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Volltext: Alte und Moderne Kunst X (1965 / Heft 83)

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telst 1502 geboren, 1550 in Antwerpen 
n ist. 1533[34 arbeitete er ein Jahr 
Hof Sultan Suleimans II. des Präch- 
Konstantinopel, 1549 entwarf er den 
en Einzug Philipps II. von Spanien, 
eren Königs, in Antwerpen. Er hatte 
.s islarnisch-orientalische Milieu in 
Anschauung kennengelernt, und er 
zugleich Vertrautheit mit dem Thema 
reuse entree", wie Dorn Joao eine in 
aielt. 
Ioecke ist außerdem nicht nur als 
ct und Bildhauer, Maler und Zeichner 
. Er ist außerdem bekannt als Ent- 
'on Tapisserie-Kompositionen in eigen- 
n Vorzeichnungen. In der Albertina 
n liegt ein signierter erster Entwurf, 
. 7851, für die Wiener Tapisserie IIIIS: 
von Agrippa". Er hat bekanntermaßen 
riginalgroße Kartons ausgeführt, wie 
Wirkern der Wandteppiche als un- 
lre Muster dienten. 
aie aber von Pieter Coecke stammen, 
nüssen die Castro-Kompositionen sehr 
.ch den dargestellten Ereignissen, die 
letzten Tagen des Jahres 1547 schließen, 
Ligt worden sein. Ein halbes Jahr später 
0m Joao, der auf der letzten Tapisserie 
rechts zu Pferde in einer Prunkrüstung 
nem lang wallenden Bart eben noch 
Eoa heimkehrend dargestellt ist, zu 
{echten eine unbekannte Dame. Pieter 
hatte bis zu seinem eigenen Tode am 
zmber 1550 nur knappe drei Jahre Zeit, 
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stellen. Wer dann die Tapisserien gewirkt hat 
und wann dies geschah, bleibt, wie gesagt, 
weiter im Dunkel. 
Eine Vermutung, so wenig sie beweisbar ist, 
läßt sich doch nicht vollkommen abweisen. 
Pieter Coecke war als Dreißiger in der Türkei. 
Er hat im Lande die türkische Sprache erlernt. 
Man hat gelegentlich geäußert, er habe viel- 
leicht im Jahre darauf, 1535, unter Jan Cor- 
nelisz Vermeyen den Feldzug Kaiser Karls V. 
nach Tunis mitgemacht. Die Mutmaßung, 
er könne möglicherweise auch Dom Joao 
de Castro 1546[47 auf seinen Kriegszügen 
zwischen Goa und Diu als zeichnender Kriegs- 
berichterstatter begleitet haben, führt aller- 
dings einen großen Schritt weiter! 
Die wissenschaftliche Literatur scheint bisher 
auch noch keinerlei Notiz davon genommen 
zu haben, daß die Österreichische National- 
bibliothek in Wien in ihrer Handschriften- 
sammlung unter der Signatur cod. min 41' 
ein höchst reizvolles, originales Exemplar des 
„Primeiro Roteiro da Costa da India desde 
Goa ate' Diu" (Erster Seereisebericht von der 
indischen Küste von Goa bis Diu) besitzt. Es 
sind allerdings nur die 15 aquarellierten Bild- 
tafeln (ohne den Text) von der Segelfahrt des 
Dom Joao zwischen dem 21. September 1538 
und dem 29. März 1539 (Abb. 3-5). Das 
Papier tragt als Wasserzeichen einen Krug, 
der laut Briquetr Handbuch der Wasserzeichen 
(Nr. 12643 oder 12645) für das frühere 
16. Jahrhundert, und zwar etwa in Caen und 
Rouen, belegt ist. Die Entstehungszeit des 
Nicht nur die Castro-Tapisserien tragen 
Wien das Wappen der Familie, die sei 
silbernen Kreise, drei und drei übereinanc 
auf blauem Grunde. Keil deutet ganz 
Ende seines Buches ganz kurz an, daß er 
Wien an einem Stundenbuch, das er ni 
näher bezeichnet, das Wappen der Cas 
gefunden habe. Es handelt sich um 
Manuskript Series Nova (S. N.) 2625 
Österreichischen Nationalbibliothek, 
„Livre d'heures" von 193x132 mm, 
sorgfältige Werk eines flämischen Buchma 
um 1510-1520, der dem Meister der berül 
ten Wiener Handschrift ÖNB. cod. 2706, c 
„Meister des Hortulus Animae" sehr n 
steht. Das Stundenbuch ist in lateinisc 
Sprache auf Pergament geschrieben und r: 
bemalt (Abb. 6). Es enthält I+167 Bläl 
mit 12 Tierkreis- und 12 Monatsbildi 
20 Voll- und 12 kleineren Bildern, dlflll 
12 Heilige ohne sichtbare Bevorzugung. 
Stundenbuch ist also eher auf Vorrat 
schrieben und ausgeschmückt und mehr dt 
Zufall an einen Castro gekommen (es r 
nicht Dom Joao gewesen sein), der alle 
silbernen Schließen des Ledereinbandes 
seinem Wappen gravieren ließ. Wann 
wie es in die Ambraser Sammlung gelan 
ist nicht anzugeben, ob bereits im 16. J 
hundert oder erst im Zuge eines Tausc 
wie sie bis ins 19. Jahrhundert durchgefw 
wurden. 
Zum Schluß sei auf einen Rundschild (Abl 
aufmerksam gemacht, der bisher noch niet 
1 2. Feldzug Erschlagene indische: Fuß: Hidalcao von 
'20 m: der Fucht. 1m Hinlngrund die Entürmung 
Stellungen in Salate, südlich vor G01. am 20. Dezember 
durch an Ponugißcn des Dorn 0:0 a: Castro. - 
Kunsthistorischcs Museum. Gobcllnsammlung xxms 
m Zählung Nr. 1x) 
ß Kunz Lochner in Nürnberg. um 1545-50; um- 
z: Rundschild mit Halbedzlnumn. K" Ä Johanns m. 
m59; (pggiyn 1_5;1-1ss7) 3mm, w tnsarnmlung
	        

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