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Volltext: Alte und Moderne Kunst IX (1964 / Heft 73)

Kunst angeregt wurden. wie Mussorgskiis .,Bilder 
einer Ausstettung", die ,.To'eninset" aus Max Regers 
BÖÜÜITYSUUS oder Hindemiths „EngelskonzerW nach 
deni tsenheirrier Aitar von Grunewald. Ohne Kenntnis 
des Titels traten in den Graphiken unverkennbare 
WesenszJge der Uroilder in Erscheinung. 
hn besonderen dient Musikalische Graphik auch der 
Kunsforschung Untersuchungen "uber den Ausdrucks- 
wert von Kiongen. Farben und Gebarden an Hand von 
Vergteicnen tordern die Weserisschou in allen Bei 
reichen der Kunst Charakteristische Eigenheiten 
der Musik werden im wahren Sinne des Wortes 
VVIOr Augen getuhrt" und so klarer ertaßt Wesens- 
rrierkrnaie der Musikerpersonlichkeit, aber auch des 
Graph kers setbst treten sichtbar in Erscheinung. 
(Musikcrsche Graphiken sind „Psychogramme".) 
Nach e nQr Rhapsodie von Brahms entstandene Btlder 
etwa zeigen Ännt chkeit rnii den herben, gebrochenen 
Farben und der konstruktiven, tornwstrengen Matweise 
ion bowet Feininger, der uberaus niusikahsch war. 
Er hat setost dreizehn Fugen komponiert Als er einmal 
beiir. Spiei einer Fuge von Bach, den er besonders 
liebte. gefragt wurde, worurn er nicht Musiker sondern 
Maler geworden sei, meinte er. daß das Wesen Bachs 
ohnedies „in seiner Malerei zurn Ausdruck kornrne". 
Die beiden ersten Takte der erwohnteri Rhapsodie 
sind rnt enent BochVThema aus der 2. engiischen 
Suite er; verwandt, und Clara Schurnann empfand 
Brahnwsscne Musik wiederholt (it's „Bachisch". Diese 
 
Bachische Eigenart, die Brahms rnii Feininger vere 
bindet, tritt utso augenfrthg zutage 
Naehschritten eines truhgotischen Phngsttiedes gee 
mahnen an die Giut gotischer Fcirbgiastenster. Barock- 
niusik ergab pfeiterartige Pitcsterformen und die 
breiten. wuchtigen „Sternrnsptroten" dieser Zeit. 
(Architektur ist „sichtbare Musik") Ein MOZGFtr 
Menuett führte zu anrnutigeni, rocaitlenartigem l tWt9Wr 
spiet, wie es uberraschend ähnlich an Kunstwerken 
des Rokako zu beobachten ist, so an den Wannen 
des „Milhonenzirnrners" und an den Parzettanoten in 
Schönbrunn, an einem geschmiedeten Kapettengitter 
in der Dorninikanerkirche oder an der Stuckdecke des 
Raumes, in dem Mozart seinen Figaro komponierte. 
Wie der Geist einer Zeit. so Findet auch die Votkse 
eigenurt einen Niederschtag in Farbe und Farn 
Nacnschritten nach einem ukrainischen Funrrnannslied 
ergaben eckige, „vierschratige" Ornamente in 
Schwarz, Grun und in „Erd"farberi (Braun, Rotbraun 
bis Orange). Verwandte Formen und Farben aber 
zeigen auch Wohstickereien und der Zierat glasierter 
Krüge oder Telter aus der Ukraine. Ein „Persischer 
Fiotentanz" hingegen inspirierte zu weich geschtdngete 
ten Linien und zu Farbktüngen von Grauviotelt und 
mattern Grun. Diese Linien entsprechen der 51077711980 
Kompositionskurve irn persischen Kunstgewerbe, und 
die genannten Farben ÜHÖEFV sich autiatlend hauhg 
in Persiens Buchmaterei und Keramik. Das „Traun-e 
hatte" solcher Formen und Farben ist „wie ein Spieget 
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