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Volltext: Alte und Moderne Kunst IX (1964 / Heft 73)

ist. Deutlich werden zwei Gruppen von 
Negersklaven unterschieden, die mit dem Ver- 
laden der Ballen befaßt sind. Die einen, die 
Matrosen, tragen blaue Kleidung, während die 
Sklaven der auf dem Berg gelegenen Plantage 
durch rote Röcke kenntlich sind. 1854 war 
durch die Kansas-Nebraska-Bill des Stephen 
A. Douglas das Tnr für die Sklaverei auch in 
jenen Gebieten des Nordens eröffnet worden, 
die bis dahin ausgenommen gewesen waren. 
In die Welt der gegen Westen ziehenden 
Pioniere versetzt uns der „Pembina-Train in 
Minnesota im Herbste 1859" (Abb. 6). Diese 
Trecks, oft Hunderte von Personen umfassend, 
fanden unter größter Disziplin statt. Tag für 
Tag folgten die von Ochsen und Pferden 
gezogenen Wagen von frühmorgens an mit 
Frau und Kind den voran reitenden „Pi1ots", 
die das Kommando hatten, alle von der 
gleichen HofTnung erfüllt, geeignetes Land zur 
Ansiedlung zu finden. 
Mit besonderem Interesse stellt Hölzlhuber das 
bunte Bild der Lirbevölkerung Amerikas dar. 
Ein „Bärentanz der Sioux-Indiarier in Minne- 
sora" (Abb. 5) (die Reservationen dieses 
Stammes beiinden sich jetzt in Dakota), mit 
den übergezogenen Bärenköpfen und Fellen, 
Indianer bei einem Kriegsrat, Menominees und 
Chippewas beim Ballspiel -- all das erregt sein 
Interesse. Während die ersteren sich einer Art 
Hockevschlägers bedienen, erinnert das Schlag- 
ballspiel zweier Chippewa-Indianer mit Keule 
an das heutige Baseball. 
Forts spielten in den nördlichen Staaten eine 
besondere Rolle. Sie dienten einerseits zur 
Verteidigung gegen feindliche AngriiTe, ander- 
seits waren sie Vorposten des Landes an der 
obersten Grenze gegen Kanada. Eines der 
ältesten war das Fort von Detroit, 1701 von 
Cadillac erbaut. Im „Fort Marquette" (Abb. 4) 
am südlichen Ufer des Superior-Sees haben 
wir das Beispiel eines Küstenforts aus der 
Zeit unseres Malers, in einer Bucht gelegen, 
mit kleinem IIafen, Leuchtturm und vor der 
Küste liegenden Segelschitfen. Zwei andere 
Typen von Forts sind in Aquarellen darge- 
stellt, die hier nicht reproduziert werden 
konnten (siehe Verzeichnis). 
Das Aquarell mit „Lüdemann's Farm und 
Restauration bei Milwaukee" (Abb. 3) stellt 
eine charakteristische (iroßfarm dar mit ge- 
mauertem Herrenhaus und einigen Block- 
häusern und bietet ein reizendes Picknick im 
Freien. 
Dieses Blatt bringt uns nach den Erkundigungs- 
reisen des Malers wieder in die Stadt zurück, 
in der Franz Ilfilzlhuber lebte. In „Milwaukee 
am Michigansee im Jahre 1860" (Abb. 7) 
verabschiedet . cb Ilolzlhuber in einem seiner 
reizvollsten Blatter mit einem Stadtpanorama 
aus der Yogelpcrstvektive. Die Stadtansicht 
von ziemlichem Äusmaß zeigt die Lage des 
Ortes mit der Mündung des Milwaukee River 
in den Michigansce. Eine Kathedrale und 
zahlreiche Kirchen bestimmen das Bild der 
Stadt. Die realistische Beobrichtungsgabe Ilülzl- 
bubers tritt uns hier besonders deutlich ent- 
gegen. Die Stadt erscheint in zartem (irün- 
(ielb-XYeißn-Xkkord in impressionistisch auf- 
gelockerter Malweise. Tatsächlich wird noch 
heute Milwaukee die „Cream-Citv" genannt 
34 
 
7 
nach dem verwendeten Baumaterial eines 
gelblich-weißen Ziegelsteines. Das Grün ist 
die Farbe der für Milwaukee charakteristischen 
Baumreihen. Durch die Mündung des Flusses 
wurden die radial darauf zulaufenden Straßen- 
züge bestimmt, es ist derselbe Grundriß, den 
das Milwaukee von heute noch aufweist. 
