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Volltext: Alte und Moderne Kunst X (1965 / Heft 83)

 
ERÖFFNUNG DES ISRAELMUSEUMS IN JERUSALEM 
rgurneni, dem iddischen Prweibesiiz 
isiwerken eine Helmstatte in lsreei 
l zu wollen. kenn men sich schwer 
erten. viele semmlungen gingen en 
Jnische Museen oder wurden auf- 
in zukunii konnen sie im israelischen 
ilmuseurn in leriiseiem Platz rinden 
seum. des dm 11. Mai erertnei wurde, 
2500 Quedreimeier Ausstellurigsllache 
jig engeiegi und kenn noch erweitert 
rhitekten Aitred Mensieid und Dora 
el keine leichte Autgebe zu, oie 
iseniege miißie sich dem hiigeligen 
e anpassen. Eine Kette aneirtanderr 
htelter ßeukereer. die durchwegs oui 
heii eines Quadrates von zweit Meier 
ache eutgebeui sind. gibt hinreichend 
ikeit. die semmiungen abwechsr 
ich eutzusieilen, um den Besucher 
u errnuden. in den uritergeschossen 
erweitung und Laboratorien urtterr 
it. Neben den iibiichen Einrirhiurigen 
Restaurieren von Bildern vertagt das 
i uber seezidieinrichtungen zur Uriterr 
i. Reinigung und Rekonstruktion von 
idnden aus Meieil eder Keramik 
bei in Kunst und Archaologie wer 
zentrales Therrie der Erortnungsoussiellungen. 
Leihgaben eiis orivdtem und eitentlichem 
Besitz in Europa und Anierike e ddrunter 
zwei Mentegnos des wiener Kunsthistorlschen 
Museums e zeigen. welch unerschooiliche 
Quelle der Inspiration die Heiligen schritten 
rur den bildenden Kunsiier weren und noch 
sind. Rembrandt. vielleicht einer der tief- 
sinnigsien Erforscher des Alten Testaments. 
ist neben einigen Ölbitderri mit einer großen 
Zahl von Zeichnungen und Rddierungen 
vertreten. Zwei zeiigendssische Künstler 
werden in sonderscheuen gewurdigi. Mdrc 
Chagall und Jacques Lioschiiz, beide dem 
heutigen Staat isreel durch Auttroge und 
Ausstellungen verbunden. 
Die triiher im Bezdlelrriuseum gehortelen 
Sch"tze en jüdischer Kunst wurden nun 
endlich in wurdiger Form aufgestellt und um 
etliche erlesene Gegenstände bereichert 
Ddrunter u. a. eine komplette itolienische 
Rakokatsynagoge eiis viitorio veneio. 
Archdeiogische und reiigidse vergengenheit 
sind in diesem Ldride eins und die Bibel isi 
nach immer Bestandteil des tdglichen Lebens. 
Dies erleichtert auf der einen Seite die Ger 
sioiiung der ereheoiogischen sommlungen. 
torderi ober onderseiis, wo oiit Schritt und 
BIENNALE FÜR BILDHAUERKUNST lN ANTWERPEN 
uchs im Scheinwerferlicht 
Ei Jahre findet im Aritweroener Frei- 
seum des reizenden Nliddelheimparks 
chtige Ausstellung moderner Skulptur 
velche im Ausland starke Resonanz 
Die B. Bierinale wurde am ZO.Junl1965 
1 eroffnet und blieb bis zum 30 Sep- 
zugengiich. sie steht im Zeichen der 
uchsförderurig und Wlll daher eine 
zht der iungen laiidheuerkunst in 
ropa bieten. 
hr 120 Künstlern aus dem ln- und 
J. alle unter vierzig, wird Gelegenheit 
i. drei ihrer reordsenteiiiisten Arbeiten 
geriugsem bekannten städtischen 
e auszustellen, welche ein zierliches 
heri im Louis-XVlirStll aus dem 
"hundert umschließt, Insgesamt wurden 
ileiiiren eurgesieiii. Die eusiendischen 
iungen kernen vorwiegend eus lielien, 
ElCh. Holland, Luxemburg und 
iland, Mit etwa hundert Kunstwerken 
das Gastland allerdings das Haupt- 
ient in dieser urntengreichen Schau 
e belgixche Bild hauer 
m Entstehen des Middeiheimer rrei. 
seums. we 1950 im semmer zum 
Mele eine internationale Ausstellung 
eitel wurde, siend des scherten 
r Kuristler immer iin Scheinwerfer- 
Aber diesmei wer eine Akzentver- 
ng zugunsten der einheimischen Pro- 
l zu verzeichnen, und zwar dus zwei 
Einmal hat dieses Land eine 
iln beachtliche Reihe talentierter 
uchsbildhauer aufzuweisen. deren 
'tt' bereits altere Kurisibruder vorher 
stuhi l-idtten, einigermaßen zu kurz 
nen zu sein Daher die Aufforderung 
unge Kunstler, sich diesem Rahmen 
erndtioneien Otteniiichkeii zu stellen 
it diese weise einen Gesamteindruck 
 
