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Volltext: Katalog der Ornamentstich-Sammlung des K. K. Österreichischen Museums für Kunst und Industrie

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clie Beispiele, ich möchte sagen zu hunderten vorliegen. Wir stossen 
hier auf die eben so zahlreichen wie musterhaften Zeichnungen der 
sog. Kleinmeister des 16. Jahrhunderts für Becher, Pocale, Humpen, 
Trinkkrüge u. s. w. Dieselben Meister haben die reizendsten Compo- 
sitionen für Waffenstücke, Dolche, Panzerstücke, Gewehrverzierungen etc. 
geliefert und die späteren Künstler sind ihnen darin gefolgt. 
Auch wenn wir von den erwähnten Gegenständen absehen, so 
ist bei unserer Sammlung gar niemand besser daran als der Gold 
schmied. Für ihn ganz eigentlich haben die bedeutendsten Maler, Gra 
veure und Goldschmiede, die selbst Künstler waren, eine Unzahl der 
reizendsten Arabeskencompositionen geschaffen, zur Ausführung in Gra- 
virung, in Niello, in Email, in Belief, in Tauschirarbeit bestimmt, von 
jeder f orm und Gestalt, als Bundfelder, als viereckige oder dreieckige 
hüllungen, als Bänder und Säume, die er beliebig wieder verwenden 
kann. Viele davon eignen sich auch besonders zur Verzierung der 
Bückseite von Uhren, davon sich übrigens auch selbstständige Compo- 
sitionen in ziemlicher Zahl vorfinden. Hier, wo wir vom Metall reden, 
wollen wir auch nicht unerwähnt lassen, dass auch das Eisen für grosse 
wie kleine Arbeiten, für Schmied wie Schlosser, mit Mustern reich be 
dacht ist, und ebenso die edle Juwelierkunst, deren Verbindung mit 
der Goldschmiedekunst sich von selbst versteht. Der feinere Schmuck 
aus edlen Metallen und edlen Steinen hat immer die besseren Künstler 
zu Compositionen gereizt. 
Für alles, was Vase heisst, sind wir ebenfalls besonders gut ver 
sehen. Hier glänzt auch das Alterthum, besonders die spätere Bömer- 
zeit, mit den reicheren Vasen, welche im 17. und 18. Jahrhundert zu 
ornamentaler V erwendung beliebter waren als die einfacheren der besten 
griechischen Zeit. Wir finden in unserer Sammlung die Vasenmuster 
für Marmor und Terracotta, zu architektonischer Verwendung am 
Aeusseren des Hauses wie innerhalb desselben, zum Schmuck der 
Gärten, der Balustraden wie der Stiegen u. s. w. Sehen wir uns weiter 
nach den Terracottagegenständen im weiteren Sinne des Wortes um, 
nach Majoliken, Fayencen, Porzellan, seien es Vasen, Schüsseln, Teller, 
Töpfe: unsere Sammlung wird uns mit Beispielen oder den dazu nö- 
thigen Ornamenten nicht im Stiche lassen. 
Es würde uns zu weit führen, wollten wir jegliche Art der Fabri- 
cation oder des Gewerbes aufführen und nachweisen, wie unsere Samm 
lung direct oder indirect dafür benützt werden kann. Wir brauchen 
dem Künstler ja nicht erst zu sagen, dass wenn er die Zeichnung eines 
zur Ausführung in Metall bestimmten Kruges vor sich hat, er mit rich 
tiger und nothwendiger Modification die Form auch für ein anderes 
Material verwenden kann. Um aber doch den weiten Umfang unserer 
Sammlung anzudeuten, müssen wir noch zweierlei erwähnen. Das eine 
davon ist, dass selbst für Gartenanlagen mit allem Detail des Schmuckes,
	        

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