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Volltext: Alte und Moderne Kunst XVI (1971 / Heft 114)

Herwig Zens, Foniainebleuu, 1969. Radierung 
Herwig Zens, „GigunW - oder Beelhoven beim Anblick 
des Wiener Feslwochenplakufes 197 ", Rudierun , 1970. 
Aus der Graphikmuppe „Feuersfnub - heuer lau " zum 
Beelhoven-Jahr. Graphische Sammlung Alberiinu Wien 
Herwig Zens, Chantilly, 1969. Federzeichnung. Bundes- 
minislerium für Unterricht und Kunst 
Herwig Zens, Mardwegg, m9. Feder. Bundesminislerium 
für Unlerrichl und Kunsl 
Hsrwig Zens, Der große Speerwerfer, 1965, Feder- 
zeidwunzg 
Herwig ens, lndiunupalis, 1970. Federzeichnung 
feine Tuschfeder, die er in überaus charakteri- 
cher Weise handhabt. Der Gefahr, in seiner 
:hhaltigen Produktion einer Manier zu verfallen, 
ß Zens dadurch auszuweichen, daß er allen 
öpferischen Variationstendenzen, die sich ihm 
rieten, nachgibt, freilich innerhalb eines fest 
rissenen, wenn auch nicht allzu eng gezogenen 
malen und thematischen Rahmens. Einerseits 
zt er etwa die feine Schraffur und wendet sie 
:hlich an, daneben hat aber auch das Lineare, 
' einfache Strich, seine wichtige, ia oft dominie- 
de Funktion. Und in zahlreichen Blättern sind 
ierte oder aquarellierte Bildteile Schwerpunkt - 
und meist auch Ausgangspunkt - der Darstellung. 
Betrachten wir seine Arbeiten vom Standpunkt der 
Komposition, so finden wir, wenn auch in der 
Minderzahl, sehr detailreiche und durchgestaltete 
Lösungen, in denen die einzelnen Elemente vor 
allern einer formalen Einheit zustreben, während _ 
sich die Sinnzusammenhänge, wenn überhaupt, 
meist erst nach schwieriger Deutung erschließen, 
wobei dem Unbewußten ein hohes Maß an Bedeu- 
tung zuzukommen scheint. 
Die meisten Blätter von Zens iedoch sind sparsam 
gehalten, so sehr, daß gelegentlich auf den ersten 
flüchtigen Blick der Eindruck des Unvollendeten, ia 
geradezu des abrupt Abgebrochenen entstehen mag. 
Doch hat das ausgesparte Weiß, das oft große 
Flächen beherrscht und dabei von äußerst behut- 
sam gesetzten Kontrasten abgeteilt oder umgeben 
ist, stets eine wichtige Funktion in der Gesamtkon- 
zeption. Hat man die Intentionen des Künstlers 
einmal erkannt, dann spürt man in seinen Blättern 
immer stärker die Tendenz zur Geschlossenheit, zur 
Geordnetheit, selbst dort, wo zuerst der Eindruck 
des Chaotischen, Disharmonischen, io des Provisori- 
schen vorgeherrscht haben mag. 
All dies findet eine bevorzugte Anwendung auf 
einen Themenkreis, in dem der Mensch als Einzel- 
 
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