iblick in die Ausstellung der 1l.le Inter- 
tianolen Biennale der Tapisserie" l'l 
usaririe. Samrner1965 
 
der modernen Skulptur Belgiens zu verr 
mitteln. Offenbar wurde die Einladung mit 
Begeisterung engenornmen. Dadurch. daß 
die Auswdhl mit eller gebotenen Distanz 
vorgenommen wurde, isi ein abwechslungs- 
reiches Bild entstanden. Als Maßstab hat nur 
der reprasentatlve cherekier der einzelnen 
Anworter gegolten. 
obzwor diese Beschrankung auf den Nach- 
wuchs bestimmt ein wegnis wer, liegt des 
Niveau des Geboteneri erstaunlich hochi 
hoher soger als bei mancher Middelheim- 
scheu in den vorangegangenen lehren. Der 
belgische Beitrag wurde ergonzi mit einer 
kleinen Retrospektive. welche dem Schaffen 
des im Jehre 1964 verstorbenen Bildhauers 
ErnestWlinants dus Mechein gewidmet wer, 
von diesem Kunstier, dem es bei allem Zart- 
getiihl keineswegs ori Krett und Stärke 
mengeit, wurden en die zehn Plastiken ge- 
zeigt, die seinen künstlerischen Rang über- 
zeugehd dokumentieren. 
76 ausländische Gäste 
Unter den 76 auslandischen Kunstlern. welche 
die Ausstellung beschickt haben, sind Franke 
reich und die Niederlande am stärksten ver- 
ireien. Es lSl eiierdings so, den die in Paris 
lebenden Künstler. die einer enderen 
Nationalität angehören, ebenfalls dem fran- 
zosischeri Kontingent zugerechnet wurden. 
Neben verireiern des Traditiortalismus wie 
oerbre und oe Rijcke tehii es in diesem Lager 
nicht en profilierten Avantgardisten, wie dem 
iierwegenen riigiiiiv oder Guy Lartigue lTttl 
seiner recht eigenwilligen Malerialauswahl. 
in der Gruppe der Wahlfranzosen tut sich 
der zum Aluminium greitende sednier 
Berrocal hervor. sowie sein Landsmann 
sebrino. der Miihegrunder der Pariser 
Groupe de Recherche d'art visuel" und 
ner der Exponenten der optischen Richtung 
(Ob Art), welche in der iungsten Zeii soviel 
 
