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Metadaten: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe VIII (1873 / 89)

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KLEINERE MITTHEILUNGEN. 
(Geschenke an das Museum.) Se. kais. Hoheit Herr Erzherzog 
Rainer hat die keramische Sammlung des Museums durch ein Geschenk, 
bestehend aus Fayencen von Rouen und Niederweiler neuerdings berei- 
chert; ausserdem hat Herr L. Lobmeyr dem Museum Gefässe aus Berg- 
krystall, das Handelsministerium der Bibliothek einige Werke zum Ge- 
schenke gemacht. 
(Erwerbungen dBEI Museums.) Die Sammlungen des Museums 
sind im letzten Monate durch zwei Erwerbungen vermehrt worden. Aus 
dem Nachlasse des Prof. Eduard van der Nlill hat die Bibliothek eine 
nicht unbedeutende Anzahl von Handzeichnungen - Gefässe, Geräth- 
schaften, Möbel, Studien aus Pompeji u. s. f. - erworben. Die schon 
jetzt nicht unbedeutende Sammlung von Gegenständen nationaler Haus- 
industrie wurde durch einen grossen Theil der kunstgewerblichen Gegen- 
stände aus dem Balkan, die gegenwärtig im Museum ausgestellt sind, 
bereichert. Das Museum verdankt diese werthvolle Sammlung dem freund- 
lichen Entgegenkommen seines Correspondenten. des Herrn Dr. Kanitz, 
der bekanntlich die Balkanhalbinsel zum Gegenstande ethnographischer 
Specialstudien gemacht hat. 
(Personalien) Die Herren Docent O. Beyer und Hrachowina, Assistent am 
polyt. Institute, haben es während der Dauer der Erkrankung des Prof. V. Teirich 
übernommen, denselben im Lehrfache an der Vorbereitungsschule zu suppliren. 
(Vorlesungen) Herr Docent Dr. Frisch halt an der Kunstgewerbeschule im 
Laufe dieses Winters Vorlesungen ober Anatomie jener Thiergestalten, welche Kanstler 
und Kunsthnndwerker in iiguralen und monumentalen Compositionen häufig anwenden. 
Diese Vorlesungen sind zahlreich besucht und erfreuen sich lebhafter Theilnahme. 
Prof. Dr. A. Conze hat seine Vorlesungen über I-Güttergestalten der antiken Welt. 
am 7. Janner begonnen. Diesen Vorlesungen wohnte ein sehr zahlreicher Kreis von Stu- 
direnden der Akademie der bildenden Künste, der Kunstgewerbschule des Museums und 
der Universität bei. Zur Erläuterung der Vorlesungen dienen autographirte Tafeln der 
charakteristiscbsten Gestalten der Götterwelt, die um den Erzeugungspreis (6 kt. per Tafel 
in hoch Quart) an die Studirenden abgegeben werden. Auf diese Weise kann sich jeder 
derselben leicht einen mythologischen Handatlas erwerben. Im Laufe des nächsten Jahres 
wird das ganze Werk mit Text und etwa 100 Tafeln im Buchhandel erscheinen. 
(Die Anmeldungen für die Ausstellung weiblicher Arbeiten), welche einen 
integrirenden Theil der Unterrichtsgruppe auf der Weltausstellung bildet, wurde dem 
Programme gemass mit Ende Decernber abgeschlossen. Das Resultat ist ein überraschend 
gutes; aus allen Theilen der Kmnlander sind an das Comite im Oesterr. Museum Anmel- 
dungen eingetroffen. 52 grossere Stadte der Monarchie haben sich an denselben betheiligt. 
Die Zahl der Anmeldungsnummem übersteigt 400, abgesehen davon, dass die Darstellung 
der weiblichen Arbeit als Lnhnarbeit in der Industrie und die Darstellung der literarischen 
Wirksamkeit der Frauenwelt Oesterreichs nicht mit inbegriffen sind und dass unter ein- 
zelnen Nummern kleinere Collectivausstellungen sich befinden. - Bekanntlich zerfallt 
diese Ausstellung in mehrere Gruppen. Die Abtheilung der weiblichen Schulen wird ein 
deutliches Bild der weiblichen Arbeiten von mehr als 60 Schulen der Monarchie geben. 
Die Abtheilung der Hausindustric ist durch Mehren, Bukowina, Galizien, Krain 
vertreten. Die Abtheilung der weiblichen Arbeit als Lohnarbeit enthalt eine graphische 
und statistische Darstellung derselben, erläutert durch Beispiele. Den Weisungen des 
Herrn Justizministers entsprechend, werden auch die weiblichen Arbeiten in den Straf- 
hausern zur Darstellun kommen. Die Arbeiten der Dilettantinnen sind sehr zahlreich; 
Adel wie Burgerstand sind in die Reihe der Anmeldungen eingetreten. Ganz vorzüglich und 
zahlreich durften Spitzarbeiten und Buntstickereien sowie die Blumenfabrication vertreten 
sein. Alle angemeldeten Gegenstande sind sammtlich in das Oesterr. Museum abzuliefern. 
Die Aufnahme der Arbeiten der Schule beginnt daselbst vom 7. Janner an (9 bis I2 Uhr 
Vormittags). Die Arbeiten der andern Gruppen müssen vor Ende Februar abgeliefert sein. 
(Ausstellung weiblicher Handarbeiten). Mitte Jänner begann im Oesterr. 
Museum eine Vorausstellung jener weiblichen Handarbeiten, aus denen für die entsprechende 
Gruppe der Weltausstellung eine Auswahl vorgenommen werden soll. Den Reigen eröffnen 
die 17 Schulen des Vereines für Arbeitgschulen, die t4 Schulen des Frauea-Wohlthatigkeits-
	        

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