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Volltext: Alte und Moderne Kunst IX (1964 / Heft 72)

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1.1.11 Kupferstnh des 11. Jh. sirrrrrr hohen geistlichen Wurdenrräger wird bei Tisch ein Orden, 
scheinhch von einen! Legatcn a6 Papstes, verliehen. Luster und Kandelaber in festlichem Kerzen- 
z umrahmen die Handlung. Beiderseits der "mm hat sich dir: Hofgescllschafr zur Gratulationscour 
unmelt. urr Hofmarschall hat vor dem Tisch Aufstellung genommen und läßr aer- Speisen, 
-.- Kunstwerke barocken Tafelaufbuus. welche sorgsam schützend vorher in wirmende Servietten 
rsrhlrigcn waren. rir-r lkeihc nach hcreinrragcn. Auf der Schüssel links sind die Speisen in 
illtktnrfnrln mufgcbailt. riufcincr anderen Platte sind exotische (kwächsc und Fruchte geformt, 
auf dem Tisch selbst erkennen wir prachtvolle llllllHCHhllkvSHS. aus Porzellan gebildet. 
iDO CrLrXUB KnlInrgeJrbirbIe de: Ifjibesnwkrr 
rdr und Feuerstelle bildete den ersten Mittelpunkt menschlicher 
meinschaft. Beobachtung und Überlegung des Urmenschen lehrte 
och nicht nur, aus dem Aneinanderschlagen der Silexknollen Feuer 
erzeugen, sondern auch scharfkantige Abspaltungen dieses Natur- 
teins, die Eohthen, als Schneidewerkzeuge zu verwerten und durch 
ilngr oder Drucktechnik messerähnlich zu gestalten. Kein Geringerer 
Jakob Burkhardt hat daher „Geselligkeit" und „Spontaneität" 
die Grundvoraussetzungen kulturellen Werdens bezeichnet. 
z Ableitung des mittelhochdeutschen „mezzer" aus dem west- 
manischen ,.matisahs" und dem angelsächsischen „meteseax" ver- 
ist darauf. daß das älteste Eßwerkzeug sprachlich und wirklich 
e Verbindung zweier bedeutungsverschiedener Zugehörigkeiten, 
1 "mat" e Speise und von „sahs" : Schneide, darstellt und bereits 
. lateinische „saxum" : Stein, mithin die Erinnerung an die Stein- 
 
 
 
 
 
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Änanasfrucht als Hauhc nufivcixi. Buchau- 
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des Chelleens, freilich sind nichts weiter als amorphe JXDSPUS 
Mutterknollens. Erst das Acheuleen, das ganz Xlfest- und Süd: 
umfaßte, entwickelte die Technik des Retuschierens, bei welch 
Abschläge nicht mehr durch einen anderen Stein, sondern 
Knochenstücke 7 wie noch heute bei den Eskimos üblich - 
durch Hartholz abgedruckt wurden. Die alte Faustbeilkultur 
durch die Kultur des Neandertalers abgelöst. Der Name „Fau 
freilich will in dem Sinne verstanden sein, daß dieses Gerät - 
mutlich an der Griffstelle umwickelt - nicht so sehr zu Sto 
Schlag, sondern zum Schneiden und Zerlegen verwendet wurd 
jungpaläolithikum, insbesonders das Solutreen, setzt diese Entwii 
zum Dimunitiven, zu sorgfaltigerer und reicherer Retuschierun 
Die Steinklingen werden, auch bei großen Flächen, sehr düi 
halten, und meistens nur einseitig und an den Rändern retus 
Die letzte Glättung geschah zumeist durch einen Wetzstein aus St 
Mit dem Neolithikum tritt der Urmensch aus dem Stadium des Sar 
und Jägers in die Kultur des Bauerntums über. Die Bearbeitu 
Steinmesser wird differenzierter und vor allen Dingen weit; 
durch eine neue Technik, die des Schleifens, bestimmt. Es wir 
mutet, daß sogar schon rotierende Schleifsteine bekannt warei 
Fund eines ägyptischen hIessers gibt uns darüber Aufschlul 
verschiedene Messer nicht von der Mitte, sondern vom Ran 
bearbeitet wurden. Das Messer von Gebel el Arak (3000 v. Chr. 
eines jener schönen gekrümmten Feuersteinmesser mit Elfenbe 
der die feine Krümmung der Klinge fortsetzt und in berechnet: 
beziehung nach oben abrundet. Die Steinklinge hat einen ( 
der Mitte, von dem die Abschläge nach beiden Seiten mulde 
Vertiefungen in regelmäßiger Folge wie ein Wellenornament erz 
Die Rückseite ist geglättet, der Elfenbeingriff reichlich mit f 
bedeckt. Hier im vordynastischen Altägypten und im Spätneolil 
der dänischen Halbinsel wurden die vollendetsten hlesser der Si 
hergestellt. Soweit noch eine doppelseitige Behauung vorhanc 
lehnt die Form sich in Europa seit dem Cheleen an den Grun 
der hlandelform an. Es ist jedoch anzumerken, daß in der F 
nicht nur Naturgestein wie Silex, Granit, Porphyr und Kalksi 
Klingen verarbeitet, sondern auch pflanzliche Stoffe wie hartes 
holz zu Messern gestaltet wurden, wie Funde aus Pfahlbautc 
Schweizer Seen bestätigen. Den tierischen Substraten aus Bei 
Knochenabsplissen gleich, die sogar unbearbeitet wie eine 
kantige Muschelschale zum Schneiden benutzt werden konnten, 
sie dem Zerfall der Zeit stärker ausgesetzt als der Stein. Voi 
wurden aus Materialien wie Holz oder Elfenbein aber das 
frühe Eßwerkzeug der Menschheit, nämlich der Löffel, herg 
Schon zu Ende des Paläolithikums, etwa um SOOO v. Chr., r 
wiesen, stellt er sich in seiner ältesten Form als dünner Knochi 
dessen Ende löffelähnlich ausgeschnitzt war. Und erreicht wie 
in Altägypten, und zwar in den reich figürlich ausgeschnitztei 
löffeln, seine künstlerisch gelungenste Form. Ägyptische Hol 
welche zum Einnehmen von Speise benutzt wurden, weisen 
Fischform auf. Es gibt im Lande des Nils aber auch steinerne 
aus dem 3. Jahrtausend v. Chr. von exakter Linienführung 
rundung der Löffelschale und Glättung der Oberfläche, dere 
sich in Form einer sich schlangelnden Brillenschlange darstellt. 
Die Erfindung der Bronze, einer Legierung aus Kupfer und Zir 
der darauffolgenden Zeit ihren Namen und bedeutete einen i 
lichen Fortschritt gegenüber der um 2000 v. Chr. zu Ende gel 
Steinzeit. Reines Kupfer hatte sich als zu weich zur Messerhers 
erwiesen, und sind daher von der Feldforschung nur wenige II 
messer, zumeist in Frankreich und Spanien, festgestellt wurde: 
lich ließ sich auch die Bronze nicht leicht härten. Die Klinge 
gehämmert, gedengelt werden und bog sich bei dieser Bearl 
durch. Die halbmondförmige und auch rechteckige Form der I 
klinge geht allerdings auf die von der Steinzeit überlieferte 
zurück, und wir werden auch für die weitere Formgeschicl 
Bestecks festhalten müssen, daß auch bei neuem Material und
	        

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