Tritt Tonscherben und eniike cegenstonde 
dus dem Boden ouelien und fast ieder Israeli 
sein Privatmuseum besitzt. eine Konzenr 
trotion auf das wesentlichste. 
Der Westhang des Museumshiigels wurde von 
lserno Naguchi zu ßesiionen uingetorrni, eui 
denen die Sammlung des amerikanischen 
Show-man Billy Rose und zahlreiche Leihe 
geben (Moore. Wotruba. zedkine usw.i 
einen Gerten von Skulpturen bilden, 
Absrhiurl oder Anfang der gesamten Aniege 
ist der sogenennie "Schrzln der Bücher". 
eine weißgiesierte Kuppel. in deren unter- 
irdischen Gewolben Schriftrollen vom Toten 
Meer und Briefe Bar Kochbas ausgestelltsirid. 
Der glclßenden xueeei stemmt sich eine 
massive schwarze Basaltwahd entgegen, 
architektonische Illustration des Kampfes der 
sehne des Lichts gegen die sehne der rin- 
sternis -- Thema einer der Schriftrollen. Die 
Pläne zu diesem Mausoleum stammen von 
dem ehemdiigen wiener Frederick Kiesler 
und Arrnaiid Bartos. 
wenn auch am Tag der gienzveiien Eretrnung 
nur ein "reit der gezeigten Kostbarkeiten 
tatsachlicher Museumsbesitz war. wird doch 
die private Initiative und Unterstützung. die 
die iieeiisieriing des Museumsproiektes inner- 
halb von drei Jahren möglich machte, die 
Lücken, die nach den crdrtnungseiissteiiungen 
bleiben werden, rasch schließen, Czagan 
Aufsehen erregte Ferner ist der Nord- 
clmerikaner Metcalf zu erwähnen. der hier 
mit einer irnposonten Bronzekornpositien 
vertreten war. 
Die Niederlande haben 24 Bildhauer aufz 
geboten, welche ebenfatls den verschiedensten 
Richtungen engehoren. unter innen nimmt 
Carel Visser mit seinen dußerst schlichten. 
fast zerebralen, aber datur durchaus har- 
morlischeri Farmen einen bedeutenden Platz 
ein. Im scharfen Gegensatz dazu stehen z, B. 
die Monumentdlskuleturen van los wong 
Den Ausgleich innerhalb des holländischen 
Angebots schaffen inzwischen die mehr 
Traditiorisgebunderien. welche durch ein 
hohes fachliches Kannen auffallen. Ein aus- 
gepragter sinn turs Massig-Mariumentale 
gehort zu den Hauptmerkmalen der hier 
vertretenen deutschen Bildhauer. welche 
größtenteils die Berliner Hochschule für 
bildende Künste besucht haben. Man denke 
an Dunkel. Jenditzka, Sax. Szvmanskl. Bei 
den Figurativen unter ihnen loßt sich ein 
Hang zum Archeisieren kaum verkennen, 
wehrend gewisse vielmehr surreelisiisch ein. 
gestellte Kollegen durch die Verwendung 
von geritzterri und grdvierterri Glas das Licht 
als formbildendes Element in ihre Arbeit 
einzubeziehen bemuht sind. Besondere Be- 
achtung verdient wohl Heinz Macks .,weißer 
Rotor", dessen Gestalt. durch Motorantrieb 
gedreht. proteusahnlich ständig wechselt. 
Auch das erstaunlich hohe Niveau der 
ltoliener darf nicht unerwahnt bleiben. Aut 
ieden Fall het sich die Avantgarde in ihren 
Reihen durchgesetzt. wie allein aus einigen 
Titeln bereits ersichtlich: "Aggregat irn 
Werden" (Benevelli). ,.Rotation" (Cassarii). 
"Transvertikal" (Marchese), "ÜVE große Zer- 
knirschung" (Pierluca) und "REITHVNSZEOZ des 
Weltuntergangs" (Sornainl). 
Eine letzte Bemerkung wdre. doß diese Aus- 
stellung die hohe Entwicklung der Kunst in 
kleinen Laridern unter Beweis stellte. Sa hat 
ein Land wie Lukeinburg diese a. iaienrieie mit 
vier Plastiken von Kerrimer und Kohl beschickt. 
Z9 Olivier Strebelle, Bronzefigur ..L'uri et 
l'autre" (aus der Ausstellung der 8. 
Bierinale für Skulptur im Aritweroerier 
Freilichtmuseum im Middelheim-Park) 
Z6 
 
