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Volltext: Alte und Moderne Kunst IX (1964 / Heft 73)

lsatz zu den durch Baedeker- 
angelockten Fremden, die Wien 
lerhaupt wesentlich bsser und 
mit mehr Liebe kennen als wir 
iebüude zeichnet sich durch zwei 
Jte aus: durch die Steinskulptur 
lasilisken. die. in einer hoch- 
znen Mauernische angebracht und 
iner lnschrifltafel versehen. Un- 
. Entdeckung und Ende des 
ken schildert, und durch eine 
litätenhandlung. die den Herren 
'ls und Kettner gehört und seit 
't nicht ohne Erfolg versucht. die 
zse zwischen alter angewandter 
moderner bildender Kunst zu 
gieren. Daß das Surreale in 
"echung zum Milieu als solchem 
tfolge der altmeisterlich-sorgfälti- 
usführung seiner Produkte - um 
der Vielbödigkeit des Wiener 
ts ganz zu schweigen - hiebei 
lesondere Rolle spielt. nimmt nicht 
er. 
hatten die Chefs des Geschäftes 
.önigsidee, den Genius loci aufs 
zu beschwören. Kann der Basilisk. 
aus einem von einem sieben- oder 
ührigen Hahn gelegten, von einer 
bebrüteten Ei geschlüpfte Mon- 
, in unserer unmittelbaren Gegen- 
noch einschlägig interpretiert 
an? Ein Wettbewerb mit wertvollen 
originellen Preisen wurde aus- 
rieben. 29 Arbeiten liefen ein. die 
einer siebenköptigen. aus Kunst- 
ionierl werden. die in aller Welt 
eut sind. Dreizehn Staaten leisteten 
ige. Die wohl populärsten Bilder 
lie der beiden Mojas (der nackten 
der bekleideten); ein Porträt. das 
Sräfln von Chinchon. stammt aus 
spanischen Privatsammlung und 
als dato praktisch unbekannt. Nun 
iaar Worte über den Aufbau der 
ellung: Saal l: Gemälde spani- 
Maler aus der Frühzeit Goyas. 
ll: Fortsetzung von i. jedoch 
ts mit Frühwerken von Goya selbst 
t seiner ,.Verkündigung". Saal III. 
': Gemälde von Goya. Im Mittel- 
t des Interesses stehen, wie nicht 
rs zu erwarten. die Bilder der 
s. Wer die Dargätellte wirklich 
onnte nicht ermittelt werden. Ein 
Vergleichszwecken daneben ge- 
tes Porträt der Herzogin von Albci 
list. daß die "Malo" nicht mit ihr 
isch sein kann. doch bleibt die 
lche unangefochten. daß die Her- 
t die inspirierende Muse des 
tlers war. Saal Vl: Gemälde 
GOYCIS Spützeit. Werke von lmi- 
en und Nachfolgern. u. a. von 
z. Saal VII: Vorwiegend Radie- 
en. Komplett die Tauromachie. 
nCaprichos" und die "Schrecken 
Krieges" in Auswahl. Mittelsaal: 
ons für die kgl. Tapisseriemanufak- 
von Zeitgenossen UGoyas. Süd- 
1er: Zeichnungen und Radierungen 
Goya, seinen Zeitgenossen und 
tfolgern. Einer der wichtigsten und 
ntlichsten Teile der Ausstellung mit 
gaben der prominentesten Samm- 
auf vier Künstler beschränkt. nur zwei 
Stimmen fielen auf Außenseiter. Ein 
schöner Beweis, daß das Urteil der 
Jury durchaus kein Willkürliches. zu- 
fallsgebundenes war. sondern auf der 
objektiven Qualität der Exponate be- 
ruhte. 
Unsere Bilderfolge stellt die preis- 
gekrönten Werke dar: Der erste Preis 
wurde Kurt Mikula zugesprochen 
(Abb. 9). der sein Basilisken-Bild mit 
dem Ei. aus dem das Monstrum geboren 
wurde, dramatisch konfrontierte. Auch 
der zweite Preis wurde einem Gemälde 
verliehen (Abb. 10. Kurt Regschek), das 
dem Prinzip der Konfrontation hul- 
digte: diesmal wurde das neue Bild des 
Basiliskendemmehrhundertjährigen Ur- 
und Originalwerk gegenübergestellt. 
