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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXIX (1984 / Heft 192 und 193)

es Ostertag (7), Monslranz. Silber, vergoldet; Email, Edel- 
ne; H5he565cm. Unlanim FußgravlerleSllberplalte mil 
lbgmßenr) Wappen des Erzbischofs Wolf Dietrich und 
Jahreszahl 1596. Salzburg, Domkustodie 
lusvanVlanen. hl. Johannes aus der Kreuzigungsgruppe 
Erzblscholwoll Dietrich. Rückseite. Gold, gel 'eben, Hü- 
38 cm. Florenz, Sammlungen des Palazzo Pilti. Inv. Nr. 
5! A. s. e. 
 
 
w 
Jngen 57 - 61 
lena Hörmann-Weingartner, Kat. d. Ausst. vGold und Silber - 
chatze aus Tirüla, Innsbruck 196i, Kat. Nr. 91 aul S. 65 - 66. 
I Michael Fritz, Goldschmiedekunsl der Goiik in Mitteleuropa. 
Brl 1982, hier S. 181 - 132. 
nnßwelnglrlrler wie Anm. 57. 
issacher lri Kat. a. Ausst. rSalzburgs Alle Schatzkammern, Salze 
)67, Kai. Nr. 59 auf S. 58-69. 
Nagner In der Katalognummer zur rPretioseneMonslranz-r des 
'99! Domschatzes, ln' Kat. d. Ausst. -Gold und Silber k Kostbare 
iuS Sallblügu, Salzburg 1984. 
Lunulagehäuse von kreisrunder Form ist. Solche 
vScheibenrr-Monstranzen waren, vielleicht in Anleh- 
nung an italienische Vorbilder. im letzten Jahrzehnt des 
1Suahrhundertswiedermoderngeworden-ebenfalls 
1596 entstand die heute in der Pfarrkirche von St. Peter 
in Heinfels, Osttirol, verwahrte Scheibenmonstranz des 
Konstanzer Goldschmiede Heinrich Eglof." Das älte- 
ste erhaltene Beispiel fürsolche Scheibenmonstranzen 
ist die um 1320 entstandene i-Apostelmonstranzw des 
Basler Münsterschatzes (heute Historisches Museum 
Basel). Bei diesem Werk wird das Lunulagehäuse von 
16 Emailmedailions umrahmt, in denen in ikonogra- 
phisch sinnvoller Weise Christus selbst sowie Maria, 
2 Engel und die 12 Apostel erscheinen. Johann Michael 
Fritz hat nachgewiesen? daß die im Zusammenhang 
mitdem um 1320 in Basel eingeführten F ronleichnams- 
fest entstandene Apostelmonstranz auch als Reliquien- 
monstranz Verwendungfand. Die von Heinrich Eglotge- 
schaffene Hostienmonstranz hat gleichfalls um das Lu- 
nulagehäuse zwölf kreisrunde Medaillons mit den Dar- 
stellungen derApostel und soll ivangeblich ursprür 
als Reliquienmonstranzk" gedient haben. Sieht 
davon ab, daß das die Wolf-Dietrich-Monstranz b 
nende Edelsteinkreuz sowie die beiden durchboi 
Saphire außen an den Seiten nvon einem mittel 
lichen Gegenstand stammen und dem Objekt zugf 
wurdenus", so fällt auf, daß hier das Lunulagehäusi 
14 Edelsteinen umgeben wird. Bei der durchdac 
Komposition des Werkes kann solches nicht uZl 
sein. Denn bei allem Wandel im einzelnen habe 
Edelsteine die symbolische Bedeutung, die ihner 
alters her zuerkannt wurde, niemals verloren." I 
Fehlen exakter Quellen erliegt zwar die Symbl 
schung. bedingt durch die oft mögliche Vielschic 
keit wie Mehrdeutigkeit des Einzelsymbois, nur z 
der Gefahr der Fehlinterpretation aufgrund per: 
cher Vorlieben. Trotzdem darf hier die Vermutung 
gesprochen werden, daß die Edelsteine der Wolf-i 
rich-Monstranz ihrer tieferen Bedeutung nach uBil 
sind, die nach einem bestimmten, theologisch ki
	        

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