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Volltext: Ausstellung Gotik in Österreich

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171 und 172. ZWEI WEIBLICHE HEILIGE 
Wandbüsten aus Lindenholz mit erheblichen Resten alter 
Vergoldung und Bemalung, die Rückseiten ausgehöhlt. 
Höhe 52 cm. Nr. 171 fehlen die rechte Hand und die Finger 
der linken sowie die meisten Holzperlen des Kleider 
besatzes. Nr. 172 fehlt das Kopftuch oder ein Kronreif, 
dessen ursprüngliche Auflage an der Stirne noch deutlich 
erkennbar ist; hier sind die linke Hand und die Finger 
der rechten ergänzt. — Burg Kreuzenstein bei Korneu- 
burg, Sammlung Hans (Graf) Wilczek. 
Inn-Salzach-Gebiet, um 1500. 
Von derselben Hand zwei weitere Büsten weiblicher Heiliger ira gleichen 
Besitz, alle vier dem Vernehmen nach in Amstetten erworben. Die zu 
nächst gefühlsmäßige Bestimmung der künstlerischen Provenienz bedarf 
noch genauerer Begründung; fürs erste genügt der Hinweis auf die 
sicherlich mehr als zufällige, sehr ins Einzelne gehende Übereinstimmung 
der kugelig gerundeten Gesichtsformen mit den etwas zierlicheren Mäd 
chenköpfen des Münchener Meisters der Untermenzinger Altarfiguren: 
besonders beweiskräftig der Vergleich mit den Teilaufnahmen der hl. Ka 
tharina und der Maria aus dem Altärchen des Bayrischen National- 
museuras (Katalog Graf [1896], Nr. 1316), die kürzlich K. Feucht 
mayr in dem Sammelwerke „Beiträge zur Geschichte deutscher Kunst“, 
Bd. I, Augsburg 1924, Abb. 123 und 124 veröffentlicht hat. 
Literatur: Mit den beiden zugehörigen Stücken bei J. Leisching, a. a. O., 
T. XXXII, Nr. 60—63 — unsere Nr. 1 72 anscheinend mit anderer 
Ergänzung der linken Hand — als ,,Niederösterreichisch, Anfang des 
XVI. Jahrhunderts“ abgebildet und irrtümlich als „vollrund“ bezeichnet. 
173. DER EVANGELIST MATTHÄUS MIT SEINEM 
SINNBILD, DEM ENGEL 
Wandbüste. Holz, abgelaugt, mit geringen Resten einer 
neuzeitlichen Bemalung; die Rückseite ausgehöhlt. Höhe 
43 cm. Zahlreiche Wurmschäden. An der linken Hand 
des Engels fehlen zwei Finger; der rechte Arm und die
	        

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