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Objekt: Monatszeitschrift VI (1903 / Heft 8 und 9)

kam durch Heran- 
ziehung des Malers 
J. P. Willumsen zur 
Geltung. Seiner Leitung 
verdankt die Fabrik das 
glänzende Auftreten in 
Paris 1900, durch wel- 
ches ein sichtbarer Um- 
schwung in den Bestre- 
bungen Bing 8: Grgän- 
dahls eintrat, die in der 
letzten Zeit in einen zu 
grossen Parallelismus 
mit jenen der könig- 
lichen Fabrik geraten 
waren. Die scharf aus- 
geprägte Eigenart 
Willumsens wirkte der- 
art belebend auf seine 
zahlreichen Mitarbeiter, 
dass auf der ganzen 
Linie eine fühlbare Ab- 
lenkung in ein mehr 
prononziertes und cha- 
rakteristisches Fahr- 
wasser sichtbar wird. 
Wenn auch der künst- 
lerische Leiter nichts 
selbst ganz durchführt, so fühlt man seinen Einiiuss doch überall und stark. 
Die glatte gefällige Art der Formgebung und oft allzu zarte Tongebung 
der letzten Zeit macht nun einer mehr kräftigen und männlichen Ausdrucks- 
weise Platz, die allerdings bisher fast nur durch Abbildungen bei uns bekannt 
wurde. Die besten und schönsten Stücke besitzen auch bereits einen ansehn- 
lichen materiellen Wert, der ihre Verbreitung erschwert. Man ist bei uns 
noch nicht daran gewöhnt, für Porzellan so hohe Preise zu bezahlen, wie es 
Paris und London tun; man Findet es noch immer nicht für tunlich, eine 
moderne Keramik neben die Arbeiten der dekorativen Plastik und der 
Malerei in grosse Kunstsammlungen einzureihen. Doch stehen zweifellos 
die Arbeiten Bing 8c Grgzlndahls, welche in Paris zu sehen waren, schon so 
hoch, dass sie eine grössere Würdigung verdienen. 
Der dilettantische Zug, der den zahllosen Nachahmungen und auch 
manchmal der echten Marktware anhaftet, welche jetzt als „dänisches Por- 
zellan" überall gezeigt werden, ist ihnen gänzlich fern und es wäre sehr zu 
wünschen, dass mehr von den guten Stücken nach Österreich wandert, wie 
Keramischer Wandschmuck in „Harrotfs Stores" von W. J. Neatby
	        

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