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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXIX (1984 / Heft 192 und 193)

tes international besetztes w-Kolloquium zur Sanierung 
nd Wiederherstellung der Salzburger Domorgelnt im 
rühjahr 1983 geschehene Wiederentdeckung der Tat- 
ache. daß die mächtigen Vierungspfeiler nicht massiv 
emauert sind, sondern - zweifellos nach Solaris 
irundriß und Gesamtplan - in ihrem Inneren Raum für 
ie Stiegenautgänge zu den Musikemporen boten. Und 
uch wieder bieten können, wenn es zurWiederherstel- 
ing der Emporen an den Vierungspfeilern kommt, 
ielbstverständlich müssen sich weitere Untersuchun- 
en der Bausubstanz im Bereich der Pfeiler anschlie- 
en. Doch seien als erstes, mit Recht als Sensation 
mpiundenes Ergebnis hierdie aufGrund desersten Lo- 
alaugenscheines (im Frühjahr 1983) angefertigten 
Ieichnungen von Grundriß und Schnitt des nordwest- 
chen Vierungspfeiters sowieeine Fotografie des heuti- 
en Zustandes des gewölbten Raumes im inneren des 
ildwestlichen Vierungspfeilers veröffentlichNAbb. 6, 8 
nd 7). Aus der Zeichnung des Schnittes ist der - trotz 
ier Aufschüttung unten und der Vermauerung oben - 
reigebliebene mittlere Teil der Stiege ersichtlich, mit 
wei plus vier Stufen unter- bzw. oberhalb eines Absat- 
es des insgesamt einundzwanzigstuligen Emporen- 
ufganges. Der (heute leere) ninnere Raum des (süd- 
restlichen) Pteilersu wurde, wie neueste Forschungen 
eigten, noch im Jahre 1842 mit einer neuen Eingangs- 
üre zu den im Pfeiler-inneren befindlichen Blasbalgen 
Inr nmni riiacne nTrnrnnßlnrrhnrne-r ubrenhnn 
chen Gestaltung der Holzteile. Aus einem - heute ver- 
schollenen -Vertrag mitdem nweißmeisteru Carlo An- 
tonio Cerronettigeht hervor, daßdas vHolzwerkir der(je- 
weils drei) an die Pfeiler angelehnten Teile der Orgelge- 
hause nunmehr in schwarzem Lackfarbenton gehalten 
und an den Verzierungen vergoldet waren. So gesche- 
hen lautVertrag vom 31 . Dezember 1 734. Wie warendie 
Holzteile vorher gefärbelt gewesen? 
Nachforschungen in jüngsterZeit haben bereits mehre- 
re neue und z. T. sehr aufschlußreiche dokumentari- 
sche Belege zutagegelbrdert und es zeigtsich in zuneh- 
mendem Maße, daß auch bereits bekanntes Archiv- und 
Bildmaterial noch weiter auszuwerten ist, nicht zuletzt 
wegen der anderen (und man darf in gewissen Zusam- 
menhängen sagen: der besseren) Einschätzung und 
Kenntnis derSachlage und der Entwicklung. Aufdiesen 
Wegen wird geduldig und hollentlich auch mit Glück 
weiterzugehen sein. Diesgilt natürlich insbesondere für 
alles, was mit den Pfeileremporen zusammenhängt, 
undhiernichtnurtürdieorgelbaulichenAspekte allein. 
Sowohl der im September 1983 neu ausgeschriebene 
NeubaudergroBenOrgelaulderWestemporeals auch 
die mit der Frage der Wiedererrichtung der vier Musik- 
emporen im Kuppelraum verbundenen ästhetischen 
und orgelbautechnischen Problemebedürfen nochwei- 
terer Überlegungen, Erkenntnisse und Entscheidun- 
gen. Im Hinblick auf diese soll im folgenden anhand ei- 
nur Dildrinlzi irnanlnfinn nininec Vnn Harn uwin Ae nautis- 
sei ein Überblick über die Orgeln im Salzburger Dom 
1628 - 1859. 
Es handelt sich um insgesamt sechs Orgeln: die vier Or- 
geln aut den Pfeileremporen, ein Orgelpositiv im Pres- 
byterium in der Hauptkonche (auf der Epistelseite, zu 
ebener Erde rechts vorne). und die große Orgel auf der 
Westempore (über der Eingangshalle). Mehr noch als 
die Zahl derim barocken Dom vorhandenen Orgeln mag 
die Tatsache überraschen, daß das hier zuletzt genann- 
te Instrument als letztes hinzugekommen ist: Die große 
Orgel auf der Westempore wurde erst Anfang des 
18. Jahrhunderts, tünfundslebzig Jahre nach der Weihe 
des Domes, errichtet. 
Bei der Weihe des Barockdomes (1628) waren nzwei 
wohlgezierte Orgelnti beteiligt, zweifellos die beiden In- 
strumente an den östlichen Vierungspleilern: rechts 
(mitdem Blick zum Hauptaltar), aufder Epistelseite, die 
sogenannte Haupt-oderHoforgeklinks, aufder Evange- 
lienseite, die später sogenannte Heilig-Geist-Orgel. Als 
Erbauer ist Leopold Rotenburger namhaft zu machen, 
seit1612Salzburgserster"Hoforgelmacheru.Vielleicht 
verwendete Leopold Rotenburger für diese beiden er- 
sten Orgeln des barocken Salzburger Domes Material 
der(im Sommer 1600) abgebrochenen Orgelndes alten 
Domes, derüberdreiOrgelnverfügf hatte: die mächtige 
Hauptorgel wbey derhinteren Kirchenthüre darobu (also 
auf der Westempore) und je ein Orgelpositiv wbey dem 
zum... n" da: um inkllnnnhn im nennt. m4 z" da! Dilnrilne.
	        

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