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Volltext: Alte und Moderne Kunst XIV (1969 / Heft 104)

lnkunabel sakraler Boeckl-Wandmalerei der Bea 
trachtung freizugeben. Tänzerisch ist die Bewe- 
gung das Christus. Das Rosa seines Gewandes 
ist zum Blaugrün des Meeres gestimmt: links 
oben die Silhouette des Kahns mit den übrigen 
Aposteln vor dem goldgelben Horizont, der die 
Farbe des lnkarnats nochmals im Hintergrund 
aufleuchten läßt. (Die Wellen der Moldau, über 
denen Nepomuk am rechten lnnanflügel des 
Altarwerkes - im Gegensatz zum Stephanus im 
geschlossenen Umriß hieratisoh-frontal, wie von 
einem frühchristlichen Mosaik angeregt s steht. 
sind eine deutliche Erinnerung an das Meer in 
Maria Saal. Fast ein Jahrzehnt seines späten 
Schaffens. 19514960, hat Boeckl der Engel- 
kapelle in Seckau gewidmet. Großartige Aquarell- 
studien katalanischer Fresken des frühen Mittel? 
alters, vor allem aus Tahull (heute im kata- 
lanischen Museum Barcelona vereint) als 
lnspirationsquelle für die Komposition ver- 
wertend. Es ist zu sagen, daß er mit dieser Kapelle 
zu der Schicht der großen religiosen Schöpfun- 
gen, vor allem französischer Künstler, etwa 
Legeis oder Matisses, emporgerückt ist. (Wie 
Matisse hat er auch Plastik geschaffen, das 
springende Pferd, bei dem wie bei der Aktis 
technisch viel von der Oberfläche des gekneteten 
Wachses in die Bronze übernommen wurde, die 
diese Plastiken der Technik nach eher in die 
Nähe Degas rücken.) 
Als Herbert Boeckl am 20. Jänner 1966 starb 
(das Photo zeigt ihn knapp vor seiner langen, 
zum Tode führenden Krankheit), ging der 
österreichischen Kunst nicht zuletzt euch ein 
ganz großer Meister des Aquarells verloren, der 
dessen Tradition weit über Kokoschka hinaus- 
gefuhrt hat, dem in diesen Aquarellen wie in der 
Graphik der Schritt ins Abstrakte zwanglos ge- 
lang, der damit vielen jungen osterreichischen 
Künstlern den Weg wies und dessen Faraphrasen 
nach spanischen oder ägyptischen Fresken in 
unserem Jahrhundert etwas ähnliches bedeuten 
wie die Paraphrasen Picassos nach Gemälden 
älterer Kunst, zugleich aber eine Künstler- 
persönlichkelt, die durch ihr Schaffen als Kärntnar 
die österreichische Malerei ins Europäische ge- 
weitet hat. 
Halben Boeckl, Allee, 1919 
Hevben Boackl, Brüssel. 1935. GBIEHE Wunhle, Wien 
Hevben Boeckl, Die apokalyptischen Rei1ov,1951-l960. 
Fvsskumalevel, Ostwind der Engelskspalla Seckau. 
Steiermark. 
B Hevben Boeckl, Hcillgev Stephanus, 1932. Kveide au! 
Karton. Landesgalerie Xhqenluvl 
s Hevhen Eneckl (eines sainev lelzlen Photos vor seiner 
langen Krankhan) 
xmw: 
LITERATUR 
Meielei aus Notwendigkeit". In: „EueckV 
o. Benasch. 
Wien 1947. 
w. Hnlmann : „Herbert Bueckl, Zeichnungen und Aquavells", 
Schriften des Museums des 20. Jahrhunderts, Wien 196a. 
n. Milesi: HGrephik des 2a. Jahrhunderts in Kamtan" (ZLII 
Drucklegung vorberewteles Manuskript). 

	        

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