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fullscreen: Monatszeitschrift IX (1906 / Heft 5)

nicht gelitten. Das ist jedenfalls 
eine starke Kraftprobe von 
geistiger Verarbeitung der 
Wirklichkeit. Bei der anderen 
Dame stellte sich von Natur und 
Statur aus ein monumentaler 
Wurf ein. Auf eine Stele von 
dunkelgrauem belgischem Gra- 
nit stellte der Künstler eine 
mächtige Form aus blank ge- 
haltener gelber Bronze mit einer 
krausgeringelten Haartracht aus 
schwärzlich patiniertem Pak- 
fong. Alles geht ins Bedeutende, 
die großen Flächen mit starken, 
spiegelnden Lichtern, die mäch- 
tigen Ringeln des strähnig auf- 
strebenden Haares, auch die 
ernste Polychromie und unge- 
wöhnliche Stoffwahl. Man hat 
den Eindruck von etwas Säulen- 
haftem, Kanephorischem, das 
tragen könnte. Es ist wieder eine 
neue Wirkung. 
Die Vielfältigkeit der künst- 
lerischen Interessen Engelharts 
zeigt deutlich ein Besuch in 
dem Atelier (III., Steingasse x 3). 
Man hat einen Einblick in 
die verschiedenartigsten Unter- 
nehmungen, als wären zwei 
oder drei Künstler in dem Raum beschäftigt. Vor allem steht da das kleine 
Modell des plastischen Brunnenwerkes, das auf dem bepflanzten Platze vor 
dem Gemeindehause des III. Bezirkes, seines Heimatbezirkes, erstehen soll. 
Dieser Karl Borromäus-Brunnen zeigt über rundem vierstutigem Sockel vier 
halbrunde Becken aus Salzburger Marmor. Über ihnen tragen vier Säulen 
ein breites, viereckiges Spitzdach von schwedischem Granit, dessen Wucht 
auch noch in der Mitte durch einen viereckigen, mit Glasmosaik geschmückten 
Pfeilergestütztwird. Zwischen denSäulen stehenvierBronzegruppen zu fünf bis 
sechs Figuren. Die Pest, verelendete und gerettete Menschen, eine Apotheose. 
Das Ganze eine ursprüngliche Form, das massive Granitdach aus einem 
Stück schon an sich ein Symbol von Kraft. In der Arbeit befindet sich 
ferner ein merkwürdiges kirchliches Werk, ein von Pleönik entworfenes 
Tabernakel aus schimmernder Goldbronze, das Engelhart polychrorniert. Der 
Josef Engelhart, Karl Blasel, Tempera
	        

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