S0 geben diese Bilder eine Situationsschilde- 
rung aus Stadt und Land großer Teile des 
amerikanischen Mittelwestens der Mitte des 
vorigen jahrhunderts und sind als zeitgenös- 
sische Dokumente für die Geschichte der IQSA 
zu werten. 
7 FrJnZHOlZlhulJCf, Miiii-iiim iiin NIIChlKQIISCU iiii Jiiiii- iiiw 
8 Franz Hölllilllhtl, im Vitfgtspältl] dB! P05! nach ciiiriiiiiii-n 
ini Jiiiii 1x59 
v C f 1 t- i c ii n i; 
(iCI lilClll publlZlCrICt! 
ALIILIITIIL": 
Im Ztviscltcnrlcck cines Aus- 
ivzindcrcrschitfes nach Amerika 
I)IL'l Frauen an Deck der "Tuisco" 
Ih-r Drcitttastcr "Tutsco" am 
f). Mai 18.36 
Leuchtturm im Kam] am 9. Mai 
1856 
(iutcr Wind im Ozean 1m H. Mai 
1856 
Wallisrhc im Ozean am H. Mai 
1856 
Srlnvcitiictischc in der Nähe der 
Azoren-Inseln 
Tilnlllnitfllüllllltg Jllfllü! "Tuisco" 
um 20. Mai 1856 
Sccstitrm am Z3. Mrii 1856 
Scltitib auf hoher S01 
siiiir-Hiiiik, im erste Lünll YOH 
Alrlttriltl, 3111 1.1. Jiiiii iixsei 
EXPIOSIOH (lCS iiiinipti-ii „IVIJY- 
flntvcr im Htiruurtisec am Z4. Au- 
gust 1859 
Matrosen am Huruiii-iiscc, von 
lVlClltVniliCCS-lllkliallvftl Vtrftvlgt 
Aussicht vom 3. Stock des halt-su- 
HIHTIS ilLlf Litt! IVIIVIIIQJIISCU 
AXISILI]! eines SKJLIIQIJITCS 
Mzrkct-Htiiisc 
Kascrncitnrtigcs Fort an einem 
riiiii niii gtltlßltflli UNION Jütk 
Fort mit Eiscttbahnbruckc, älterer 
TVPHS. ii-iiiiiiiiii-ii 1H.]I1. 
IJLYKIHIC FflrtttCr 
Ein rinnti iiit (ICH! wi-gt- Zllf 
HCHLWI NllfdtfflüSSultg 
iziii Filrltitr {Illftltlfjäyltl iii-i Kiiiiiiiii 
ciiy. WISCOIIMH 
Farm in Mmnissota 
Nuss-Paris iit Miiittcsotsi. bei 
St. Cliiud am St. Peter Rivcr 
l{3llZl'l"5 Filfltigfüulltl im Staun- 
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Barrfs Illurkliaiis bei (inlcita im 
Staate Iowa 
Illovkliiitis und Pavillon im Walde 
eiiiitiiiiiigiraiin im lbltsiläsippl- 
uiiiii iiii 20. si-pii-iniit-r isst. VON 
Madisoii aus 
THHIICI i'll! LICY 1.1 t Iiiiiii- lvlihlülltpl- 
Bahn in Wiscoitsiti 
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Krlvgirül im lilklldllüf 
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