MAK

Volltext: Ausstellung Österreichischer Hausindustrie und Volkskunst

das „Bäumen" auf eine Holzwalze, den Kettenbaum, 
gewickelt, welcher während des Webens in den Web 
stuhl eingelegt wird. Vom Kettenbaum werden die 
Kettenfäden in einer Ebene zu den „Litzen" geführt, 
durch deren dem Muster angepaßten wechselweisen 
Liegenlassen und Aufheben das „Fach“ gebildet 
wird. Durch das Fach wird dann mittelst des 
„Schützens“ der Schußfaden eingetragen und durch 
das Einträgen immer neuer Schußfäden in das bei 
jedem Schüsse geänderte Fach das Gewebe gebildet. 
Sollen gemusterte Gewebe geschaffen werden, so 
ist die Webstuhl Vorrichtung eine ziemlich kompli 
zierte. Das Aufholen und das eventuelle Liegenlassen 
der einzelnen Kettenfäden (die Musterbildung) erfolgt 
durch eine nach ihrem Erfinder Jacquard benannten 
Maschine, der sogenannten Jacquard-Maschine. Pappen 
streifen, gewöhnlich Musterkarten genannt, welche 
nach einer das zu webende Muster wiedergebenden 
Zeichnung stellenweise durchlocht werden, wirken bei 
dieser Maschine auf ein System von Hebern, durch 
deren Aufheben und Liegenlassen die Litzen und mit 
diesen die Kettenfäden ihre Bewegung erhalten. 
Von den Werkzeugen des Webers ist selbstver 
ständlich der Webstuhl mit seiner Vorrichtung und 
Musterkarte das wertvollste und es ist merkwürdig, 
daß in manchen Gegenden (Trautenau-Starkstadt) 
der Webstuhl Eigentum des Webers, in anderen 
Gegenden Eigentum des Arbeitgebers ist. Im ersteren 
Falle wahrt der Besitz des Webstuhles dem Eigen 
tümer zwar eine gewisse Freizügigkeit, hat aber zur 
Voraussetzung, daß die Qualitäten der Erzeugnisse 
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