglirh rein und 
frey erhalten; nur die Gartenmayerei, und da: 
Hau: der Laune Iilld geplunderl werden. Im 
letzteren haben :ie :ebr viele: mulbwillig {er- 
:t0"rI 23. 
Das Haus der Laune ist nach dieser Ver- 
wüstung, die wohl mehr das Innere her- 
genommen hatte, nicht wieder hergestellt 
worden; die Zeit für derlei höiische Späße 
war endgültig vorbei. 1812 wurde der 
ruinierte Narrentempel, der bis dahin noch 
manchen Besucher angelockt haben mochte, 
von Ludwig Pichl in ein biederes Garten- 
haus, das sogenannte Lmtbau: im Eirben- 
bain, umgewandelt Z4. Architektonisch blieb 
das Gebäude im Wesentlichen unverändert, 
es verschwanden nur die diversen Bekrö- 
1 1- . zu 
 
ßwz. A, 
1a!
	        

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