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Volltext: Alte und Moderne Kunst XVI (1971 / Heft 114)

aus Merians Topographie zurückzuführen. Für 
einige Medaillons dienten Münzbilder als Vor- 
lage, ein Abbild des Herzogs Ferdinand von 
Braunsdiweig (G 1 b) ist nach einen Stich von 
J. E. Nilson (1721-1788) gemacht und die 
Kriegsembleme, wie wehende Fahnen, Kugel- 
pyramiden, Kanonenrohre und Genien ent- 
starnrnten wohl den Karten und Schlachtenplä- 
nen der Planzeichner. Der Stempelschneider 
übertrug nun die bildliche Darstellung der Vor- 
lage mittels Pausen auf den Prägestocks, in 
den er diese dann mit Hilfe von Stichel, Meißel 
und Punzen hineinarbeitete. Diese Prägestöcke 
wurden dann im Walzverfahren in das vorher 
zugeschnittene und geglühte Messing- oder Kup- 
ferblech hineingepreßt, nötigenfalls nachge- 
hämmert und die Ränder umgebogen. Der 
Zuschnitt konnte auch nachträglich erfolgt sein. 
Bei der verhältnismäßigen Stärke des Materials 
niitzten sich die Prägestempel rasch ab und 
mußten nachgestochen, erneuert oder durch 
andere ersetzt werden. Wurde die Arbeit nicht 
sorgfältig ausgeführt, so war ein wiederholtes 
Ansetzen des Prägcstocks nötig, und dies ergab 
manchmal eine Doppelprägung der Darstellung 
und der Beschriftung durch den verschobenen 
Stempel. Diese Stücke mußten dann ausgeschie- 
den oder neu geglüht und geprägt werden. 
War ein Stempel stark abgenützt oder ge- 
sprungen, so wurde an seiner statt ein anderer 
verwendet. Hiedurch, vielleicht aber auch auf 
Wunsch der Besteller, gibt es Dosen - sie 
waren sicher auf Vorrat geprägt - mit auf 
dem Deckel und Boden unzusammenhängenden 
Motiven, ja auch von zwei verschiedenen Mei- 
stern (Giese - Becker). In der Regel sind je- 
doch die Darstellungen auf Deckel und Boden 
thematisch korrespondierend und von dem 
gleichen Künstler. 
Manche Themen wiederholen sich bei mehreren 
Künstlern, wie FRIDERICUS REX (G I, G 3, 
H6 und 7, K1 und lO), das Erdbeben von 
LISSABON (H S, K l), ja das scheinbar belieb- 
teste, die Glorifikation des Handels und der 
Macht bei allen vier Künstlern (G 7, H 9, K 7, 
B 3). Es mag sein, daß diese auf ein und die- 
selbe Vorlage zurückzuführen sind oder aber 
auch, daß ein Künstler den andern kopierte, es 
gab ja damals noda kein Urheberrecht. Die 
Dosen wurden auch für den Export nach Eng- 
land, doch hauptsächlich nach Holland her- 
gestellt. Die Bekleidung, Szenen und Beschrif- 
tung sind dann holländisch und verleiten zu der 
Annahme, daß die Dosen in Holland entstan- 
den seienä Tatsächlidi sind uns bloß eine 
„IOHANNES VAN KAMPEN" signierte ge- 
prägte Dose mit beiderseitigem Hymnus auf 
die Liebe und den Wein und eine andere „lzCz 
MARME SCULPS""" mit ähnlicher Darstel- 
lung wie G 7 bekannt und als holländisch 
anzunehmen. Geprägte Dosen wurden außer- 
 
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