MAK

Volltext: Katalog der Ausstellung orientalischer Teppiche im K.K. Österr. Handels-Museum, 1891

KAUKASISCHE TEPPICHE. •43 im Anhange daran an einer einzigen, allerdings hervor¬ ragenden und in der Ausstellung sehr reich vertretenen Gruppe das eben geschilderte Verhältniss in einigen Einzel¬ heiten erörtern. Charakteristisch für sämmtliche kaukasische Teppiche (ganz ordinäre Marktwaare etwa ausgenommen) ist das bunt¬ farbige, blumige Aussehen. Die Farben sind gut und oft sehr harmonisch gestimmt (149. 150). Auch die Motive sind ausserordentlich zahlreich und wechselnd. Einem zusammen¬ hängenden Rankenmuster mit den obligaten vegetabilischen Motiven der persischen Teppiche (Palmetten, Rosetten) be¬ gegnen wir nur in Ausnahmefällen. In der Regel haben wir es mit geometrischen oder doch geometrisch stilisirten vege¬ tabilischen Motiven zu thun, die dann in der buntesten Weise variirt erscheinen. Die Raumtheilung wird anstatt durch fortlaufende Ranken häufig durch polygone Medaillons bewerkstelligt, in und zwischen denen die kleinen Füllmotive verstreut sind. Darin äussert sich eine Verwandtschaft mit jenen Gattungen persischer Teppiche, die von Nomaden ge¬ fertigt werden — eine Verwandtschaft, die sich auch auf manche Einzelmotive erstreckt. So zeigt 159 neben den hakengerän¬ derten Rauten auch die acht ins Kreuz gestellten Spiralen, die für das Aschkali-Muster des Kaschkai-Teppichs besonders charakteristisch sind. Eine noch primitivere Art der Raum¬ theilung zerlegt die Innenfläche entweder in ein Netz von Rauten (151) oder in schmale Längsstreifen (161), in denen lose nebeneinandergereiht die Einzelmotive in reicher Ab¬ wechslung angebracht sind. Eine weitere Eigenthümlichkeit der kaukasischen Teppiche, die diese mit allen Xomaden- teppichen theilen, ist die Neigung, Menschen- oder Thier¬ figuren anzubringen (161), und zwar nicht die historischen Thiere des persischen Teppichs (Löwen. Stiere u. dgl.), son¬ dern einfache Hausthiere. wie Pferde und Ziegen, natürlich in strenger geometrischer Stilisirung.

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