Der dritte Preis wurde ex aequo an 
zwei Graphiker vergeben. die in ge- 
nauer Entsprechung zu den Gegeben- 
heiten ihres Metiers das Thema stärker 
umsetzten und abstrahierten als die 
Maler. Reinhilde Angelica Kauffmann 
(Abb. 11) schufeine wundersam delikate. 
köstliche Vision eines gewissermaßen 
.,verkostbarten" Unwesens. Fred Nowak 
(Abb. 12) zelebrierte einen "Dämon der 
Gesten und Linien". ein halb schlei- 
chendes. halb dahinrinnendes Mon- 
slrum. 
Eine reizvolle Ergänzungzu der amüsan- 
ten Schau bildeten die Zeichnungen und 
Aquarelle zum Thema. die eine dritte 
Volksschulklasse geliefert hatte. 
Ernst Köller 
lungen der Welt. - Gesamtumfang der 
Ausstellung: 84 Gemälde, 65 Hand- 
zeichnungen und 99 Radierungen von 
Goya. S6 Gemälde und 36 graphische 
Blätter von anderen Künstlern. 
London, Frühiahrsausstellung bei Le- 
fevre Gallery (ab Anfang März). 
"Vuillord und sein Kodak" ist der Titel 
dieser interessanten. ungewöhnlichen 
Ausstellung. die dem manchmal als 
Hlntirnislen" bezeichneten Meister (1868 
bis 1940) gewidmet ist. Das Leben der 
Familie und ihrer Freunde. gesehen aus 
behaglicher Nähe. ist das Hauptthema 
des Künstlers. Vuillord arbeitete nie 
nach der Natur. sondern nur nach 
Skizzen und auch nach selbst gemachten 
photographischen Schnappschüssen. 
Vuillord hatte seinen "Kodak" stets 
griffbereit und hielt mit ihm momentane 
Situationen und rasch entschwindende 
Impressionen fest. 
Mannheim: Die Kunsthalle zeigte eine 
groß angelegte NABl-Ausstellung. 
München: Eine Ausstellung neuester 
Kunst in der Galerie van den Loo be- 
zeichnete Alfred Schmeller in der 
Wiener Tageszeitung ..Kurier" als 
.,Walstatt nach der Schlacht". Otto 
van den Loo. der Galeriebesitzer. ist 
einer der Hauptkümpen der informellen 
Bewegung. 
München. Kiel. Istanbul: Dies sind die 
Stationen einer Wanderausstellung von 
Zeichnungen und Lithos des in der DDR 
lebenden Malers Hans Theo Richter. 
einem geistigen Nachfolger von Käthe 
Kallwitz und Rembrandt. 
Ernst Köller 
Kammer bereitwillig unterstützt. Eine eigene 
Ankaufskornmission besorgte bei Besuchen 
in den einzelnen Künstlerateliers die Aus- 
wohl der Bilder. Soweit Werke nicht schon 
im Museum aus früheren Ankduton vor- 
handen waren. In einer zusammenfassenden 
schau wurde nun das Ergebnis diaer Be- 
mühungen erstmals der Öffentlichkeit vor- 
gestellt und damit sozusagen die General- 
probe für den Auibaii dieser modernen 
Sammlung qm Museum abgehalten. Schon 
ein kurzer Uberblick über die ausgestellten 
Werke. die in drei Räumen angeordnet 
sind und sich oui Olbilder, Graphiken und 
Skulpturen verteilen, läßt erkennen. dari die 
neue Tiroler Galerie würdig neben ahn- 
llchen Unternehmungen in anderen Bundes- 
lündern bestehen kann. Wenn der Zusam- 
menhang mit der älteren Kunstentwicklung 
im Lande selbst auch mehr von lokalem 
Interesse ist, muß doch zu allgemeinem 
Verständnis hervorgehoben werden, daß 
sich seit 1945 ein bedeutender Einschnitt in 
der Tiroler Kunst bemerkbar macht. der 
sich in deutlicher persortlicher Auseinander- 
setzung der einzelnen Künstler mit gleich- 
zeitigen Strömungen spiegelt und keine 
unmittelbare Meister-Schüler-Abhangigkeit 
mehr kennt. Die ausgeprägteste und eigen- 
wllligsle Persönlichkeit ist nach wie vor der 
lnnsbrucker MCIX Weiler. von dem s Bilder 
der Jahre 1950 bis 19a; gezeigt werden. 
