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Volltext: Alte und Moderne Kunst IX (1964 / Heft 73)

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Was nun Schrödl aus der Masse der Elfenbeinkünstler heraushebt, 
ist seine unterschiedliche Technik in der Behandlung seiner Elfenbein- 
porträts. Die Stärke der Elfenbeinplastik des neunzehnten Jahrhunderts 
scheint überhaupt im Porträt zu liegen. Hier finden wir die eigentlichen 
Arbeiten dieses Jahrhunderts und nicht in den zahllosen antikisierenden 
Arbeiten. Schrödl war als Porträtist äußerst produktiv, und hier kam 
ihm seine Art der Behandlung wohl zustatten. Seine Arbeiten entstehen 
nicht unter Zuhilfenahme einer Skizze, sondern das Porträt entsteht 
direkt nach dem Leben. Er macht seine Darstellungen nicht mit Hilfe 
eines Zwischenmodells, sei es aus Gips, Lehm oder etwa Wachs, sondern 
arbeitet direkt vom Porträtierten in das harte Material des Elfen- 
beins. 
1841 stellt er ein Elfenbeinporträt in der Jahresausstellung der Aka- 
demie 3 aus. 1844 neuerdings, wobei hier neben Originalen in Elfenbein 
auch Gipsabgüsse nach Elfenbeinbildnissen gezeigt werden. Es handelt 
sich um die abgegossenen Bildnisse der Grafen Woronzoff, Malachow- 
ski, Potocki, Szapary, des Fürsten Paskewitz sowie eines Ritters von 
Pawlikowski samt Frau und Sohn. 
Hinsichtlich seiner Reisen sind wohl die Aufenthalte in den groß 
Städten für ihn bedeutungsvoll geworden. 1836 unternimmt er ei 
Fußreise nach Venedig. In den Folgejahren scheint er wieder in Wi 
zu arbeiten, worauf unter anderem die Jahreszahl 1843 beim Port 
von Maximilian Korn verweist. 1847 sind die beiden abgebildet 
Porträts signiert, wobei das aus dem Besitz der Österreichischen Gale 
Amerling vorstellt. 1848 porträtiert er in Elfenbein Kaiser Fra 
Joseph 1., dessen Mutter, die Erzherzogin Sophie, sowie eine Rei 
anderer Erzherzoge, daneben viele Persönlichkeiten des politisch 
Lebens wie auch Bühnenkünstler. Das Porträt des Kaisers illustrie 
wie geschätzt Schrödl gewesen sein muß, daß er diesen Auftrag 
hielt. 
Von 1848 bis 1850 lebt er in Dresden. Dann bis 1853 in Warsch: 
Moskau und Petersburg. Die beiden Folgejahre verbringt er in Pai 
ist von 1855 bis 1858 in Frankfurt am Main und dann weiterhin 
Hamburg, Köln und Berlin. 
Die letzten zwanzig Jahre seines Lebens verbringt er in Dresden, ' 
er 1890 stirbt. 
ANMERKUNGEN 1-3 
1 Wcinäckn- und Dmoü". Kuml und Künstler in Frankfurt am Main. 2 (1909). 
1 Thiune-Bcckn, Allgtmdnß Lexikon der bildenden Künsdcr 30 (1936), S. 299 
1 Kataloge dzx jabrcsaustellungen der Akademie der bildenden Künste bel St. Ann 
und 15 (1841); S. E, Nr. 6413. 14-17 (1844). 
1.5.30, N1
	        

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