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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXIX (1984 / Heft 192 und 193)

 
11 Hubert Schmalix, nDritler Berichtu. P 
1901. ÖIIMQIino, 200 x 200 pm 
Anmerkungen 4 - 5 
1 r-Einlach gure MaIeraL-r Katalog der Ausslslb 
lung G98 MUSGUMS des 2D. Jahrhunderts. Wlen 
1983. Gespräche der Künstler mlt Wollgaug 
Drexler. 
' ebenda 
Der Auror sann Frau Dr. Ursula Krinziuger Vurdls 
Bereitstellung des Blldmalerials von Anzlnger. 
Schmallx. Mosbachel. Klinkan und Walde. 
red Klinkan, wAxis Mundiu, 
D X 200 cm 
1982. Acryl, ÖIILeinwand, 
10 HubertScheibl, vDie Lusl des gelben Knotem, 1983. ÖlILein- 
wand. 200 x 150 cm 
selten zu einer geschichtslosen Beschwörung eines 
Wunscharkadien, in dem der zumeist unbekleidete ar- 
chaische, einfache Mensch aufder Suche nach derver- 
lorengegangenen Unschuld unterwegs ist. Zentrale 
Themen wie Frieden, Glück und Alternativen zur derzei- 
tigen Konsumgesellschaft werden deutlich, eine nmedi- 
terrane Sinnlichkeitn, ein neues, einfaches Reden, wie 
es in der Literatur bei Peter Handke auftaucht, wird ins 
Bild übergeführt. Erstaunlich ist, daß diese Sinnlichkeit 
nur in den wenigsten Fallen erotisch ist; es ist die Sinn- 
lichkeit eines Nudistencamps, die Figuren sind zumeist 
zeichenhaft gebannt und sind, wo sie nicht wie im Falle 
der ekstatischen Kürperprojektionen einer verletzten 
Sinnlichkeit bei Anzinger, von einer Nacktheit, die man 
auch als Selbstverständlichkeit mitinterpretieren kann. 
Im Unterschied zur italienischen Arte Citra ist die Male- 
rei der jüngeren Österreicher ungleich weniger ver- 
schlüsselt, mit Ausnahme der Figuren weniger geheim- 
nisvoll, sie entbehrt der bei den ltalienern bekannten 
Querverweise und Anspielungen, bedient sich weniger 
und einfacher Formzitate. Wesentlich ist füralle die Do- 
minanz der Farbe, der Abbau eines überhand nehmen- 
den Formbewußtseins für Signale und abstrakte Gra- 
phismen. Auf die Sinnlichkeit der oft geschickt einge- 
setzten Farbewird wiederwert gelegt. Die stille Revolte 
derWiener Künstler, die verhältnismäßig lrüh, Mitte der 
siebziger Jahre, sich auf die Malerei zurückgezogen 
hatten, betraf vor allern den aus Graz stammenden Hu- 
bert Schmalix, der als einerder begabtesten Protagoni- 
sten gelten muß. Er verstand es bis heute den unter- 
suchenden Charakter seiner Malerei beizubehalten. und 
er hat in jedem seiner Werkabschnitte unter bestimmten 
Prämissen seine Bildserien ausgeführt. Die rhythmisch 
malerische Struktur und die formale Reduktion wird bei 
ihm mit großer Sicherheit vorgeführt. Was ihn, und hier 
geht der parallel mit den Untersuchungen Gerhard 
Richters, interessiert, ist, die Erscheinungen der Welt 
von ihrer Malbarkeit her zu untersuchen. Man muß sich 
die Situation Mitte der siebziger Jahre in Erinnerung ru- 
fen,alsdie FotograliemitgroßerSelbstverständlichkeit 
sich die bildende Kunst eroberte und Gerhard Richter 
mit seinen Foto-Bildern, malerischen Übersetzungen 
von Amateuraufnahmen, deren Charakter des Vagen 
undVerwischten nochgesteigertwurde,aufdieMalerei 
venuies. Richter hatte die Krise des gemalten Bildes 
durch das Malen der Fotografien gebrochen. Trotz der 
großen Spannweite des bisher vorliegenden Werkes
	        

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