MAK

Full text: Alte und Moderne Kunst XX (1975 / Sonderheft Europäisches Denkmalschutzjahr 1975) (1975)

Rückführen der Arkadenfronten im Innenhof auf 
den originalen Zustand, wobei einerseits Aus- 
mauerungen der Bogenfelder im westlichen Teil, 
andererseits Glasflächen in Holzkonstruktionen 
in der östlichen Arkadenfront entfernt werden 
mußten. 
Der unter den Erdgeschoßarkaden vorhandene 
Brunnen wurde als typisches Salzburger Innen- 
hofmotiv instand gesetzt. 
Trotz beachtlicher Mehrkosten wurde eine an 
das frühere Grabendach angelehnte DachausbiI- 
dung auf Empfehlung der Salzburger Altstadt- 
erhaltungskommission angefertigt. 
Die aufgefundenen, zahlreichen Konglomerat- 
steingewände an Türen und Fenstern mußten 
nur zu einem geringen Teil ergänzt oder aus- 
gebessert werden. 
2. Die Sanierung des Hauses Waagplatz 2 geht 
im Gegensatz zum Teil Waagplatz 'Ia auf rein 
private Initiative und gemeinsame Anstrengun- 
gen von Bauherrn und planendem Architekten 
zurück. Es ist gelungen, an einem desolaten, 
zum Teil mit Mauerrissen durchzogenen und in 
seinem Komfort völlig überholten Altstadthaus 
eine musterhafte Restaurierung des Obiektes 
durchzuführen. Es stellt ein gutgelungenes Bei- 
spiel einer echten Revitalisierung mit Umwid- 
mung zu einem Gastgewerbebetrieb dar. 
Folgende Arbeiten waren notwendig: 
Um den Durchgang zum Haus Waagplatz "la 
von dem geplanten Restaurantbetrieb zu tren- 
nen, mußte durch den Seitentrakt an der Dölle- 
rergasse 2 ein neuer Zugang in den Hof ge- 
schaffen werden. Dadurch war es möglich, das 
Objekt ohne Störung auf Grund bisheriger 
Durchgangsrechte neu zu konzipieren. 
Die Hausteile zur Döllerergasse hin mußten 
durch eiserne Schließen verhängt werden, um 
die hier aufgetretene Ausbauchung der Außen- 
mauer zu unterbinden. 
Zu dem im Erdgeschoß etablierten Restaurant 
wurden die beiden Kellerräume mit ihren hohen, 
schweren Tonnengewölben aus exakt behaue- 
nen Konglomeratquadern in den Gastbetrieb 
miteinbezogen. 
In einen vorhandenen Lichtschacht wurde ne- 
ben Lifts die komplette Vertikalversorgung an 
Installationen eingebaut, wodurch ein Durch- 
stoßen van Gewölben im Inneren des Hauses 
verhindert wurde. Die vorhandenen Konglome- 
ratgewönde der ehemaligen Lichtschochtfenster 
wurden bis zum Fußboden verlängert und die- 
nen nun als Türumrahmungen der Lifttüren. 
Die Verbindung zu den oberen Geschossen war 
deshalb besonders erwünscht, weil das Dachge- 
schaß zusätzlich als Restaurant dienen sollte. 
Auch hier wurde ein alten Stichen nachempfun- 
denes Grabendach anstelle eines formlosen Un- 
getüms aufgesetzt. Durch die Ausbildung der 
nach Süden abgewalmten Dachflächen des Gra- 
bendaches aus spiegelfreiem Thermoglas wird 
von hier aus ein guter Blick auf Altstadt und 
Festung gegeben sein. Während des Planungs- 
stadiums hat dieses „Glasdach" zahlreiche Pro- 
teste hervorgerufen. Es bleibt abzuwarten, wel- 
chen Eindruck die Glasfläche nach der in Kürze 
zu erwartenden Eröffnung auch dieses Restau- 
rantteiles im Gesamtbild der Außenerscheinung 
bieten wird. 
Bis auf wenige und vor allem nicht entschei- 
dende Änderungen wurde der historische Zu- 
stand im Inneren völlig wiederhergestellt. Hiebei 
konnten zum Teil wichtige Fakten für Rück- 
schlüsse auf die Baugeschichte aufgefunden wer- 
den, wie zum Beispiel die Kellenstrichverfugung 
des mittelalterlichen Bruchsteinmauerwerkes im 
Bereich der Stiegenhaushalle im ersten Ober- 
geschoß. Zahlreiche später eingebaute Zwischen- 
wände mußten entfernt werden. Schwere Schä- 
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