Die farbig gelebte Welt seiner Bilder nähert 
sich immer mehr zeillosen Gleichnissen von 
 
REFLEXE 
Rückblicke auf das Ausntellungxleben von 
Mitte November 1963 bis Mitte Jänner 1964. 
Nicht all: A II llungen konnten besucht 
werden. mir diaiciiigoii wurdoii berücksich 
ttgt, deren Veranltalter der Redaktion V r- 
itündiqlmgen zukommen ließen. Volläiindtg- 
keit wurde weder erzielt. noch kann sie 
beansprucht werden. 
1_z. November 196a; ciilcrtn iuiigc Glnlrü- 
iioii. Wien I, Börseplatz: Peter Stöger-Manfred 
Fabian. Die "Wiener Zeitung" (17.11.) 
schrieb über Slöger: "Assoziationen an fossile 
Knochen werden beschworen . . . erstaunlich 
ist es . . .. daßsich einAbsolvenleiner Graphik- 
klclsse irrt technischen und handwerklichen 
Bereich so dürftig erweist ' 
15. November: Galerie Tun im Palais 
Palfly: Susanne Sylwan. Olbilder und Aqua- 
relle. Ausgewogene Farbrhythmlk, subtile 
Farbgebung zeichnen die Arbeiten dieser 
Wahlschwedin aus (siehe unser gesonderter 
Bericht). 
Am gleichen Tag: Galerie St. Stephan, 
Wien I. Grünangergclsse: Roland Goeschl. 
Zeichnungen-Planken. Der junge Künstler 
kehrte von einem London-Aufenthalt be- 
reichert zurück; gelungene Synthesen IWI- 
schert Masse und Bewegung. 
1d. November: Salon 33 Stuten. Wien Vl, 
Getreidemarkt: Der Chef. Wilhelm Herzog, 
rief zu einer originellen Aktion auf: Um 
seinen Plan. die proiektrnäßig längst ge- 
gründete ..Galerie Pferdstall" realisieren 
zu können. bat er seine Bücherkunden um 
voll verrechenbare Vorschußzahlungen in 
Höhe jenes Betrages. den die Angesprochenen 
innerhalb eines Vierteljahres für Bücher 
auszugeben beabsichtigten. Großer Erfolg! 
Am gleichen (Tag: Galerie im Griechenbeiil. 
Wien I, Fleischmarkt: Elisabeth Elsler - 
Vasen. Sepp Moasmann - Tapisseries 
brodees. Die Keramiken von der heute so 
mondänen Herhheit, die Stickereien von 
köstlicher. subtiler Feinheit. durch und durch 
dekorativ - ehe Abbildung 14. 
20. Novetnbe Künstlerhaus: Herbstausstel- 
lang 1963 mil Kollektionen Tlsnikar. Bock, 
v. urry, L. H. Jungnickel, Klolz-Dürrenbach. 
