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Volltext: Alte und Moderne Kunst IX (1964 / Heft 72)

 
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von mehreren Bietern Dicke, deren Alter auf etliche Jahrhunderte 
geschätzt wird. Wegen ihres langsamen Wachstums und ihrer Selten- 
heit steht die Eibe allenthalben unter Naturschutz. Das rotbraune, 
harzarme, ungemein harte und feste Holz der Eibe hat eine äußerst 
feine Faserung. Es ist geruchlos, von hohem spezifischem Gewicht, 
sehr widerstandsfähig und elastisch, läßt sich schwer spleißen, trocknet 
langsamer als jedes andere Holz und ist nahezu unverwüstlich. Die 
jahresringe sind ganz schmal (Abb. 1) und haben eine feine Wellen? 
linienzeichnung (Abb. 2) mit scharfen Konturen (Abb.  Eibenholz- 
furniere bieten einen prächtigen Anblick und übertreHen an Schönheit 
der Maserung selbst das Mahagoniholz. Schwarz gebeizt kann man es 
nur schwer vom Ebenholz unterscheiden. 
In Ungarn, das einst über ansehnliche Ruteibenbestände verfügte, 
begegnet man dem Taxus 7 abgesehen von kultivierten Ziersträuchern 
V r nur noch in Naturschutzgebieten. X570 er heute als verkümmerter 
Strauch sein Dasein fristet, standen in früheren Zeiten aller Wahr- 
scheinlichkeit nach ausgedehnte Taxuswälder, die dem Aberglauben, 
den Volksbräuchen und der menschlichen Habsucht zum Opfer 
fielen. 
Im nördlichen Teil des ungarischen Älittelgebirges, in der Bükk und 
Niatra ist die Eibe nicht bodenständig. Um so auffallender ist ihr Vor- 
kommen im Baknnygebirge, im Umkreis von Szentgal am Nordhang 
des von Buchen bestandenen sogenannten Miklöspalberges. ln West- 
ungarn, wo sie vermutlich von den früher hier angesiedelten Nlönchse 
orden in den Klostergärten angepHanzt wurde, erfreut sie sich hoher 
Wertschätzung. Statt aus Tannenzweigen und Moos Hochten die 
Einwohner dieser Gegend am Allerseelentag und bei anderen Anlässen 
ihre Toten- oder Festkränzc aus Taxuszweigen. Dieser Brauch hat 
 
4 Schrcihsashnnk, Eibcn- und schwarzgcbcizlc 
Sig. u. dar. "JOH JUSTH. KESMARK m09 
Kunslgewcrbcmuwum, Budapest 
KirIu-nholzfunlicl 
u. März". H. 
5 Sigmtux du Schreilwchraukcs Abb. 4 Y 
 
sich in manchen Gegenden bis heute erhalten, ein Grund mehr zur 
fortschreitenden Abnahme des noch vorhandenen Bestandes. 
In Siebenbürgen war der Taxus (ungarisch Tiszafa) vor Zeiten ziemlich 
stark verbreitet, worauf die häuhg wiederkehrenden Namen ver- 
schiedener Anraine, Waldgebiete und Täler schließen lassen, wie etwa 
Tiszaspatak, Tiszas, Tiszova, Tiszolc, Tisovac, Theissholz, Eibenthal 
11- dgl. m. Auch in Siebenbürgen war sein Holz sehr beliebt. Die 
Csängös von Gyimes (eine den Szeklern verwandte Volksgruppe) 

	        

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