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Volltext: Alte und Moderne Kunst IX (1964 / Heft 72)

ite ist wieder der Weg offen zu neuen, allerdings viel engeren 
ammenfassungen. Eines steht fest: In der Schönen Madonna von 
rr ist der Prototyp der Thotner Madonna gefunden worden. Dies 
eisen die Vergleiche der Komposition und des Stils. Clasens 
orie über die Genesis der Thornerin ist damit endgültig wider- 
19. Der Verfasser möchte jedoch noch einen Schritt weitergehen 
die Figur als ein früheres Werk des Meisters der Madonnen von 
vrn und Bonn und der Maria einer Heimsuchung in Thorn erklä- 
Denn hier ist nicht nur eine ähnliche Komposition - nur ein 
ototyp" - vorhanden, hier haben wir darüber hinaus die gleiche 
e Qualitätsstufe und weitgehende Übereinstimmung in Einzel- 
en, wie dem Faltenaufstoß. Diese Übereinstimmung geht über 
ilogische Vergleiche hinaus und erweist trotz der verschiedenen 
wicklungsstufe dieselbe individuelle Handschrift. Andere Werke 
es Typus diesem Meister zuzuschreiben kann im engen Rahmen 
es Berichtes nicht versucht werden. 
vielumsttittene Problem des „Wanderkünstlers" wird wiederum 
viert. Wenn die momentane Schulmeinung eher dazu neigt, seine 
stenz zugunsten regionaler Tendenzen zu verleugnen, so zeugen 
h zahlreiche Dokumente und Verträge vor allem aus Italien von der 
atenz dieser Wandernden, die großen Auftragen nachzogen, so 
gen vor allem die erhaltenen Kunstwerke von dieser Wanderung, 
im Osten Mitteleuropas Schöne Madonnen schuf: Sie geht von 
en aus, um an Orten der Marienverehrung Schöne Madonnen zu 
iifen, in Salzburg, in Böhmen, bis hinauf in das Gebiet der „Maria- 
', des deutschen Ritterordens, nach Thorn. 
Der Fund aus dem Alpental des Lungaus weist in seiner Gene 
Italien, in seiner Ausstrahlung aber weit in den Norden. E 
zeichnet Salzburgs Stellung in der Stilentwicklung Z9. Der Y 
möchte jedoch nicht gleich den Verfechtern anderer Zentren an 
nalen Gesichtspunkten eine alleine führende Stellung Salzburg 
ableiten. Albert Kutals Hinweis auf die Ähnlichkeit der Socke 
von Thorn mit den Parlefschen Porträtplastiken in Prag ist b: 
und gibt zu denken Z1. Es gibt für die Kunst um 1400 kein a 
Zentrum. Dies trifft auch für Böhmen zu, das nach seiner 2 
Stellung vor 1380 erst wieder gegen 1400 in der Verbreiterung 
eine neue reiche Blüte entfaltete. Es wird Aufgabe der künfti; 
schung sein, nach Abbau aller zu regional orientierten Thl 
weitgespannten und überregionalen Wege der Kunst um 140 
zeigen. 
Für den unbekannten Europäer, der die Schöne Madonna von 
pfarr schuf, mag Lorenzo Ghibertis berühmte Lobrede ai 
deutschen Meister der Plastik, die man auch auf Sluter und 
Riminimeister bezogen hat, ganz besonders Geltung haben: 
„ . . . era di eccellentissimo ingegno, 
. . . perfetto nelle sue opere, 
al pari degli statuarj antichi greci, 
. . . aveva gentilissima aria nelle sue opere"21. 
(. . . er war von hervorragendem Genie, 
. . . vollkommen in seinen Werken, 
gleich den antiken griechischen Meistern, 
. . . ein Hauch edelster Vomehrnheit schwebte in seinen Werke: 

	        

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