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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXV (1980 / Heft 172 und 173)

g aus und bezog sie auf den bei Matthäus ge- 
nten Stern. Dem folgen die ersten Epiphanie- 
steilungen der frühchristlichen Kunst, allen 
tl'i die Fresken der Prisciliakatakcmbe, in de- 
elnmai der Prophet Bileam oder lsaias neben 
ir thronenden Maria steht und auf den Stern 
obs weist; in einer anderen Szene aber die Ma- 
mit Gaben der thronenden Madonna entge- 
eilen (Abb. 2), um auf die Messiaswürde des 
des hinzuweisen. 
starker aber als die Verbindung des Sternes 
Bileam setzte sich die der Antike bekannte 
steliung vorn Aufgehen eines Sternes bei der 
iurt eines Herrschers auch im christlichen Ge- 
kengut durch. In der römischen Kunst bedeu- 
i der Stern über dem Haupt des Kaisers seine 
tilchkeit. Ja, es ist eigentlich anzunehmen, 
in den Evangelistenbericht eine aus dem römi- 
en Kaiserkuit übliche Vorstellung einbezogen 
de. Als Kaiserkultstern wird der Stern auch in 
iTriumphbogenmosaik von Sta. Maria Maggio- 
largestelit, einem überraschenden und einzig- 
gen Bild (Abb. 3). 
istus ist nicht das kleine Kind, das auf dem 
oße der Mutter sitzt, er ist der jugendliche, auf 
en erschienene Gott auf dem Throne, der die 
therrschaft bedeutet. Er trägt ein weißes Ge- 
id mit den purpurnen Clavi, Herrscherbewußt- 
l prägt seine Haltung, vor allem die imperiale 
Gebarde seiner Rechten. Der Stern über dem ju- 
gendlichen Imperator deutet zwar auf den Stern 
von Bethlehem hin, durch seine acht Strahlen aber 
ist er römisches Fieichssymboi, denn der acht- 
strahiige Stern über dem Haupt des Thronfolgers 
kennzeichnet lhn als künftigen Träger der Heils- 
macht auf Erden. 
Die göttliche Macht und die Gottheit des Kindes, 
seine Sendung als Messias wird mit den Mitteln 
eines kaiserzeitiichen zeremoniellen Repräsenta- 
tionsbildes zum Ausdruck gebracht. Die Gesamt- 
komposition des Knaben auf dem Prunkthron ent- 
spricht repräsentativen Geburtsbildern der paga- 
nen und imperialen römischen ikonographie. im 
Bilde faBbar wird hier das ineinanderverketten rö- 
mischer Kaiserkultvorstellungen mit dem neuen 
christlichen Geist. Dem entspricht, daß nicht des 
armen Kindes in einem Stall oder einer Grotte ge- 
dacht wird, sondern daß in dieser frühesten faßba- 
ren repräsentativen Darstellung des Mysteriums 
der Geburt und Epiphanie der Sohn Gottes als 
neuer Weltenherrscher, als Theos epiphanes er- 
scheint. Christus ist an die Stelle des Kaisers ge- 
treten, in kaiserlichen Gewändern und menschli- 
cher Gestalt erscheint er auf Erden, als Retter der 
Weit und als FrledensstifterJ isoliert von der 
Hauptszene thront Maria, die Gottesgebarerin, 
stehen, den Blick zum Stern erhoben, die Magier 
in persischer Tracht. 
Das Fest der Epiphanie wurde im orientalisc 
Bereich zuerst wohl in Alexandrien gefeiert, 
zwar seit dem 2. Jahrhundert als ein Lichtfest, 
die leibliche Geburt Christi ebenso umfaßte 
seine geistige in der Taufe. Dazu wurde der 
burtstag Christi auf den 6. Januar festgelegt, 
den 13. Tag nach der Wlntersonnenwende, da 
Licht und die Tage zu wachsen beginnen." 
Nach Einführung des römischen Geburtsfe: 
Christi am 25. Dezember des Jahres 354 kam e 
einer Teilung der Festinhalte. Seitdem begeht 
Kirche des Ostens die Geburt mit Magieranbet 
am 25. Dezember, am 6. Januar die Taufe und 
Wunder zu Kana. im Westen hingegen begeht i 
seitdem am 25. Dezember ausschließlich das i 
der Geburt Christi, am 6. Januar das der Mai 
huldigung, wobei vor allem der heilige Augusti 
der Huldigung besondere Bedeutung zumaii 
sah in der Anbetung der Drei Könige die Hi 
gung der Heidenwelt und damit die Entsteh 
der wuniversa ecciesia gentiumiu 
Mit der Trennung und klaren Definition der Fe: 
halte kam es zu zahlreichen Darstellungen, im 
sten zunächst auf frühchristlichen Sarkopha 
- wobei der Versuch einer Verkiltterung 
kömmiich heidnisch-antiker Biidvorsteilungen 
neuem christlichem Gedankengut von besoi 
rern Interesse Ist. Die ikonographie der huldii 
den Magier oder Weisen wurde unmittelbar
	        
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