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Volltext: Ausstellung Österreichischer Hausindustrie und Volkskunst

Der Bauer hat nämlich bis in die jüngste Zeit 
alles, was er und seine Familie brauchte, selbst, und 
zwar zumeist aus den Produkten der eigenen Wirt' 
schaft mit Hilfe seiner Familienmitglieder verfertigt. 
Alles, vom Baue und der Einrichtung seiner Hütte, 
den Wirtschafts' und Ackerbaugeräten bis zur Be' 
kleidung war das Werk fleißiger Bauernhände. Da 
durch erklärt sich die uralte, wirtschaftlich primitivste 
Form des Hausfleißes, welcher sich fast unverändert 
durch Generationen vererbte und bewahrte. Neben 
dem Hausfleiße entwickelte sich auch von altersher 
eine Arbeitsteilung, indem die einzelnen, nach Maß' 
gäbe ihrer Handfertigkeit, in diesem oder jenem 
Gewerbe Vorzugsweise arbeiteten, um nicht nur den 
eigenen Bedarf, sondern auch denjenigen ihrer Nach' 
barn zu decken. So entstand der anfänglich auf die 
eigene oder höchstens auf Nachbargemeinden, mit 
der Zeit jedoch auch auf entlegenere Gegenden aus' 
gedehnte Tauschhandel, welcher die Erzeugnisse der 
galizischen Hausindustrie weiter verpflanzte. Aller' 
dings haben sich diese wirtschaftlich patriarchalischen 
Zustände durch das Hineindrängen der Zwischen' 
händler und Verleger, sowie durch die Konkurrenz 
auswärtiger Fabriken stark verändert. Dennoch be' 
hielten manche Zweige der galizischen Hausindustrie 
bis auf den heutigen Tag in technischer und künstle' 
rischer Hinsicht ihre Urwüchsigkeit. 
Die bäuerliche Bevölkerung Galiziens zeigt schon 
bei flüchtiger Betrachtung große Mannigfaltigkeit der 
Typen und Trachten und diese Unterschiede, welche 
bei näherer Untersuchung auch in der Bauart, den 
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