R. Pohnerl-Resch. A. Chr. Springer, O. Zim- 
mermann. Klassifizierungen im „Kurier" 
(2. 12.); Jvngnickel: Tiere von sehr unter- 
schiedlichem Rang. Pohnert-Resch: Spiraloide 
Farbpctesien a lcl Hundertwasser. Bock: Spöt- 
romantische Quellnyrripheri. Zimmermann: 
Eindrucksvolle Stlmmungslandschaften. Sprin- 
ger: Auflösung gegenständlicher Motive ins 
SChwerblülig-Abstraktive. Tisnikar: Makcibrer 
Mummenschanz. Klotz-Dürrenbach: Akade- 
  
  
 
Natur und Menschengeschehen, ohne 
an kraftvoller Frische und ldeenreichtu 
verlieren. Werner Scholz und Emanuel 
vertreten die in Tirol heimisch geword 
aus der bEtEh Schule des Expression 
stammenden Maler. Gerhild Dlesner 
Hilde Nöbl zeigen kultivierte Bilder 
persönlichem Ausdruck. Das Schaffer 
jungen Generation (Jahrgänge 1921 
1935). das in der Ausstellung auf beso 
breiter Basis aufgebaut ist, zeigt Versur 
vielen Richtungen und ist durch ehr 
und konsequentes Bemühen gekennzell 
dem in erfrischendem Maße jeder Hai 
Scharlatanerie abgeht. Besonders eindl 
voll und in seiner Qualität bestechei 
die Auswahl der graphischen Werke 
Flora. Norbert Drexel usw). Aucl 
Skulpturensammlung zeigt einige intere 
Beispiele zeitgenössischer Plastik. die 
Boden traditioneller Schnitzkunst langs 
lassen haben (R. Wach, Franz Polu 
Martin Rainer usw). 
Zur Ausstellung erschien ein kleiner Kl 
mit 8 Abbildungen. kurzen Biogra 
der Künstler und einer Einleitung 
Dr. E. Egg. 
Magdalena Welngr 
MISITIUS der Zwischenkriegsjahre. c 
"Arkadien stiller Einfalt". 
22. November: Ausxtellungxraum des K 
amtas, Wien Vlll. Friedrich Schmidt- 
Malereien von Kindern und Jugend 
aus den Kursen des Landestugendrel 
Wien. 
Am gleichen Tag: Neue Galerie der 
Linz: Das Institut prasentierle "Europ 
Bildnisse aus fünf Jahrhunderten". 
gaben des Kunsthlslorischen Museum: 
Salzburger Residenzgalerie. der Kuns 
lung des Dorolheums und des Linzer 
händlers Karl Pfatschbacher. 
Die Stadt Krems bat an diesem Tag zu 
großen Pressekonferenz, die sich rnl 
Vorbereilungsarbeilen und der Pro 
mierung der Ausstellung itRDmQflßChE 
in Österreich" (21.S. bis 25.10.1961 
faßte. 
25. November: Ente örtcrroicliiicite 
Cann: Berta Klement, Krippen und 
plastiken. innig-naive Arbeiten. kein 
Kitsch, gelegentlich Abgleiten ins Ko 
Groteske (Wr. Zeitung, 30.11.). 
Z6. November: Galerie Wilhelm 
Wien l, Gluckgasse 3: Zeichnungel 
Aquarelle von Carl Zahraddnik. Ehi 
scheiden. 
Atn gleichen Tag: Internationale: Stud 
heim der Stadt Wien. „Haus D5! 
Ausstellung Efthymios Makls Warlamis. 
27. November: Galerie Fuchs. Mill 
gase: Die angekündigte Ausstellung N 
Ostwald. Zeichnungen und Anatott 
fand nicht statt. Geschickte Notlösun 
Galerie zeigte Elgenbestände. Werke 
tastischer Malerei. 
Der Internationale Künstlerclub bat c 
sem Tag zur Eröffnung der Aussl 
Theobald Schmö ner. Malerei und Gra 
15. November. erreichischu Musei 
angewandte Kunst: Wandteopiche u 
Zeit. Reizvolle Maschinknüpfer. heri 
in der Teppichfabrik Karl Eybl. nac 
würfen von Slavi Soucek und He 
Ober, saizburg. Ins Monumenlale 
lragene Graphiken vcirt hohem orna 
lem Reiz. 
29. November: Khlllilllfhdll! (Franzö 
Saal): Das gute Bild für jeden. Alle 
Endlich 
wieder . . . Vorteil: einmal 
Preise! 

	        

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