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Volltext: Alte und Moderne Kunst X (1965 / Heft 83)

rie dritte Fiigur ist die Allegorie der 
Die Besprechung der einzelnen Alle- 
folgt hier der Anordnung Engel- 
legoric der Hoffnung ist in ihrer auf? 
Haltung, der Gebiirde ihrer gehobenen 
und dem offen in die Ferne gerichteten 
n Bild der Zuversicht. Hinter ihr liegt 
ker, uraltes und oft einziges Attribut 
Tugend. Auch Ripa nennt ihn als Bei- 
seiner zweiten Variante der Speranza 6. 
dler auf dem Anker schaut „zur 
. lir scheint in bildlichen Darstellungen 
nicht als ihr Attribut bekannt zu sein, 
der Literatur ließ sich nur im „Mundus 
icus" des Andreas Picinelli bei der 
i Deo ein Beispiel dieser Beziehung 
. Für die lknn des Emblems, die durch 
l brechende Sonne, dürfte die „Spes in 
eliura" des Andreas Alciatus Vorbild 
n sein. Sie ist dort Hintergrund eines 
.hls F. Das Lemma belehrt: „ln kurzer 
Der Glanz erfreut." e, Altrestament- 
ileichnis belohnter Hoffnung ist Daniel 
Löxvengruhe. Oben steht: „Hoffnung 
ht zu schanden werden. Röm. V. 5." 
Figur hat nur den Anker als Attribut 
itzt sich symbolisch sinnvoll 7 auf 
 
ihn; ihr Kopf und ihr Blick sind vertrauensr 
vnll zum llimmel gerichtet. Für die Kompo- 
sition war der Bewegungsrhythmus der Figur 
Engelbrechts maßgebend, der mittels eines 
kräftigen Kontrapostes und der räumlichen 
Drehung der Figur äußerst bewegt gestaltet 
ist. Aufgenommen sind außerdem Gewand- 
motive Engelbrechts, der gedrehte Stoffgiirtel 
und die Faltenzüge über dem vorgesetzten 
Bein, obwohl die Gestalten verschieden ge- 
kleidet sind - diese Verwendung einzelner 
Motive Engelbrechts läßt sich bei fast allen 
Skulpturen feststellen, so daß in der Ber 
sprechung der folgenden Allegorien nur kurz 
darauf hingewiesen wird. Die „Hoffnung" ist 
mit einem Diadem in M uschelfnrm geschmückt, 
das auch andere „Tugenden" Brauns anstelle 
des Reifendiadems der Vorbilder tragen. 
Engelbrechts „Geduld" sitzt neben einem 
Amboß, „welcher vile Streich läßt auf sich 
schlagen". Weitere Attribute sind ein Schaf, 
Symbol von Sanftmut und Geduld, und 7 als 
Schmuck ihres Kleides r- ein Herz im 
Dornenkranz, Zeichen eines dornenteichen 
Lebens. Fiir diese lkonographie scheint es 
kein Analogon zu geben. Das Emblem da- 
ANMERKUNGEN 4 10 
' h" I-MRaSIOJJnJnr-r-t; KukxPxuiglVälälß. 7 (icrlSthiH: 
Kuks. Dir Tugr-ruit-rr und Lrnlrr. Zlstlir. hau-Ä. Juli 191,1, s. 11. 
ß Friedrich Schult: Der Augsburger Kupfcrsicclicr und Kunst- 
vcrlr r-r Martin Engclbrt-dat. Augsburg 1924. s. 12a. 
Nr. .616 r 21.39. 
ß Cesan: Ripa: Nova lconulugia. lhzdtm 161a. Diese Ausgalw 
wird hier ZlHCH. wenn es mcht JlhlCfS Jngvxgrläcn ist. ohne 
Angabe von Scxicnzahlcn, .11 uu- alphabt-usthv Antirdnung 
das Narhschlagcn einfach gestaltet. 
gegen mit der lkon des sich unter dem von 
Boreas herabgeblasenen Sturmwind biegenden 
Schilfes ist ein bekanntes und weitverbreitetes 
Bilderrätsel; sein Lemma lautet: „Das biegen 
bringt siegen." Die Ikon veröffentlichte zuerst 
in einer ausführlicheren Form junius Hu- 
drianus in den „Emblemata" (1535) als Symbol 
der Geduld". Callot hat sie dann in seinen 
Emblemen für Maria (1664) in der gekürzten 
Form verwendet, die Engelbrechts Vorbild 
wurde und allgemein im 18. Jahrhundert 
bekannt Als alttestamentliches 
Gleichnis geduldigen Ausharrens gilt hier die 
Unterwerfung Hiobs (Hiob I, Z1). Oben steht: 
„Fasset Eure Seele mit (iedult. Luc. XXl. 
39." 
Brauns Allegorie ist selbstverständlich eine 
Statue. Sie neigt sich zur Seite und liebkost 
mit einer Hand - das Motiv Engelbrechts i 
das Schaf, das sich an ihr emporreckt, die 
andere Hand liegt auf ihrem Herzen. Auf die 
Attribution eines Herzens und des Ambosses ist 
verzichtet. Aber die Hiobsgeschichte fand, in 
gedrängter Komposition, auf einer Relieftafel 
vor den Füßen der Figur Aufnahme. Vom 
Vorbild wurden außerdem zwei Älotive 
war 10. i 
' Philippn Pinnrlli: hiundtxs Symlmliuß. t ulunmt" Agnppm-u 
168A).L1b.lV.L p.v111. Nr. 1:3. 
1 Andreas Alcutu mblcmllz. Lugdiamlnl um, s. m. 
v junius Hzdriznus: Emhlcmata. Anlvlcrpcil ms. 
Nr. XLIII. 
w J. Licure: J. J. Czllot. T. in. Pans iv Nr. A5. f Real- 
lexikon zur deutschen Kunstgeschirht . , sp. 1-10, Abb. 4. 
Frcskobildrhen w" N. Siuber mit dem Spruth "Humilltaw 
rm grauem". Munrht-n Prrlarh 17m 
 
 
  
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