25 lsrael-Museum, leruselerr, cesemien. 
stcht des Museurnskomolexes in der Laridr 
schaft. von Nordosten gesehen 
ze lsraelrMuseum. leruseierri. oer .,sehrein 
der Bücher". im vordergrund Basalt- 
mauer 
27 Eva Mezzurce, Graprtkcrl und Plasüke" 
(aus der Ausstellung in Tokio und Osakal 
27 
 
ERFOLGE ÖSTERREICHISCHER MALER 
UND BILDHAUER IN JAPAN 
Eva Mazzucco steliie in Tokie und Ogqkq 
im April 1965 rnii greuiem Erieig ß-idheuer. 
erbeiten und Graphiken eiis, Die DFOrnir 
neniesten Tegeszeiiungen ledens uberbeier 
sich in Lobeshymneri, die auch dem „zweiten 
Mann" der Ausstellungskette, dem Bildhauer 
Fred Giilesberger. galten. Das großte Korn- 
. pliment: Die Arbeiten beider Kunstler wurden 
von der Fachkritlk iur Leistungen einheir 
' mischer kunsiier gehelienl Auch der Ver- 
. vereinen sich Tendenzen 
' mit expressiven und posi-rriprossoriist-schen 
Elementen. Sein Gestoitiingsgrundsdtz lawet 
. ,.i...u .4... iuMMknkws. 
kaufserfolg war beachtlich, 
PERSONALIA 
21. Jllli: oiei-Arch. Fritz Purr wurde so Jahre 
eii. sehiiier von Peter Behrens und aehrens- 
ereisireger. zehireiche Wahn- und lndustrier 
beuten. derunier der Farschurigsreaktor der 
TH wien wurden van ihm errichtet. ber 
seukunsiier glng bei zahlreichen interr 
neiioneien Wettbewerben eis sieger und 
Preistrdger hervor. Seit 1949 gehert er dem 
Künstlerhaus an. Es isi Träger des Ehrenr 
kreuzes fur Kunst und Wissenschaft. 
2. August: Akad. Bildhauer Prof. Karl Perl 
verschied iri Wien im Alter von 90 Jahren 
Am 3. März 1876 in liezen geboren. studierte 
er bei Helrner, Zurnbusch und Kundmann. 
Zahlreiche Busteri, Grabdenkmäier. Mer 
deillen und Piekeiien wurden von ihm ge- 
schaffen. Seit 1911 gehorte der Verstorbene 
dem Künstlerhaus an. Er war Trager zahlr 
reicher hoher Auszeichnungen. 
7. August: Prof. Otto Trubel vollendete das 
8 Lebensjahr. Von Cdrt Moll besonders ger 
f' dert, studierte Trubel u.a. an der Aca- 
därnie Jullon in Paris und gehorte der „Klimt- 
Gruppe" en. Der Meier isi Lendscheiier und 
Portrdtist. Seit 1948 gchort er dem Kijristlerr 
haus en. Er ist Treger des "Goldenen Lore 
beers". 
15.August: BarthalorriausStefferl, Meier iind 
Graphiker. wurde 75 Jahre alt. Der gebürtige 
Gleisdorfer war Schüler der Wiener Kuhst- 
gewerbeschule bei Kalo Moser, Alfred Roiler 
und Rudolf Lorisch. Auch als Buhnenbildner 
und Mitarbeiter von Richard Teschrier trat 
Stefferl hervor. Steffert ist Trager des UGolr 
denen Ldrbeers" und seit 1957 Mitglied des 
Wiener Kuristlerhouses 
11.. August: Proi. Karl leset Gurisarn wurde 
65 Jahre alt. Er studierte an der Academie 
Vitty in Peris und bei Josei Dobrowsky ir 
Wien. in seinern mdierischen Gesamtwerti 
der Abslralüwri 
"Durch die Form zur Farbe" Er war Mit 
MA A... (nrnccn-i
	        

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