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Volltext: Alte und Moderne Kunst IX (1964 / Heft 72)

8 Jleiligcs silbernes Eßbcslcck 
gnm. Kling: des Mcsicrs in Spil 
vemidmll. Gabel mit drei g 
Zinken. Lölfrl mit länglich ova 
Bcschauzcichen. Augsburg 17.111 
Silberne Gabel mit zufslcckbarc 
schale und umlegbarcm bzw. kl: 
Grill". Fmrstellricgel und Rück 
Laß": mit Klammem m: Aufn: 
Gabelzinkcn versehen. Maska 
GrifTansnz. Tierkopf auf dem 
ricgrl. von cincm Löwen ; 
Wippen aus Haubc. Beidseitig: c 
tierung dcs GrilTbands. lnnengz 
ovalen LatT: mit Wappen. Bescha 
1. Hilft: des 18. jh. 
Porzcllangriffc eines Mlsscrs u 
Gabel in wulstigrr Form. mit entz 
Vogelmustcm bemalt. Vergolde 
cen. Dresdrn. Um 1775 
 
sehen ist, und der „ligula" mit tiefer, runder Schöpflaffe zum 
nehmen Hüssiger Speisen, dessen Griff meist Delphinform besaß 
der Laffe angelötet war. Plinius freilich führt für die Spitze des 
hlear die Fama an, daß zur Abwehr böser Geister die Eierschale 
1er durchlöchert werden müsse. Beachtung, da nur bei den Römern 
kommend, verdient die Art des Gritfansatzes. Die Ausweitung 
itroms zum Imperium Romanum, der Segen der Pax Augusta 
'hl0ß den Handel mit Ostindien und Asien und ermöglichte dem 
n der Kaiserzeit einen Tafelluxus, welcher bereits dekadenten 
.raktet besaß und von Petronius im „Gastmahl des Trimalchio" 
lbertrefflich dargestellt wurde. 
' Germanenaufbruch der Völkerwanderungszeit bedeutete auch 
' eine echte Zäsur. Wurde uns von den Römern berichtet, daß 
an vereinzelt kleine eiserne Gäbelchen, wohl zum Einnehmen von 
st, benutzt wurden, so müssen wir nun für das Mittelalter fest- 
len, daß man wieder ausnahmslos vom Bettelmann bis zum Kaiser 
den Fingern, und nicht immer sehr manierlich, wie die zahlreichen 
schzuchten" beanstanden, aß. Messer sind nur in sehr geringer 
ll überliefert, so daß wir hier in erster Linie auf bildliche Dar- 
lungen angewiesen sind. Die Klingenform ist meist nicht spitz, 
dem plump abgerundet oder gerade abgeschnitten am Ende. Eine 
iderart weist am Rückenende der Schneide einen halbmondförmigen 
sschnitt oder gar einen Widerhaken auf, mit welchem Fleischstiicke 
aufgespießt, Knochen abgeschabt oder zerbrochen werden kc 
Falls der Gast nicht „eingesteckt" in eine Scheide 7 daher der 
„Besteck" - sein Messer mitbrachte, wurden nur wenige Mess 
gelegt, welche gemeinsam benutzt wurden. Man schnitt das I 
jedoch nur, um es mit den Fingern zum Munde zu führen. Da 
schneidemesser, das Tranchiermesser, war bekannt. Doch gab 
neben noch ein eigentümliches großes, llachklingiges Messer 
Schneide, das „Presentoir", also ein Serviermesser, auf welche 
Fleisch vorgelegt wurde, bevor es zum Vorschneider gelangte 
veröffentlichte Vincenco Cervio das erste „Trinchierbuch" in V4 
Die Griffe des Tranchierbestecks waren nicht selten aus Serpenti 
um Vergiftungen anzuzeigen, und auch dem Bein des sager 
Einhorns schrieb man die Fähigkeit zu, Gift bemerken zu k 
Aus gleichem Grunde wurden die vertieft eingeschlagenen K 
marken mit Kupfer oder Messing ausgegossen. Mann und Frau 
jedoch nicht nur ihr eigenes Messer, sondern häufig auch ihren c 
Löffel am Gürtel. Das mittelhochdeutsche „leffel" geht auf das g 
„lapins" zurück, und erinnert damit an germanisch „lapian" : t 
Meist aus Holz gefertigt, erscheint der mittelalterliche Löffel g 
gen (Abb. 1), spanförmig, mit fast runder Kellenlaife und kurzen: 
der in Zinn oder Silber angesetzt ist. Nach damaliger Tischsitte 
nämlich der LöRel mit voller Hand, also abweichend von h 
Lebensart, umfaßt. 
 
 

	        

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