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Volltext: Beschreibender Katalog einer Sammlung von Spitzen und Kanten

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497. Bedeckung eines Credenztisch.es aus feinen Leinenstreifen 
mit dazwischen eingesetzten Maschenarbeiten (lacis, filet). Diese 
interessanten Netzstickereien, deutschen Modelbüchern des XVII. 
Jahrhunderts entlehnt, sind zu den points comptes zu zählen. In 
den äusseren Netzarbeiten erblickt man die bekannte symbolische 
Darstellung des müden Hirsches, der an der Wasserquelle ruht. 
Die äussern Bandeinfassungen in verschiedenartigen Mustern ge 
klöppelt. Rhein. Klosterarbeit aus dem Beginn des XVII. Jahrh. 
498. Taufdecke aus feinem Leiuenbattist mit vier eingesetzten 
ä jour gearbeiteten entre-deux. Diese entre-deux sind gemustert 
mit den beliebten fleurs de lis, wie sie in Flandern und am 
Rheine am Schlüsse des XVI. Jahrhunderts stereotyp anzu 
treffen sind. Diese Taufdecke ist nach den vier Seiten mit einer 
reichen Guipure-Spitze eingefasst, deren Dessins für Anfertigung 
in Flandern massgebend sind. Wurde in Amsterdam erworben 
und rührt her aus dem Beginn des XVII. Jahrh. 
499. Mäschenarbeit (lacis, filet). Das Muster auf dem Netz 
werk in gezählten Stichen (points comptes) ziemlich dicht herge 
stellt, ist auf die Ferne sehr wirksam und der heutigen Nachahmung 
sehr zu empfehlen. Die Dessins selbst sind italienischen Model 
büchern aus dem Schlüsse des XVI. Jahrhunderts entlehnt. 
Schweizer Klosterarbeit der eben gedachten Epoche. 
500. Theil einer Taufdecke, bestehend aus Netzwirkereien mit 
gezählten Stichen, abwechselnd mit Quadraturen von Leinen 
stoffen, deren Mitte immer wieder mit durchschnittenen Arbeiten 
(cutwork) gemustert ist. Eine besondere Beachtung verdient der 
breite reich gemusterte Rand in Filetwirkerei, an welchem ein 
zweiter schmälerer Randabschluss sich befindet, welcher nicht in 
Filet gearbeitet, sondern in ausgezogener Arbeit (points tires) 
hergestellt ist. Rheinische Klosterarbeit aus dem Beginne des 
XVII. Jahrhunderts. 
501. Taufdecke, deren Fond von mittelfeinem Leinen von vier 
a jour gewirkten entre-deux durchbrochen und gemustert ist. 
Diese eingesetzten ornamentalen Streifen sind der Technik nach 
zu rechnen zur Netz- oder Maschenarbeit mit einem kreuz- und 
sternförmigen Ornament, wie es für die Spitzen-Industrie des
	        

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